3Sonntag, Fastenzeit
Predigt zu Lukas 13,1-9 – "Die Zeit ist jetzt!"
Liebe Schwestern und Brüder
stellt euch vor, ihr habt einen Obstbaum im Garten.
Jedes Jahr hofft ihr, dass er endlich Früchte trägt. Ihr gießt ihn, ihr sorgt
für ihn – aber nichts! Jahr für Jahr nur Blätter, keine einzige Frucht. Was
würdet ihr tun? Würdet ihr ihn noch länger stehen lassen? Oder würdet ihr
irgendwann sagen: „Genug! Der Baum muss weg!“
Genau darum geht es im heutigen Evangelium. Jesus
erzählt von einem Feigenbaum, der keine Früchte bringt. Der Besitzer ist
frustriert und will ihn fällen. Aber der Gärtner bittet: „Lass ihn noch ein
Jahr stehen. Ich werde mich noch einmal besonders um ihn kümmern. Wenn er dann
noch keine Früchte trägt, kannst du ihn fällen.“
Dieser Feigenbaum – das sind wir.
Schauen wir mal ehrlich auf unser Leben. Wie oft geben
wir Gott leere Versprechen? „Morgen werde ich beten. Nächste Woche gehe ich mal
wieder in die Kirche. Irgendwann werde ich mehr Zeit für meine Familie haben.“
Und dann? Wieder nichts. Keine Früchte.
Aber Gott ist geduldig. Er gibt uns immer wieder neue
Chancen. Er sagt nicht sofort: „Genug, ich bin fertig mit dir!“ Nein, er
wartet, er hofft, er gibt uns Zeit. Aber – und das ist wichtig – diese Zeit ist
nicht unendlich.
„Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr genauso umkommen.“
Das sind harte Worte von Jesus. Aber er spricht sie
nicht aus Zorn, sondern aus Liebe. Er will uns aufwecken! Wir sollen nicht
einfach so vor uns hinleben, als hätten wir alle Zeit der Welt.
Was bedeutet
das für uns heute?
Schauen wir
auf unser Leben:
📌 Gibt es Dinge, die ich ändern sollte, aber immer aufschiebe?...
📌 Wo könnte mein Glaube wachsen, aber ich kümmere mich nicht darum?
📌 Wo hat Gott mir schon oft eine neue Chance gegeben – und ich habe sie
nicht genutzt?
Jesus ist wie der Gärtner im Gleichnis. Er sagt: „Lass mich noch ein Jahr daran arbeiten. Ich
will den Boden auflockern, ihn düngen.“ Vielleicht spüren wir gerade in
unserem Leben, dass Gott etwas „umgräbt“. Vielleicht durch eine schwierige
Situation, durch Menschen, die uns herausfordern, durch eine Unruhe in unserem
Herzen. All das kann seine Art sein, uns aufzuwecken!
Geduld steht hier gegen Ungeduld. Der
Gärtner gegen den Besitzer. Die Pflege gegen die Vernichtung. Dinge, die uns im
Alltag auch begegnen können.
In einer Geschichte heißt es: Wir hatten in unserem Garten einen
Walnussbaum. Der stand bestimmt 15 Jahre, und er wuchs auch sehr schön. Er
hatte Sonne, er hatte viel Platz sich auszubreiten, eigentlich stand einer
Frucht nichts im Wege. Doch er trug nicht. Nicht eine Nuss. Bis meine Mutter
eines Tages sagte: „Wenn der Kerl nächstes Jahr immer noch nichts trägt, wird
er abgehauen!“
Und man soll es kaum glauben: Im
nächsten Jahr trug der Baum so viele Nüsse, dass wir sie gar nicht alle selbst
verwerten konnten. Und seitdem hat er jedes Jahr wieder so viel wie beim ersten
Mal gebracht. Das Warten hatte sich also gelohnt.
Wir wissen nicht, ob dieser Feigenbaum
im Gleichnis genauso reagierte wie unser Walnussbaum damals. Jesus erzählt die
Geschichte ja nicht zu Ende. Ist wahrscheinlich auch gar nicht so wichtig.
Wichtig ist vielmehr die Erkenntnis, dass es jemanden gibt, der Geduld beweist.
Jemanden, der sich um den Baum bemüht, den er gepflanzt hat.
Gott ist wie dieser Gärtner. Er hat uns
sozusagen in die Welt gepflanzt, er hat sich um uns gekümmert, und er will,
dass wir Frucht bringen.
Aber irgendwann kommt die Zeit der Entscheidung. Nicht
aus Strafe – sondern weil das Leben weitergeht. Ein Baum, der nie Frucht
bringt, wird irgendwann gefällt. Ein Leben, das nie wirklich liebt, nie glaubt,
nie Hoffnung schenkt – das vergeht, ohne Spuren zu hinterlassen.
Liebe Schwestern und Brüder Gott gibt uns eine neue Chance – aber die Zeit ist jetzt! Nicht morgen,
nicht nächstes Jahr. Heute ist der Tag, an dem wir umkehren können. Heute ist
der Tag, an dem wir anfangen können, Früchte zu bringen: Liebe, Barmherzigkeit,
Glauben.
Lasst uns nicht warten, bis es zu spät ist. Jesus
gräbt an unserem Herzen – lassen wir ihn wirken, damit unser Leben Frucht
bringt. …..Amen
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Gott verspricht uns Leben. Von ihm kommt alles, worauf wir hoffen. Wir rufen zum Herrn:
1.
Guter Gott, begleite deine Kirche auf ihrem Weg durch die Fastenzeit.
Stärke alle Gläubigen im Glauben und schenke ihnen die Kraft zur Umkehr und
Erneuerung.
(Wir bitten dich,
erhöre uns.)
2.
Guter Gott, wir bitten für alle, die Verantwortung für andere tragen.
Lass sie mit Weisheit und Gerechtigkeit handeln, damit Frieden und Eintracht
wachsen.
(Wir bitten dich,
erhöre uns.)
3.
Guter Gott, wir denken an alle, die unter Krieg, Armut oder Krankheit
leiden. Sei ihnen nahe und schenke ihnen Hoffnung und Hilfe durch mitfühlende Menschen.
(Wir bitten dich,
erhöre uns.)
4.
Guter Gott, hilf uns, in dieser Fastenzeit unser Herz zu öffnen für deine
Liebe. Gib uns die Kraft, unser Leben nach deinem Willen auszurichten.
(Wir bitten dich,
erhöre uns.)
5.
Guter Gott, wir
vertrauen dir unsere Verstorbenen an. Nimm sie auf in dein ewiges Licht und
tröste alle, die um sie trauern.
(Wir bitten dich,
erhöre uns.)
Gott, du bist der Quell
des Erbarmens und der Güte. Du erhörst unsere Bitten. Dir sei Lobpreis und Ehre
jetzt und in Ewigkeit.
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