Fasten1Sonntag Mätt. 4:1-11 (Jahr A 2026)
Liebe
Schwestern und Brüder,
am Ersten Fastensonntag beginnt unser
gemeinsamer Weg durch die Fastenzeit. Diese Zeit lädt uns ein, innezuhalten,
unser Leben im Licht des Evangeliums zu betrachten und uns neu auf Gott
auszurichten.
Das heutige Evangelium zeigt uns Jesus, der in der
Wüste Versuchungen ausgesetzt ist. Er bleibt treu und vertraut ganz auf Gott.
Wir hingegen erleben oft, dass wir schwach werden, falsche Wege gehen und
Gottes Wort nicht immer ernst nehmen.
Darum treten wir nun vor den Herrn mit einem ehrlichen
Herzen. Wir erkennen unsere Schuld, unsere Versäumnisse und unsere
Gleichgültigkeit. Bitten wir Gott um sein Erbarmen, damit er uns reinigt,
stärkt und erneuert.
So bereiten wir uns vor, die Heilige Eucharistie
würdig zu feiern, und sprechen gemeinsam:
Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Schwestern und Brüdern,
dass ich Gutes unterlassen
und Böses getan habe:
Ich habe gesündigt in Gedanken,
Worten und Werken,
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heiligen
und euch, Schwestern und Brüder,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.
1P.
Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er lasse uns die Sünden nach und führe
uns zum ewigen Leben. Amen.“
Deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der mit dir lebt
und herrscht in alle Ewigkeit. Amen
Liebe Schwestern und
Brüder,
die Fastenzeit beginnt jedes Jahr mit
demselben Evangelium: Jesus in der Wüste, konfrontiert mit Versuchungen. Das ist kein Zufall. Denn die Wüste
steht für einen Ort der Entscheidung. Einen Ort, an dem nichts ablenkt. Einen
Ort, an dem sich zeigt, worauf wir unser Leben bauen.
Auch wir sind in der Fastenzeit
eingeladen, ein Stück in die „Wüste“ zu gehen – nicht unbedingt äußerlich,
sondern innerlich. Weniger Lärm, weniger
Ausreden, weniger Selbsttäuschung. Mehr Ehrlichkeit vor Gott.
Die Versuchungen Jesu sind uns sehr
vertraut.
Die erste: „Mach aus Steinen Brot.“
– Es ist die Versuchung, alles sofort haben zu wollen, ohne zu fragen, ob es
Gottes Wille ist. Wie oft denken wir zuerst an
unseren eigenen Vorteil, an Bequemlichkeit, an Sicherheit – und vergessen dabei
Gott und den Nächsten?
Die zweite Versuchung: Macht, Ansehen, Einfluss. Wie leicht lassen wir uns davon verführen,
besser dastehen zu wollen als andere. Wie oft suchen wir Anerkennung und
vergessen dabei Demut und Wahrheit?
Die dritte Versuchung: „Stürz dich
hinab – Gott wird dich retten.“ Es ist die
Versuchung, Gott zu testen, ihn für unsere Zwecke zu benutzen, statt ihm zu vertrauen.
Jesus widersteht all dem. Nicht, weil er stärker ist als
wir, sondern weil er ganz auf Gott hört. Er zeigt uns: Der Weg aus der
Versuchung ist das Vertrauen auf Gott und sein Wort.
Liebe Schwestern und Brüder, wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben: Wir
scheitern oft. Wir lassen uns verführen – durch
Egoismus, Gleichgültigkeit, Lieblosigkeit. Darum
ist die Schuldkenntnis am Beginn der Messe kein bloßes Ritual. Sie ist ein
Moment der Wahrheit. Wir sagen: Herr, ich
habe dich gebraucht. Ich brauche deine Barmherzigkeit.
Fastenzeit bedeutet nicht, perfekt zu werden. Fastenzeit bedeutet, den Mut zu haben, zu Gott
zurückzukehren. Umkehr heißt: Ich erkenne meine Schuld an und glaube daran,
dass Gott größer ist als mein Versagen.
In der Eucharistie kommt uns Christus entgegen. Nicht als Richter, sondern als der, der uns
stärkt. Er geht mit uns durch unsere Wüste. Er gibt uns Kraft, neu anzufangen.
Bitten wir den Herrn in dieser Fastenzeit
um ein demütiges Herz, um Ehrlichkeit mit uns selbst und um Vertrauen auf seine
Barmherzigkeit. Dann wird diese Zeit wirklich zu einer Zeit der Gnade. Amen.
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