Februar2025 Jeden Tag Messe
2
Messfeiern
für jeden Tag
Verlag Friedrich Pustet | 2025 · Jahrgang 28
Februar 2025
1 Samstag der 3. Woche im Jahreskreis
2 F Darstellung des Herrn
3 Montag der 4. Woche im Jahreskreis
4 Dienstag der 4. Woche im Jahreskreis /g Rabanus Maurus
5 G Agatha
6 G Paul Miki und Gefährten
7 Freitag der 4. Woche im Jahreskreis / Herz‑Jesu‑Freitag
8 Samstag der 4. Woche im Jahreskreis / g Josefine Bakhita
9 5. Sonntag im Jahreskreis
10 G Scholastika
11 Dienstag der 5. Woche im Jahreskreis /
g Unsere Liebe Frau in Lourdes
12 Mittwoch der 5. Woche im Jahreskreis
13 Donnerstag der 5. Woche im Jahreskreis
14 F Cyrill und Methodius
15 Samstag der 5. Woche im Jahreskreis
16 6. Sonntag im Jahreskreis
17 Montag der 6. Woche im Jahreskreis /
g Sieben Gründer des Servitenordens
18 Dienstag der 6. Woche im Jahreskreis
19 Mittwoch der 6. Woche im Jahreskreis
20 Donnerstag der 6. Woche im Jahreskreis
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 20255Inhaltsverzeichnis
21 Freitag der 6. Woche im Jahreskreis
22 F Kathedra Petri
23 7. Sonntag im Jahreskreis
24 F Matthias
25 Dienstag der 7. Woche im Jahreskreis / g Walburga
26 Mittwoch der 7. Woche im Jahreskreis
27 Donnerstag der 7. Woche im Jahreskreis
28 Freitag der 7. Woche im Jahreskreis
Sa 1
Samstag der 3. Woche im Jahreskreis
L Hebr 11,1–2.8–19; Ev Mk 4,35–41 (Lekt. V, 83)
Zur Eröffnung GL 423 (Wer unterm Schutz des Höchsten steht)
Einführung
Das Wort „glauben“ bedeutet im Lateinischen zugleich „vertrauen“. Die‑
se Erweiterung unseres Glaubensbegriffs kann uns helfen, die Texte des
heutigen Gottesdienstes besser nachzuvollziehen. Es geht nicht um ein
mechanisches Loslassen unserer Vernunftbegabung, einen gewisser‑
maßen blinden Glauben. In unserem Leben spielt es gerade für das Zwi‑
schenmenschliche eine wichtige Rolle, zu glauben und zu vertrauen. Auch
Gott will, dass wir ihm vertrauen. Und Jesus macht es uns vor.
Kyrie-Rufe mit GL 151
Herr Jesus Christus, du führst die Menschen zum ewigen Leben.
Du sorgst dich um die Menschen, damit niemand zugrunde geht.
Du hältst uns Menschen in den Stürmen unseres Lebens.
Tagesgebet Zur Auswahl 5 (MB 306)
Gott, du bist da. Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns wie die
Luft, die wir atmen, ohne die wir nicht leben können. Gib, dass wir dir ganz
vertrauen und leben ohne Angst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Lk 1; GL 657,3 mit VV. aus dem Lekt. im II. Ton
Halleluja GL 175,2
Zu den Schriftlesungen
Das Vertrauen auf Gott im Glauben soll uns ein Leben lang begleiten.
Propheten und Heilige sind mit dieser Eigenschaft durchs Leben gepil‑
gert, haben Stürme erlebt und in Gott ausgehalten. Doch anders als die
Propheten des Ersten Bundes, die gestorben sind, „ohne das Verheiße‑
ne erlangt zu haben“ (Hebr 11,13b), haben wir, die wir in der Taufe neue
Propheten sind, durch Jesus dieses Heil erlangt. Wovor brauche ich dann
noch Angst zu haben? Sogar Jesus schläft, während es stürmt. Vielleicht
sollte ich es ihm mal gleich tun und Ruhe bewahren.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 20259Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Sa
1
Fürbitten
Wir wollen zu Jesus rufen, der die Stürme unseres Lebens zum Schweigen
bringt:
✧ Die Jünger fuhren mit Jesus in einem Boot. Lass die Christen zusam‑
menstehen und verbunden durch den Heiligen Geist die Herausforde‑
rungen der Zeit bestehen.
Herr, steh uns bei.
✧ Die Jünger gerieten in Panik. Bewahre die Menschen davor, sich durch
unvorhergesehene Ereignisse oder durch die Berichterstattung in den
Medien verunsichern zu lassen.
✧ Plötzlich erhob sich ein Wirbelsturm. Stelle den Menschen, die von Na‑
turkatastrophen betroffen sind, helfende Hände zum Wiederaufbau
zur Seite.
✧ Die Jünger fuhren mit Jesus ans andere Ufer. Schenke unseren Verstor‑
benen eine gute Ankunft in deinem Reich.
Mit dir, o Gott, können wir den Stürmen des Lebens standhalten. Für dei‑
ne Kraft, die du uns schenkst, sagen wir dir Lob und Dank und preisen dich
im Vater und im Heiligen Geist.
Zur Gabenbereitung GL 184 (Herr, wir bringen in Brot und Wein)
Sanctus GL 200
Agnus Dei GL 204
Besinnung nach der Kommunion
Sein Brot.
Sein Leib.
Er spricht: Ich gebe mich Dir ganz hin.
Vertraue mir.
Er ruft: Ich gehe mit Dir.
Glaube mir.
Sein Brot.
Sein Leib.
In mir.
Ich gebe mich Dir ganz hin. Ich gehe mit Dir.
Zur Danksagung GL 489 (Lasst uns loben, freudig loben)
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202510Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Sa
1
Wort auf den Weg
„Befiehl dem Herrn deinen Weg, vertrau ihm – er wird es fügen.“ (Ps 37,5)
Gott zu vertrauen beginnt bei mir. Dann kann ich mich sicher auf den Weg
machen.
Zur Sendung GL 456,1–2 (Herr, du bist mein Leben)
oder
Mariengruß GL 523 (O Maria, sei gegrüßt)
Maurus Korn/Red.
» Hauptartikel: Gedanken zu 1700 Jahre Nizäa und
Heiligen Jahren
» Gebet zum Heiligen Jahr 2025
» Hymnus zum Heiligen Jahr 2025
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202511Textdatei | Liedplan Kalendarium
So
2
F Darstellung des Herrn
L Mal 3,1–4; 2. L Hebr 2,11–12.13c–18; Ev Lk 2,22–40 (oder 2,22–32) (Lekt. III/C, 405)
Heute ist Tag des gottgeweihten Lebens. Leitwort: „Nun lässt Du, Herr,
Deinen Knecht, in Frieden scheiden“ (Lk 2,29). Intention: Für alle, die in
ihrer geistlichen Berufung erfüllt alt geworden sind – Fürbitten!
Zur Eröffnung GL 374,1–3 (Volk Gottes, zünde Lichter an)
Einführung
40 Tage nach seinem Geburtsfest schauen wir wieder auf den Herrn. Ma‑
ria und Josef bringen dem jüdischen Gesetz entsprechend das Jesuskind,
ihren Erstgeborenen, in den Tempel, um deutlich zu machen: Er gehört
Gott. Mehr als auf jeden anderen Erstgeborenen trifft dies auf Jesus zu,
ja, er gehört nicht nur Gott, er ist Gott. – Zugleich feiern wir heute den
Tag des gottgeweihten Lebens. Als Getaufte gehören wir alle Gott. Jene,
die einen geistlichen Beruf gewählt haben, stellen ihr Leben in den Dienst
Gottes und seines Volkes, ja eigentlich aller Menschen. Ihnen wollen wir
unser Gebet heute besonders schenken.
Kyrie-Rufe GL 160 (Gott des Vaters ewger Sohn)
Gloria GL 173,1.2 (Gloria, Gloria in excelsis Deo)
Tagesgebet Vom Tag (MB 623)
Allmächtiger, ewiger Gott, dein eingeborener Sohn hat unsere menschli‑
che Natur angenommen und wurde am heutigen Tag im Tempel darge‑
stellt. Läutere unser Leben und Denken, damit wir mit reinem Herzen vor
dein Antlitz treten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 24; GL 633,3.4 (VV. 7–10)
Halleluja GL 175,5
» Predigtanregung
Credo GL 180,1.2 (Credo in unum Deum)
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202512Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium
So
2
Fürbitten
Jesus Christus selbst ist unser barmherziger Fürsprecher beim Vater. So
lasst uns rufen: Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.
✧ Hanna sprach über das Jesuskind „zu allen, die auf die Erlösung Jeru‑
salems warteten“: Stärke alle, die du in deinen besonderen Dienst ge‑
rufen hast, zum treuen und unermüdlichen Zeugnis.
✧ Simeon pries dich als „Licht, das die Heiden erleuchtet“ und als Herr‑
lichkeit für Israel: Lass jene, die dich erkannt haben, treu am Glauben
festhalten, und führe jene, die suchen und dich noch nicht kennen, zu
dir.
✧ Maria und Josef staunten über das, was sie hörten. Hilf allen Christen,
dass sie sich von deiner Liebe bewegen lassen.
✧ Simeon durfte die Erfüllung der Verheißung erleben, und er dankte da‑
für. Lass jene, die in deinem Dienst stehen, die Früchte ihres Wirkens
sehen, und führe sie einst in die Freude deines Reiches.
Herr Jesus Christus, wir vertrauen, dass du beim Vater bist. Dir sei
Lobpreis, Anbetung und Ehre.
Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)
Sanctus GL 110
Agnus Dei GL 111
Besinnung nach der Kommunion
„Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet
hast.“ Simeon durfte den Herrn leibhaftig sehen, wir durften ihn in der
Gestalt des Brotes empfangen. Aber es ist derselbe Herr, und der Emp‑
fang der heiligen Kommunion darf uns mit tiefer Freude erfüllen.
Zur Danksagung GL 491 (Ich bin getauft und Gott geweiht)
Wort auf den Weg
Die Eltern Jesu kehrten wieder nach Galiläa zurück. Auch wir gehen wie‑
der in „unser Galiläa“ in unseren Alltag zurück. Mit uns geht der Herr und
auch seine Mutter Maria.
Zur Sendung GL 500 (Nun lässest du, o Herr)
oder
Mariengruß GL 535 (Segne du, Maria) Johannes Putzinger
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202513Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Mo
3
Montag der 4. Woche im Jahreskreis
L Hebr 11,32–40; Ev Mk 5,1–20 (Lekt. V, 89)
Zur Eröffnung GL 446 (Lass uns in deinem Namen, Herr)
Einführung und Bußakt
„Der Glaube kann Berge versetzen.“ Mit den Propheten und Heiligen wird
aus dieser Redewendung Realität. Siegen, Heilen, Stärke zeigen, Helden
werden, Reinigen. All diese Taten und viele weitere mehr hören wir heute
in den Lesungen. Gott ruft uns, im Glauben an ihn Helden der Welt zu wer‑
den. Nicht einfach, aber mit Gott ist alles möglich. – Bekennen wir, dass
wir sündige Menschen sind, es aber mit Gottes Hilfe wagen wollen:
Ich bekenne …
Kyrie-Rufe mit GL 157
Herr Jesus Christus, du bist gekommen, um uns vom Bösen zu befreien.
Du bist der Sohn Gottes.
Du sendest uns, deine Macht zu verkünden.
Tagesgebet Für die Ausbreitung des Evangeliums (MB 1069)
Gott, du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis
der Wahrheit kommen. Sende Arbeiter in deine Ernte, damit sie der gan‑
zen Schöpfung das Evangelium verkünden. Sammle dein Volk durch das
Wort des Lebens und stärke es durch die Kraft des Sakramentes, damit
es auf dem Weg des Heiles voranschreitet. Darum bitten wir durch Jesus
Christus.
Antwortpsalm Ps 3; GL 64,1 oder 649,2 mit VV. aus dem Lekt. im
II. Ton
Halleluja GL 175,4
Zu den Schriftlesungen
Glauben bedeutet nicht nur Siegen. Es kann auch bedeuten, im irdischen
Leben besiegt zu werden, um im ewigen Leben als Sieger dazustehen.
Gott behütet seine Kinder, davon singt Psalm 46. Doch mutet die Passa‑
ge des Hebräerbriefes schwierig an, wenn man hört, dass der Gläubige
der Sieger bleibt. Man glaubt, aktuelle Terroristen zu hören, die im Na‑
men des Glaubens zu agieren meinen. Doch die Perikope aus dem Mar‑
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202514Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Mo
3
kus‑Evangelium löst dieses Unbehagen auf. Glauben, wie es Jesus und der
Besessene von Gerasa leben, bedeutet „befreien“. Glauben soll befreien.
Soll helfen. Soll stärken. Niemals schwächen.
Fürbitten
Zu Jesus Christus, der uns befreien will, rufen wir voll Vertrauen:
✧ Sende deinen Geist in deine Kirche, damit sie dort heilen kann, wo Ver‑
wundungen geschehen sind.
Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.
✧ Sende deinen Geist allen Menschen, die weit weg sind von dir, dass sie
dich neu kennenlernen und als Freund der Menschen erfahren.
✧ Sende deinen Geist in die Herzen derer, die dich nicht in ihrem Leben
wollen, damit du wachsen kannst, wo andere Dürre zu sehen meinen.
✧ Sende deinen Geist in die Herzen jener, die Religion missbrauchen und
zeige ihnen, dass Liebe schärfer schneidet als die schärfste Waffe.
Dein Geist befreit uns von aller Unfreiheit. Dafür loben wir dich und prei‑
sen wir dich, heute und alle Tage unseres Lebens, bis in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)
Sanctus GL 190
Agnus Dei GL 202
Besinnung nach der Kommunion
Gott macht mich stark im Glauben.
Er gibt sich mir hin.
Er schenkt mir drei Schwerter.
Glaube, Hoffnung, Liebe.
Für bloße Augen stumpf.
Für blinde Herzen scharf.
Gott will heilen. Im Herzen.
Und sendet mich. Zum Heilen.
Zur Danksagung GL 393 (Nun lobet Gott im hohen Thron)
Wort auf den Weg
Gott sendet mich in die Welt.
Und fragt mich in meinem Herzen:
Siehst du meine Stärke?
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202515Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Mo
3
Zur Sendung GL 460 (Wer leben will wie Gott)
oder
Mariengruß GL 526 (Alle Tage) Maurus Korn/Red.
» Predigtimpuls: Hl. Ansgar
» Lied zum hl. Ansgar
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202516Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Di
4
Dienstag der 4. Woche im Jahreskreis /
g Rabanus Maurus
L Hebr 12,1–4; Ev Mk 5,21–43 (Lekt. V, 95)
Zur Eröffnung GL 341 (Veni, creator spiritus) oder GL 342 (Komm,
Heilger Geist)
Einführung
„Eine Wolke von Zeugen umgibt uns“ heißt es im Hebräerbrief. Unser
Glaube hängt also nicht in der Luft und fällt nicht vom Himmel, sondern
lebt vom Zeugnis derer, die vor uns gelebt, geglaubt, gehofft und mit Gott
gerungen haben. Einer davon ist Rabanus Maurus, der im 9. Jahrhundert
als Gelehrter, Abt und Bischof das Wissen seiner Zeit sammelte und zu
durchdringen suchte. Ihm wird auch der eingangs gesungene Hymnus
„Veni, creator spiritus“ zugeschrieben. Bitten wir um Gottes Geist, dass
wir durch ihn die Spuren des Schöpfers in allen Dingen entdecken und zum
Zeugnis seiner Größe befähigt werden.
Kyrie-Rufe GL 165 (Send uns deines Geistes Kraft)
Tagesgebet Zur Auswahl 10 (MB 308)
Heiliger Gott. Du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen. Du befä‑
higst uns schon in dieser Welt zu einem neuen Leben. Vergib uns, wenn
wir dennoch immer wieder versagen. Sende uns deinen Geist und lass uns
erfahren, dass du die Herzen der Menschen verwandelst. Darum bitten
wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 22; GL 36,1.4 (VV. 27–29.31–33)
Halleluja GL 174,7
Zu den Schriftlesungen
Um Sünden zu vermeiden und schlechte Angewohnheiten abzulegen,
müssen wir uns meist anstrengen und oft Verzicht üben. Der Verfasser
des Hebräerbriefes ermuntert uns: „Schaut auf Jesus. Er hat, der Sünde
wegen, das Kreuz auf sich genommen.“ Haben wir im Kampf gegen die
Sünde schon alles gegeben?
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202517Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Di
4
Fürbitten
Von Jesus strömt eine Kraft aus. Stellen wir uns mit unseren Anliegen in
diesen Strom und bitten:
✧ Für die Glieder der Kirche. Sende sie als geisterfüllte Zeugen in die Welt.
Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.
✧ Für die Sünder. Schenke Kraft, alle Last und Fesseln der Sünde abzu‑
werfen und führe zur wahren Freiheit.
✧ Für alle, die an einer chronischen oder unheilbaren Krankheit leiden.
Berühre sie und schenke Heil.
✧ Für Eltern, die ein Kind verloren haben. Nimm sie an die Hand und hilf
ihnen, weiter durchs Leben zu gehen.
✧ Für die Verstorbenen. Lass sie deine ewige Nähe erfahren.
Herr, deine Nähe verströmt Leben und Heilung. Dafür sei dir Dank, jetzt
und in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 422,1.3 (Ich steh vor dir mit leeren Händen)
Sanctus GL 190
Agnus Dei GL 207
Besinnung nach der Kommunion
Die Frau ist sich sicher: „Wenn ich auch nur sein Gewand berühre …“ Jesus,
wie gerne würde auch ich dir nahe sein, dein gütiges Lächeln sehen, dei‑
ne machtvolle Stimme hören, dich berühren. All das geht auf Erden nicht.
Stattdessen berührst du mich. Dein heiliger Leib berührt meine Hände,
meine Zunge, mein Innerstes. Berühre auch mein Herz und meinen Geist,
damit deine Liebe aus mir herausströmt und sich der Welt verschenkt.
Zur Danksagung GL 358,5–6 (Ich will dich lieben)
Wort auf den Weg
Wir durften uns in dieser Feier vom Herrn berühren lassen. So können wir
bestärkter nach Hause gehen als wir gekommen sind. Geben wir etwas
davon weiter, mit Gottes Segen.
Zur Sendung GL 552,1–3 (Herr, mach uns stark)
René Stockhausen
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202518Textdatei | Liedplan Kalendarium
Mi
5
G Agatha
L Hebr 12,4–7.11–15; Ev Mk 6,1b–6 (Lekt. V, 101)
Zur Eröffnung GL 547 (Du, Herr, hast sie für dich erwählt) –
auch zu singen nach GL 144
Einführung
Das Gleichnis von den sechs klugen und den sechs törichten Jungfrauen
mahnt zur Wachsamkeit, zu Geduld und Treue. Die heilige Agatha, deren
Gedenktag wir heute feiern, lebte im 3. Jahrhundert in Catania auf Sizilien.
Sie hatte sich als Jungfrau Gott geweiht und wurde somit zum Anstoß für
Männer, die meinten, über Frauen verfügen zu dürfen. Viele Qualen muss‑
te sie erdulden. Ihren Leib konnte man zwingen, aber ihr Wille blieb frei
und ihr Gottvertrauen ungebrochen. Ihr Martyrium wurde durch Christi
Hilfe zum Sieg. Ihre Peiniger sind vergessen, aber Agatha leuchtet bis in
unsere Tage mit der „Lampe ihrer Wachsamkeit“.
Kyrie-Rufe mit GL 156
Herr Jesus, du bist der Bräutigam deiner Kirche.
Du kommst zu einer Stunde, in der wir es nicht erwarten.
Du rufst zum Hochzeitsmahl des ewigen Lebens.
Tagesgebet Vom Tag (MB 627)
Allmächtiger Gott, du hast die heilige Agatha zur Jungfräulichkeit um
Christi willen berufen und ihr die Gnade des Martyriums geschenkt. Höre
auf ihre Fürsprache und hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren und dir
in Lauterkeit und Treue zu dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 103; GL 57,1.2 (VV. 1–2.13–14.17–18a)
Halleluja GL 174,3
Zu den Schriftlesungen
Die heilige Agatha teilte das Schicksal ihres Herrn. Denn auch an Jesus
nahmen die Menschen seiner Heimatstadt Anstoß, weil er nicht so war,
wie sie es von ihm erwartet hatten. Sie meinten ihn zu kennen, alles über
ihn zu wissen. – Auch wir stecken andere schnell in eine Schublade. Dabei
täten wir gut daran, nicht zu schnell mit dem Gegenüber „fertig“ zu sein.
Nur dann kann uns Neues und Größeres aufgehen. Nur dann können wir
etwas von Gottes Weisheit erfahren, die in Jesus Christus Mensch wurde.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202519Kalendarium
Mi
5
Fürbitten
Wenden wir uns Gott mit unseren Anliegen und Bitten zu:
✧ Für alle Gläubigen. Dass sie das prophetische Wort des Evangeliums in
die Welt hineinsprechen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Für die Menschen auf Sizilien, der Heimat der heiligen Agatha, die mit
großen ökonomischen und klimatischen Herausforderungen zu kämp‑
fen haben. Zeige ihnen Wege, die Schwierigkeiten zu meistern.
✧ Für alle Frauen, denen Gewalt angetan wird, die unterdrückt und aus‑
gebeutet werden. Lass sie Gerechtigkeit finden.
✧ Für alle Kranken und Sterbenden. Öffne ihnen die Tür zu Heilung und
ewigem Leben.
✧ Für die Verstorbenen. Führe sie durch diese Tür, hinter der du auf uns
alle wartest.
Auf die Fürsprache der heiligen Agatha bringen wir dir unsere Bitten. Wir
sagen dir aber auch Lob und Dank ein Leben lang.
Zur Gabenbereitung GL 474 (Wenn wir das Leben teilen)
Sanctus GL 200
Agnus Dei GL 203
Besinnung nach der Kommunion
Wir haben Kommunion gefeiert und daher Gemeinschaft mit Jesus Chris‑
tus gehabt. Die meisten von uns haben dies schon unzählige Male getan.
Wir wissen, wie es abläuft, wie es schmeckt, wir kennen das Gefühl.
Herr, schenke uns von neuem ein staunendes Herz, dass wir nicht nur
äußerlich, sondern ganzheitlich niederknien vor dem großen Geheimnis
deiner Gegenwart. Lass uns dich aus den Schubladen unserer Gewohn‑
heit herausholen und wieder neu entdecken als den Gott‑mit‑uns. Bis wir
dich einst ohne Schleier auf ewig schauen.
Zur Danksagung GL 403,1.3.6 (Nun danket all)
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202520Kalendarium
Mi
5
Wort auf den Weg
Die heilige Agatha hat in allen Nöten ausgeharrt und war standhaft.
„Ausharren“, „Standhaftigkeit“, das klingt veraltet, und doch müssen wir
auch heute unsere Prüfungen bestehen und wollen nicht an ihnen zerbre‑
chen. Das Zauberwort heute heißt „Resilienz“. Egal wie wir es nennen,
Gott gebe uns viel davon mit seinem Segen.
Zur Sendung GL 548,1.3 (Für alle Heilgen)
René Stockhausen
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202521Textdatei | Liedplan Kalendarium
Do
6
G Paul Miki und Gefährten
L Hebr 12,18–19.21–24; Ev Mk 6,7–13 (Lekt. V, 106)
Monatlicher Gebetstag um geistliche Berufungen. Leitwort: „Geht zu allen
Völkern!“ (Mt 28, 19). Intention: Für alle, die das Wort Gottes in fremde
Kulturen tragen.
Zur Eröffnung GL 461,1–2 (Mir nach, spricht Christus)
Einführung
Papst Franziskus hat einmal das Gebet als Sauerstoff des Lebens be‑
zeichnet. Heute am Donnerstag vor dem Herz‑Jesu‑Freitag begehen wir
in Deutschland den monatlichen Gebetstag für geistliche Berufe mit dem
Leitwort: „Geht zu allen Völkern!“ Die Tagesheiligen haben die christliche
Botschaft zur Zeit der Christenverfolgung in Japan mutig weitergetragen.
Der japanische Jesuit Paul Miki und 25 weitere Ordensleute aus anderen
Ländern erlitten 1597 den Märtyrertod. Spirituelle kraftvolle Menschen,
die die frohe Botschaft verkünden, brauchen wir auch heute. Beten wir in
diesem Gottesdienst besonders um geistliche Berufungen!
Kyrie-Rufe mit GL 155
Jesus Christus, du sendest Menschen aus als Boten und Botinnen Gottes.
Was uns unterwegs auch zustößt, du schenkst Mut und bist unser Halt.
Du bist die Hoffnung der Betrübten, Kranken und Armen.
Tagesgebet Vom Tag (MB 628)
Starker Gott, du bist die Kraft der Heiligen, du hast den heiligen Paul Miki
und seine Gefährten durch das Martyrium am Kreuz zur ewigen Herrlich‑
keit geführt. Hilf uns auf die Fürbitte dieser Heiligen, Christus, dem Ge‑
kreuzigten, nachzufolgen und ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen, der
in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewig‑
keit.
Antwortpsalm Ps 48; GL 401 mit VV. aus dem Lekt. im VI. Ton
Halleluja GL 454
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202522Kalendarium
Do
6
Zu den Schriftlesungen
Was heißt es, dass wir, die getauften Christen und Christinnen, zum Berg
Zion hinzugetreten sind? Die beschriebene prächtige Stadt auf dem Berg
weckt Freude, positive Gedanken. Es fühlt sich so an, als ob man sich in
dieser Stadt des lebendigen Gottes wohl fühlen würde. Ist mit diesem Ort
allein das himmlische Jerusalem mit tausenden in Feststimmung versam‑
melten Engeln gemeint? Wohl nicht nur, sondern diese Stadt symbolisiert
auch den Ort der Präsenz Gottes auf Erden. Sie ruft uns auf, als ihre Be‑
wohner und Bewohnerinnen das Reich Gottes schon anfangshaft hier und
im Jetzt zu errichten.
Die Aussendungsrede Jesu an die 12 Apostel gibt genaue Anweisungen
dazu. Missionierung – dieses Wort sollten wir angesichts der Gewalt und
Intoleranz im Rahmen der Mission nicht unreflektiert benutzen – Missi‑
onierung im Sinne Jesu heißt, ihm nachzufolgen, mit dem eigenen Leben
Zeugnis zu geben im Glauben an die göttliche Kraft der frohen Botschaft.
Auch heute noch gilt, dass dafür Flexibilität und Beweglichkeit, Freisein
von Besitzansprüchen, ein weites Herz für Arme und Kranke und tiefe
Menschlichkeit unabdingbar sind. Anders als es früher in der Kolonialzeit
der Fall war, muss christliche Verkündigung mit Respekt vor dem Anderen
und Achtung der Religionsfreiheit einhergehen.
Fürbitten
Zu Jesus Christus, der Boten des Reiches Gottes sendet, beten wir:
✧ Befreie die Menschen in armen Ländern von Bevormundung und ebne
ihnen Wege zu Gerechtigkeit und selbstbestimmter Lebensgestaltung.
Christus, du Weg zum Vater. Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Ermutige junge Menschen, die eine Berufung in sich spüren, sich auf
einen geistlichen Beruf einzulassen.
✧ Zeige den Gemeinden die belebende Kraft des Gebets und hilf allen, die
verstummt sind, wieder beten zu können.
✧ Lass alle Verstorbenen bei dir sein in der Stadt des lebendigen Gottes,
im himmlischen Jerusalem.
Jesus Christus, du lässt uns nach neuen Wegen suchen, deine frohe Bot‑
schaft zu verkünden. Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 378,1–3 (Brot, das die Hoffnung nährt)
Sanctus GL 199
Agnus Dei GL 208
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202523Kalendarium
Do
6
Zur Danksagung GL 479,1–3 (Eine große Stadt ersteht)
Wort auf den Weg
Der evangelische Theologe Eberhard Jüngel hat einmal gesagt: „Mission
ist der Herzschlag der Kirche.“ Vielleicht ein Wort auf den Weg für die‑
se Woche, über das wir uns eigene Gedanken machen? Passt es in unsere
Zeit? Kann ich persönlich etwas damit anfangen?
Zur Sendung GL 456,1–2.4 (Herr, du bist mein Leben)
Barbara Palm-Scheidgen
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202524Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Fr
7
Freitag der 4. Woche im Jahreskreis /
Herz-Jesu-Freitag
L Hebr 13,1–8; Ev Mk 6,14–29 (Lekt. V, 110)
Zur Eröffnung GL 371,3 (Herz Jesu, Gottes Opferbrand)
Einführung
Wer weiß schon noch, dass am ersten Freitag im Monat in der römisch‑ka‑
tholischen Spiritualität das heiligste Herz Jesu verehrt wird? Das Ein‑
gangslied lässt uns auch heute diese Spur neu aufnehmen. Das Herz Jesu
als Symbol der Liebe Gottes zu uns Menschen wird als Trost der ganzen
Welt besungen. Jesus hat Gottes Liebe in seinen Begegnungen mit Men‑
schen immer wieder sichtbar gemacht. Wenn wir seinem Beispiel folgen
und dem „Hass, dem bittren Leid“ in unserer Zeit Liebe entgegensetzen,
wird Gottes Reich unter uns konkret.
Kyrie-Rufe mit GL 157
Jesus Christus, du bist Licht vom Licht, aus Gott geboren.
Du bringst uns die Liebe des Trösters der Welt.
Dein Herz ist offen für alle, die Heilung brauchen.
Tagesgebet Zur Auswahl 31 (MB 316)
Ewiger Gott. Die Tage zerrinnen uns zwischen den Händen. Unser Leben
schwindet dahin. Du aber bleibst. Gestern und heute und morgen bist du
derselbe. Von Ewigkeit her kennst du uns. Unsere Zukunft liegt in deiner
Hand. Mach uns bereit für alles, was du mit uns tun wirst. Darum bitten
wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 27; GL 38,1.2 (VV. 1–2.5–6.10–11.14–15)
Halleluja GL 174,5
Zu den Schriftlesungen
Werte, die hochaktuell sind: Bruderliebe (heute würde man Nächsten‑
oder Menschenliebe sagen, um auch die andere Hälfte der Menschheit
zu berücksichtigen), Gastfreundschaft, Meiden von gemeinschaftsschä‑
digendem Verhalten. Der Hebräerbrief ruft zu einer Vielzahl praktischer
Verhaltensweisen im Alltag auf. Ein christusgemäßes Verhalten muss in
jeder Zeit neu definiert werden. Was zeichnet z.B. eine gastfreundliche
Gemeinde aus? Begegnen wir einander mit Wertschätzung und stärken
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202525Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Fr
7
und ermutigen uns? Sind auch diejenigen im Blick, die nicht zu den Privile‑
gierten gehören?
Es fällt schwer, die Grausamkeit der Erzählung im Evangelium über die
Enthauptung Johannes des Täufers zu ertragen. Auch die Rolle, die zwei
Frauen der Königsfamilie – Mutter Heródias und ihre schöne Tochter –
spielen, ruft Entsetzen hervor. König Herodes selbst wird als nicht völ‑
lig kaltherzig geschildert. Er scheint Johannes als gerechten und heiligen
Mann durchaus geschätzt zu haben. Doch er war zu schwach, um von
seinem leichtfertig seiner Stieftochter gegebenen Versprechen Abstand
zu nehmen. So musste Johannes, der ein Kritiker der Mächtigen war und
König Herodes öffentlich für seine unrechte Heirat mit der Frau seines
Bruders tadelte, sterben.
Fehlt uns nicht oft der Mut, zu unseren Überzeugungen zu stehen, auch
wenn wir Gegenwind erfahren? So wäre beispielsweise in unserer von
Fake News und Stammtischparolen geprägten Zeit oft mehr Zivilcourage
vonnöten. Unseren Kopf müssen wir dabei nicht riskieren, sondern nur für
Wahrheit und Gerechtigkeit einstehen.
Fürbitten
Jesus Christus ist die menschgewordene Liebe Gottes. Ihm wollen wir un‑
sere Anliegen und Bitten ans Herz legen: Erhöre uns, Christus. (Gl 181,3)
✧ Führe die Völker der Welt zu gegenseitigem Respekt und zum Frieden,
nach dem sich die meisten Menschen sehnen.
✧ Lass alle, die aus der Fremde kommen, und sich hier integrieren und
heimisch werden möchten, auf offene gastfreundliche Herzen stoßen.
✧ Segne die Menschen, die sich unermüdlich in den Dienst am Nächsten
stellen und hilf, dass sie sich dabei nicht überfordern.
✧ Bestärke alle, die mutig Unrecht beim Namen nennen und sich für
mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit einsetzen.
✧ Nimm die Verstorbenen auf in deine ewige Liebe und sei denen nahe,
die um sie trauern.
Du gewährst uns immer neu deine Liebe. Dir sei Lobpreis in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 425,1.4–5 (Solang es Menschen gibt)
Sanctus GL 194
Agnus Dei GL 139
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Fr
7
Besinnung nach der Kommunion
Antlitz
das entgegenschaut
aus der Ferne
von oben
himmlisch fremdartig
unfassbar anders
in der Wolke verhüllt
verborgen und geheimnisvoll
leuchtend
das entgegenblickt
nahebei von unten
direkt nebenan
als konkretes Gesicht
auf Augenhöhe
Du, mein Bruder
Du, meine Schwester
Zur Danksagung GL 358,1.5 (Ich will dich lieben)
Zur Sendung GL 458,1–4 (Selig seid ihr)
Barbara Palm-Scheidgen
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202527Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Sa
8
Samstag der 4. Woche im Jahreskreis /
g Josefine Bakhita
L Hebr 13,15–17.20–21; Ev Mk 6,30–34 (Lekt. V, 115)
Heute ist Internationaler Tag des Gebets und der Reflexion gegen den
Menschenhandel.
Zur Eröffnung GL 479,1–3 (Eine große Stadt ersteht)
Einführung
„Bakhita“ – „die Glückliche“, so wurde die gebürtige Sudanesin Josefine
von den Sklavenhändlern genannt. Das klingt wie Hohn. Erst später wur‑
de sie von einer Ordensoberin aus der Sklaverei befreit und fand für sich im
christlichen Glauben ihr Glück. – Der mit Josefine Bakhitas Gedenktag zu‑
sammenfallende „Internationale Tag des Gebets und der Reflexion gegen
den Menschenhandel“ erinnert an das Schicksal so vieler ausgebeuteter
Menschen und möchte ein Zeichen setzen für den gemeinsamen Einsatz
für die Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Zur Freiheit hat Gott
uns befreit, darum rufen wir ihn an in Christus, seinem Sohn:
Kyrie-Rufe mit GL 151
Du hast Menschen aus allen Nationen zu deinem Heiligtum heraufge‑
führt.
Du rufst alle Menschen in dein Gottesvolk.
Du bist der große Hirt, der sammelt. Du vereinst uns als deine Herde.
Tagesgebet Samstag der ersten Adventswoche (MB 9)
Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt, um die
Menschen aus der alten Knechtschaft zu erlösen. Schenke allen, die auf
deine Hilfe warten, die Freiheit des neuen Lebens. Darum bitten wir durch
ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Ein‑
heit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Antwortpsalm Ps 23; GL 37,1.2 (VV. 1–8)
Halleluja GL 174,5
Zu den Schriftlesungen
„Unterwegs für die Würde: Zuhören, Träumen, Handeln“ ist das Mot‑
to des diesjährigen Welttags. Menschen, denen jede Grundlage für ein
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202528Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
glückliches Leben genommen ist, soll wieder Raum für Träume geschaf‑
fen werden.
Und wir? – Weckt das Hören der Erfahrungen verschleppter Menschen
in uns nicht den Mut, den Traum von einer geeinten Menschheit zu träu‑
men und dafür einzustehen?
„Ich habe einen Traum“ wurde nicht zur Losung einer Freiheitsbewe‑
gung, weil Menschen aufhörten, zu träumen, sondern deswegen, weil sie
daran festhielten und begannen, ihre Träume mit Leben zu füllen. Gott
begleite uns auf diesem Weg von der alten Knechtschaft in die Freiheit
des neuen Lebens.
Lesung und Evangelium des heutigen Tages thematisieren die Verant‑
wortung derer, die ein kirchliches Amt bekleiden, und ihre Hirtensorge.
Paradigmatisch erzählt das Evangelium vom unermüdlichen Einsatz der
Apostel, die Jesus mit liebendem Herzen an einen Ort der Ruhe führt.
Dasselbe Mitleid bringt er dann auch der großen Menschenmenge entge‑
gen, die ihm bis in die Einöde folgt und er lehrt sie lange.
Die Botschaft Jesu fördert im Einzelnen die Bereitschaft zu arbeitsin‑
tensivem Einsatz, das ist einer der Leitgedanken, auf die die Schriftlesun‑
gen uns stoßen möchten. Damit der Dienst aber in Freude getan werden
kann, ist das gegenseitige Aufeinanderhören Voraussetzung. Auch der
Vorstehende einer Gemeinde gibt schließlich Rechenschaft für seinen
Dienst sowohl Gott als auch der ihm anvertrauten Herde.
Fürbitten
In der Freiheit der Kinder Gottes rufen wir zum Herrn:
✧ Lass alle Christen in ihren Mitmenschen deine geliebten Kinder erken‑
nen.
Gott, du dreifaltig einer: Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Stehe den Menschen in ihrem Einsatz gegen Ungerechtigkeit und Un‑
terdrückung bei und führe die Völker hin zu einem von echter Freiheit
bestimmtem Leben.
✧ Gib unserer zerrütteten Welt und Zeit neue Impulse für das Miteinan‑
der und Zueinander und hilf uns, alte Feindseligkeiten beiseite zu le‑
gen.
✧ Ermutige Pflegende und Erziehende, im Vertrauen zu wachsen und sich
den ihnen Anvertrauten zuzuwenden.
Im Glauben an deine Stärke, im Hoffen auf deine Güte und im Lieben
deiner Werke sagen wir dir Lob und Dank.
Sa
8
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202529Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Sa
8
Zur Gabenbereitung GL 360,1–3 (Macht weit die Pforten in der Welt)
Sanctus GL 127
Agnus Dei GL 139
Besinnung nach der Kommunion
Wort Jesu: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und
ruht ein wenig aus.“ – Wir sind jetzt bei dir, um bei dir auszuruhen, dein
Wort zu hören und mit neuer Kraft dir zu folgen.
Zur Danksagung GL 383,1–3 (Ich lobe meinen Gott)
Wort auf den Weg
Vom Mitleid Christi über die Schafe ohne Hirten inspiriert gehen wir von
dieser Feier in ehrlichem Mitfühlen mit den Menschen, die uns begegnen.
Und der Gott des Friedens mache uns tüchtig in allem Guten und er bewir‑
ke in uns, was ihm gefällt.
Zur Sendung GL 395,1–3 (Den Herren will ich loben)
Johanna Waldauf
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So
9
5. Sonntag im Jahreskreis
1. L Jes 6,1–2a.3–8; 2. L 1 Kor 15,1–11 (oder 15,3–8.11); Ev Lk 5,1–11 (Lekt. III/C, 272)
Zur Eröffnung GL 477,1 (Gott ruft sein Volk zusammen)
Einführung
Es gibt faszinierende Erzähler, die uns ganz in den Bann nehmen und al‑
les um uns vergessen lassen. Menschen, die es verstehen, die erzählte
Geschichte in uns selbst lebendig werden zu lassen. Gläubige sind Men‑
schen, die auf das Wort Gottes hören. Menschen, die um die eigenen Feh‑
ler wissen und deshalb so leben, dass sie alle Erlösung von Gott erwarten.
Davon berichten uns der Prophet Jesaja und der Apostel Paulus.
Am Beginn dieser Feier treten wir vor den Herrn hin und erkennen in ihm
den, der allein unseren Lebenshunger sättigen kann:
Kyrie-Rufe mit GL 156
Herr Jesus Christus, du rufst Menschen, dir zu folgen.
Du machst sie zu Boten deiner Frohen Botschaft.
Du sendest sie in alle Welt.
Gloria GL 167 (Dir Gott im Himmel)
Tagesgebet Vom Tag (MB 213)
Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung al‑
lein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr und schütze
uns. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 138; GL 649,5 mit VV. aus dem Lekt. im VII.
Ton
Halleluja GL 175,3
» Predigtanregung
Credo GL 180 (Credo in unum Deum) oder sprechen
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So
9
Fürbitten
Glaube berührt, wo Menschen Erfahrungen mit Gott machen, so rufen wir
in den Herausforderungen unserer Tage zu unserem Erlöser:
✧ Wir beten für alle, die, ohne es zu wissen, nach der Wahrheit des Wor‑
tes Gottes hungern: Lass sie die Kraft deiner Frohen Botschaft entde‑
cken.
Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Wir beten für alle, die du in deine Nachfolge gerufen hast. Lass sie nicht
müde werden, aus dem Reichtum des Glaubens zu schöpfen und davon
allen Menschen mitzuteilen.
✧ Wir beten für den Frieden in der Welt, besonders in der Ukraine und im
Nahen Osten.
✧ Wir beten für alle Opfer von Missbrauch. Schenke ihnen Helfer und Be‑
gleiter, die ein offenes Ohr für ihre Nöte haben.
✧ Wir beten für alle Verstorbenen. Nimm sie auf in deine Herrlichkeit und
tröste die Trauernden in der Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Du begleitest uns alle Tage unseres Lebens und willst uns einst in deine
Herrlichkeit führen. Dafür danken wir jetzt und in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 461 (Mir nach, spricht Christus)
Sanctus GL 106
Agnus Dei GL 107
Besinnung nach der Kommunion
Es gibt einen,
der die Grenzen meiner Welt kennt
und sie mit mir aufbricht,
dass ich frei leben kann.
Es gibt einen,
der um meine Schuld und Hinfälligkeit weiß
und sie mir nicht vorhält,
sondern Mut macht, sie zu überwinden.
Es gibt einen,
der mich kennt wie kein anderer,
der um meine tiefste und innerste Sehnsucht weiß
und mich den Weg meines Lebens führen möchte.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202532Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
So
9
Er ist es,
der mich führen kann,
wenn ich ihm vertraue
und vor ihm einfach so bin,
wie er mich schuf.
Zur Danksagung GL 451 (Komm, Herr, segne uns)
Wort auf den Weg
In der zweiten Lesung hat Paulus das älteste bekannte Credo zitiert:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist
begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der
Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. – So dürfen wir als Er‑
löste in diesen Tag und diese Woche gehen.
Zur Sendung GL 405,1–2 (Nun danket alle Gott)
oder
Mariengruß GL 530,1.4 (Maria, Mutter unsres Herrn)
Reinhard Röhrner
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202533Textdatei | Liedplan Kalendarium
Mo
10
G Scholastika
L Gen 1,1–19; Ev Mk 6,53–56 (Lekt. V, 120)
Zur Eröffnung GL 353 (Erhabene Dreifaltigkeit)
Einführung
„Gott, der allmächtig ist, tut mehr, was er liebt, als was er gebietet.“
– Diesen Kommentar Gregors des Großen können wir am heutigen Ge‑
denktag der heiligen Scholastika über das vertrauensvolle Gebet der
Heiligen setzen. Denn als ihr Bruder Benedikt sich mit einem Verweis auf
die Ordensregel auf den Weg zurück ins Kloster begeben wollte, hinderte
ein aufziehendes Unwetter ihn daran. Das Geschwisterpaar konnte sei‑
ne geistlichen Gespräche so ungehindert fortsetzen. Gott selbst setzte
durch Scholastikas Gebet und das Gewitter‑Ereignis die Ordensregel au‑
ßer Kraft, weil er eben mehr das tut, was er liebt, als das, was er gebietet.
Am Ende vermag immer derjenige mehr, der die größere Liebe hat.
Kyrie-Rufe mit GL 157
Herr Jesus Christus, du bist der Messias, der Gesalbte.
Du ziehst uns an dich und bringst uns zu uns selbst.
Deine Größe gründet im Göttlichen und Menschlichen.
Tagesgebet Vom Tag (MB 630)
Erhabener Gott, wir begehen das Gedächtnis der heiligen Jungfrau Scho‑
lastika. Lass uns nach ihrem Beispiel dir stets in aufrichtiger Liebe dienen
und gewähre uns in deiner Güte einst einen seligen Heimgang zu dir. Dar‑
um bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 104; GL 58,1.2 mit VV. aus dem Lekt. im VIII.
Ton
Halleluja GL 175,1
Zu den Schriftlesungen
Im Buch Hohelied ist die Rede von der Liebe, die wie ein Siegel an einer
Halskette oder als Ring am Finger getragen wird. Das ist nicht nur der
Wunsch junger Brautpaare, wenn sie sich das Eheversprechen geben: Was
am Tag der Hochzeit gegründet wird, mag das Paar an jedem weiteren Tag
begleiten.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202534Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium
Mo
10
Was geschehen kann, wenn Menschen von echter Liebe berührt und
angetrieben sind, sehen wir am Beispiel der heiligen Scholastika: Nicht
nur, dass Gott um ihretwillen dem Wetter gebot, sie fand am Ende ihres
Lebens Platz in der Grablege ihres Bruders im Kloster Montecassino. In
ihrer Gottessuche geeint, teilen sie nun sogar die letzte Ruhestatt mitein‑
ander. Gewissermaßen eine echte Begegnung auf Augenhöhe:
So kennt der vom Geist Gottes erfüllte Mensch nicht mehr die Regeln
der Unter‑ und Überstellung, sondern empfindet vor allem das eine:
Hochachtung und Respekt vor dem Eigentümlichen des anderen.
Fürbitten
Zu Gott, dem Guten und Allmächtigen, bringen wir unsere Bitten:
✧ Erfülle deine Gläubigen mit Neugier und Freude an den Ideen und Ta‑
lenten der anderen, damit sie voneinander lernen.
Gott, du Spender alles Guten: Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Schenke den christlichen Braut‑ und Ehepaaren Begegnungen auf Au‑
genhöhe, in denen ihnen die Einzigartigkeit des anderen aufleuchtet
und sie deren Bedeutung für ihr eigenes Leben erfahren können.
✧ Gib unserer Zeit gottbegeisterte Menschen wie Benedikt und
Scholastika, die als Grundpfeiler eines gläubigen Lebens den Men‑
schen im Hier und Jetzt dienen können.
✧ Nimm die Seelen der Sterbenden bei dir auf und befreie sie zu der
Leichtigkeit, mit der Scholastika ihre letzte Reise angetreten hat.
In dir ist alle Größe des Menschen begründet. Dich rühmen wir in Ewig‑
keit.
Zur Gabenbereitung GL 442,1–3 (Wo die Güte und die Liebe wohnt)
Sanctus GL 132
Agnus Dei GL 133
Besinnung nach der Kommunion
Wir haben den einen Leib des Herrn empfangen, so sind wir nicht nur ver‑
bunden im Geist, sondern auch eins in ihm. Das Gesetz des neuen Men‑
schen wirke in uns und lasse uns reich werden an guten Werken.
Zur Danksagung GL 416 (Was Gott tut, das ist wohlgetan)
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202535Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium
Mo
10
Wort auf den Weg
Wer liebt, überwindet Grenzen:
Grundlose Vorbehalte gegenüber anderen Menschen
und wirtschaftliche Nationalismen,
unbalancierten Umgang mit Ressourcen
und Gottvergessenheit.
Wer liebt, tritt in das Licht Gottes
und lässt seine Herrlichkeit mitten unter den Menschen wohnen.
Zur Sendung GL 547 (Du, Herr, hast sie für dich erwählt)
Johanna Waldauf
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202536Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Di
11
Dienstag der 5. Woche im Jahreskreis /
g Unsere Liebe Frau in Lourdes
L Gen 1,20 – 2,4a; Ev Mk 7,1–13 (Lekt. V, 125)
Heute ist Welttag der Kranken
Zur Eröffnung GL 531 (Sagt an, wer ist doch diese)
Einführung
Dass auch die bittere Medizin im Leben weiterhilft, darauf weist uns das
Gedenken an die Erscheinungen Mariens in der Grotte Massabielle in
Lourdes hin. Bernadette sollte nicht nur vom Wasser aus der Höhle trin‑
ken. Sie sollte auch von den bitteren Kräutern nehmen.
So viele nicht erklärbare Heilungen haben sich seit 1858 am Wall‑
fahrtsort in Lourdes ereignet. Dabei geht es nicht allein um das physische
Gesundwerden, sondern auch um ein neues Ergreifen des Glaubens, um
wieder sehen zu können. Heilung am Leib geschieht manchmal durch das
vorhergehende Einnehmen bitterer Medizin. Darauf dürfen wir vertrauen,
wenn wir uns am heutigen Tag der lieben Frau von Lourdes anvertrauen.
Kyrie-Rufe mit GL 154
Herr Jesus, du bist der Heiland der Welt und der Arzt für unsere Seele.
Du willst, dass niemand, der dir gegeben ist, verlorengeht.
In dir finden wir Leben und Frieden in Fülle.
Tagesgebet Vom Gedenktag (MB 630)
Barmherziger Gott, in unserer Schwachheit suchen wir bei dir Hilfe und
Schutz. Höre auf die Fürsprache der jungfräulichen Gottesmutter Maria,
die du vor der Erbschuld bewahrt hast, und heile uns von aller Krankheit
des Leibes und der Seele. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 8; GL 33,1.2 (VV. 3–4.5–6.7–8)
Halleluja GL 174,3
Zu den Schriftlesungen
Welche Antwort werden wir Gott einmal geben können auf die Frage, wie
wir mit der uns anvertrauten Schöpfung und wie wir mit den Mitmenschen
umgegangen sind? – Die Frage nach der Verantwortung des Menschen ist
eines der zentralen Themen der Schöpfungsgeschichte aus Genesis und
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202537Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Di
11
auch des Markus‑Evangeliums, wenn Jesus da auf die natürlichen Ver‑
pflichtungen gegenüber Vater und Mutter hinweist.
Der Mensch als Teil eines sensiblen Ökosystems und als soziales Wesen
kann sich nicht einfach aus der Verantwortung nehmen. Mit dem Herr‑
schaftsauftrag über die Erde verbunden ist zwangsläufig die Forderung,
mit dieser achtsam und in großer Sorge umzugehen. Ebenso verhält es
sich mit den Verpflichtungen der Generationen zueinander. Niemand lebt
nur für sich alleine. Jeder durchläuft die verschiedenen Altersstufen und
ist einmal mehr und einmal weniger auf Unterstützung angewiesen. Ent‑
sprechend müssen soziale Strukturen auch so gestaltet sein, dass sie in
jeder Phase der menschlichen Existenz dem Leben dienen.
Fürbitten
An der Seite Mariens sind wir nicht allein. Mit ihr gehen wir durch das Le‑
ben. Mit ihr stehen wir vor Gott. Auf ihre Fürsprache rufen wir zum Herrn:
✧ Mache unsere Familie zu Orten der Rücksichtnahme, des Gebetes und
der Gottesbegegnung.
Herr, erbarme dich der Welt.
✧ Ermutige alle Nationen darin, sich zu unterstützen beim Erhalt des
Ökosystems und in der Sorge um das Wohl aller Generationen.
✧ Stelle Kranken und Trauernden helfende Menschen an die Seite.
✧ Erfülle alle Sterbenden mit der Zuversicht, dass sie in dir ihren Erlöser
sehen werden.
Wer von den Wassern des Lebens trinkt, findet neues Leben. Wir preisen
dich für deine rettende Tat durch Christus, unsern Herrn.
Zur Gabenbereitung GL 421 (Mein Hirt ist Gott der Herr)
Sanctus GL 200
Agnus Dei GL 206
Besinnung nach der Kommunion
Ob mit gewaschenen oder ungewaschenen Händen – wir wollen vor al‑
lem mit einem echten Herzen vor Gott erscheinen, mit einem Herzen von
Fleisch und Blut. Der Herr nehme darin Wohnung und mache uns zum
Tempel seiner Herrlichkeit.
Zur Danksagung GL 424 (Wer nur den lieben Gott lässt walten)
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202538Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Di
11
Wort auf den Weg
Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild.
Dieses Abbild schuf er in Mann und Frau.
So sind die beiden einander gegeben, um die Erde zu bevölkern und in aller
Hinsicht fruchtbar zu sein.
Die beiden sind einander gegeben, damit auch keiner von ihnen alleine
steht – nicht in Tagen von Wohlergehen und Gesundheit und auch nicht
in Zeiten der Krankheit.
Mariengruß GL 524,1–5 (Meerstern, ich dich grüße)
Dominik Flür
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202539Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Mi
12
Mittwoch der 5. Woche im Jahreskreis
L Gen 2,4b–9.15–17; Ev Mk 7,14–23 (Lekt. V, 130)
Zur Eröffnung GL 409 (Singt dem Herrn ein neues Lied)
Einführung
Das Paradies, in das Gott den Menschen hineinsetzt, hat bereits von An‑
fang an einen Haken, zumindest für den Menschen: Von allen Bäumen
darf er essen, nur von einem nicht, vom Baum der Erkenntnis. Erkenntnis
ist mehr als bloßes Wissen. Erkenntnis zu haben, lässt in weite Sphären
hineinschauen. Gott sanktioniert das Essen von diesem Baum mit dem
Tod, vielleicht um den Menschen zu schützen, wie die Mutter, die ihr Kind
vor einer heißen Herdplatte warnt.
Kyrie-Rufe mit GL 155
Herr, Jesus Christus, du liebst die Menschen trotz ihrer Schwächen.
Du rufst uns alle zur Besinnung und Umkehr.
Du verkündest uns Heil und Erlösung.
Tagesgebet Zur Auswahl 10 (MB 308)
Heiliger Gott. Du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen. Du befä‑
higst uns schon in dieser Welt zu einem neuen Leben. Vergib uns, wenn
wir dennoch immer wieder versagen. Sende uns deinen Geist und lass uns
erfahren, dass du die Herzen der Menschen verwandelst. Darum bitten
wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 104; GL 58,1 mit VV. aus dem Lekt. im VIII. Ton
Halleluja GL 176,1
Zu den Schriftlesungen
Jesus nimmt die Rolle des Lehrers an. Dabei geht es ihm nicht um die un‑
zähligen Gebote und Verbote der jüdischen Tradition. Er gibt den Zuhören‑
den ein Lehrstück über die Begriffe „Rein“ und „Unrein“ zum Besten. Nur:
Jesus lässt die Leute ziemlich allein mit diesen rätselhaften Worten. Wir
erfahren nicht, ob sich daraus ein Gespräch, eine Diskussion entwickelt
oder nicht. Erst als Jesus mit seinen Jüngern alleine ist, fragen sie nach.
Ziemlich vorwurfsvoll beginnt Jesus seine Ausführungen mit den Worten:
„Begreift auch ihr nicht?“ Wer jetzt eine philosophisch‑theologische Ant‑
wort erwartet, wird eines Besseren belehrt. Die menschliche Verdauung
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202540Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Mi
12
nimmt Jesus, ganz menschlich, als Beispiel. Jesu offenes Verständnis der
Welt und der Hinwendung zur Natürlichkeit der Schöpfung steht im kras‑
sen Widerspruch zu den kultischen Reinheitsvorschriften seiner Religion,
die bestimmte Speisen, Tiere und natürliche Vorgänge und manche Be‑
rührungen zum Tabu erklären. Für die Urkirche wird diese Haltung Jesu
noch wichtig werden und ist es für uns bis heute. Von diesen äußeren
Dingen wendet sich Jesus aber dann zu den inneren, moralisch‑spiritu‑
ellen Aspekten von „Rein und Unrein“. Er kennt seine Mitmenschen nur
zu gut und weiß genau, wie leicht schlechte und lasterhafte Gedanken in
Kopf und Herz aufkeimen. Die Menschen wissen ebenfalls darum, seit sie
die Erkenntnis von Gut und Böse erlangt haben. Jesus hält ihnen zwölf
Sünden vor, wie einen Spiegel ihrer selbst, um an das Gewissen zu appel‑
lieren, das eigene Leben immer wieder zu überdenken und Korrekturen
anzubringen, wo dies nötig ist. Als Ort dieser Erkenntnis nennt Jesus das
Herz, die moralisch‑spirituelle und emotionale Mitte und hofft wohl, mit
seinem Lehrstück das Gewissen eines jeden Menschen, der diese Worte
hört und in sich bewegt, zu schärfen und zu formen.
Fürbitten
Jesus Christus will unsere Erlösung. So bitten wir voller Vertrauen:
✧ Für die Kirche Gottes, dass sie ihr Reden und Handeln nach dem Auf‑
trag Jesu ausrichtet.
Jesus Christus, unser Bruder und Freund: Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Für alle Frauen und Männer, die besondere Verantwortung tragen in
Politik und Gesellschaft, dass sie für Friede und Gerechtigkeit eintre‑
ten.
✧ Für alle Menschen, die sich in kleinen oder großen Nöten befinden,
für die Kranken und Sterbenden, die Hungernden und die, die auf der
Flucht sind, dass sie Liebe und Barmherzigkeit erfahren.
✧ Für alle, die sich in Schuld und Sünde verstrickt haben, dass sie Mut
finden, sich auf den Weg der inneren Umkehr zu machen.
✧ Für alle, von denen wir Abschied nehmen mussten, im Leben und im
Tod, und die wir mit großem Schmerz vermissen.
Herr Jesus Christus, du bist unsere Zukunft, auf die wir vertrauen. Dir dan‑
ken wir in Zeit und Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 428,1–3 (Herr, dir ist nichts verborgen)
Sanctus GL 196
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Mi
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Agnus Dei GL 202
Besinnung nach der Kommunion
Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch –
betrifft das mich?
Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung –
mich doch nicht!
Neid, Verleumdung, Hochmut, Unvernunft –
wohl eher! – Oder?
Ich blicke in mich und staune
über den rätselhaften Drang zum Unguten,
die Neigung zum Verwerflichen.
Ich spüre den Pessimismus in den Worten Jesu.
Nimm mich an die Hand, mein Herr und mein Gott!
Führe mich aus den Untiefen meines Herzens,
zu guten Gedanken, Worten und Taten.
Nimm mich an die Hand, mein Herr und mein Gott!
Damit ich ändere, was zu ändern ist.
Damit ich erkenne, wo ich Fehler gemacht habe.
Nimm mich an die Hand, mein Herr und mein Gott!
Damit ich aus meinem Herzen keine Mördergrube mache,
sondern einen Ort der Liebe und Zuwendung,
damit Leben in Fülle spürbar wird für mich und die Anderen.
Zur Danksagung GL 385 (Nun saget Dank und lobt den Herren)
Wort auf den Weg
Bedenken wir immer wieder in unserem Herzen, wie unser Reden und Tun
dem Auftrag Jesu gerecht werden kann. So erhalten wir Leben in Fülle.
Zur Sendung GL 452 (Der Herr wird dich mit seiner Güte)
Alexander Wischniewski
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Donnerstag der 5. Woche im Jahreskreis
L Gen 2,18–25; Ev Mk 7,24–30 (Lekt. V, 135)
Zur Eröffnung GL 467,1.5–6 (Erfreue dich, Himmel)
Einführung
Wir hören in der heutigen Lesung, wie Gott dem neugeschaffenen Men‑
schen ein Gegenüber, ein DU schenkt. Es ist nicht gut, wenn der Mensch
alleine ist, hören wir ihn sagen. Dann werden wir vom Evangelisten Mar‑
kus hineingenommen in einen kurzen Disput Jesu und einer heidnischen
Frau, die Angst um das Seelenheil ihrer Tochter hat. Beide, Jesus und die
Frau, gehen aus diesem Gespräch verändert hervor: Jesu Blick auf die
Menschen weitet sich und die Frau erhält, um was sie bittet. Bitten auch
wir und erhoffen Gottes Erbarmen:
Kyrie-Rufe mit GL 152
Jesus Christus, dein Wort ist uns Licht und Wahrheit.
Deine Botschaft berührt unser Herz.
Du sprichst mit den Menschen und bist ihnen nahe.
Tagesgebet Donnerstag der 2. Woche (MB 286)
Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei den Men‑
schen zu wohnen. Gib uns ein neues und reines Herz, das bereit ist, dich
aufzunehmen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 128; GL 31,1 mit GL 71,2 (VV. 1–6)
Halleluja GL 174,3
Zu den Schriftlesungen
Jesus ist auf dem Weg. Er verlässt das vertraute Galiläa und geht in das
Gebiet der Stadt Tyrus hoch im Norden Israels. Hier spielt sich die Episode
des heutigen Evangeliums ab. Diese Erzählung von der Frau aus Syrophö‑
nizien irritiert und ist auf den ersten Blick ziemlich sperrig. Jesus begegnet
uns hier abweisend, ja unbarmherzig im Umgang mit dieser Frau. Sie ist
keine Jüdin, sondern Griechin und damit Heidin, Ungläubige. Dieser Um‑
stand ist ihr sicherlich bekannt, und trotzdem sucht sie die Nähe Jesu und
folgt ihm sogar in ein fremdes Haus. Die dringliche Bitte, ihre Tochter von
einem unreinen Geist zu befreien, lehnt er mit brüskierenden Worten ab.
Do
13
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Do
13
Und noch mehr: Zu einem ungeheuren Vergleich lässt sich Jesus hinrei‑
ßen. Hunde galten und gelten im Judentum als unreine Tiere. Allerdings
macht Jesus die Rechnung ohne die Frau. Sie kontert schlagfertig und
dreht ihm sozusagen das eigene Wort im Mund herum. Jesus muss sich in
diesem erstaunlichen Wortwechsel geschlagen geben und erfüllt die Bitte
der Frau nach Heilung und Befreiung ihrer Tochter. Was war passiert? Die
Syrophönizierin argumentiert, dass alle, die unter einem Dach leben (ver‑
gessen wir nicht: die Geschichte spielt in einem Haus!), in Beziehung zuei‑
nander stehen und nicht in Konkurrenz treten sollten. Wenn das gelingt,
ist das Reich Gottes auf Erden gegenwärtig. Dann ist Heil und Heilung in
der Welt. Sie trifft mit ihren Worten Jesus mitten ins Herz. Denn sie sind
ganz seine Botschaft: das Reich Gottes auf Erden gegenwärtig werden zu
lassen. Die Heidin, die scheinbar Ungläubige, hat es verstanden und si‑
cher damit erreicht, dass Jesus seine Botschaft über die Grenzen Israels
verkündet wissen möchte.
Fürbitten
Gott sandte Jesus auf seinen Weg zu allen Menschen. Voller Vertrauen
beten und bitten wir in den Anliegen unserer Zeit:
✧ Die Kirche ist beauftragt, deine frohe Botschaft in die Welt zu tragen:
Wir bitten um gute Verkünderinnen und Verkünder deines Wortes.
Gott, guter Vater und liebende Mutter: Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Staat und Gesellschaft sind beauftragt, die Geschicke der Welt zu len‑
ken: Wir bitten um Männer und Frauen, die ihre politische Verantwor‑
tung nutzen, um Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen.
✧ Wir alle sind beauftragt, deine barmherzige Liebe den Geschöpfen die‑
ser Welt nahezubringen: Wir bitten um Menschen, die sich in Wort und
Tat für die Nächsten einsetzen, um Not und Leid zu lindern.
✧ Jede Gemeinde ist beauftragt, deine Gegenwart in der Welt aufschei‑
nen zu lassen: Wir bitten um Ehrenamtliche, die sich von deinem Geist
rufen lassen und ihre Talente einsetzen.
Ewiger Gott, dein Reich ist in Jesus Christus spürbare Wirklichkeit gewor‑
den. Im Heiligen Geist preisen wir deine Güte – heute und in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 183 (Dir Vater Lobpreis werde)
Sanctus GL 132
Agnus Dei GL 204
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Do
13
Besinnung nach der Kommunion
Weit hinaus in die Welt
soll Jesu Botschaft dringen –
die Botschaft von der
Menschenfreundlichkeit
des ewigen Gottes,
der seine Geschöpfe liebt,
sie annimmt,
sie tröstet,
sie beschenkt
mit Heil,
mit Segen,
mit Leben in Fülle.
Weit hinaus in die Welt
über alle von Menschen
gemachten Grenzen hinweg.
Zur Danksagung GL 551 (Nun singt ein neues Lied dem Herren)
Wort auf den Weg
Jesus überwindet durch die Begegnung mit der beharrlichen Frau seine ei‑
genen menschlichen Grenzen. Wann überwinden wir Grenzen, die wir uns
selbst gezogen haben und die uns einengen?
Mariengruß GL 526 (Alle Tage sing und sage)
Alexander Wischniewski
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Fr
14
F Cyrill und Methodius
L Apg 13,46–49; Ev Lk 10,1–9 (Lekt. V, 564)
Zur Eröffnung GL 547 (Du, Herr, hast sie für dich erwählt)
Einführung
Patrone Europas werden die Tagesheiligen Cyrill und Methodius genannt.
Die beiden Brüder verließen ihre Heimat Thessaloniki – im heutigen Grie‑
chenland – um die Liebe, die sie ergriffen hatte, weiterzutragen. Vor allem
in den slawischen Ländern konnte sich durch ihren Verdienst christliches
Leben entwickeln. An ihrem Fest richten wir unser Herz auf Christus hin –
auf sein Wort und seine Liebe – wenn wir rufen:
Kyrie-Rufe mit GL 155
Herr Jesus Christus, du willst uns mit deiner Liebe begegnen.
Dein Geist befähigt uns zum Handeln.
Du bist hier und jetzt bei uns.
Gloria GL 172 (Gott in der Höh)
Tagesgebet Vom Tag (MB 631)
Gott, du Heil aller Menschen, du hast durch die Brüder Cyrill und
Methodius den slawischen Völkern das Licht deiner Wahrheit geschenkt.
Gib, dass wir deine Lehre mit bereitem Herzen aufnehmen und zu einem
Volk werden, das im wahren Glauben und im rechten Bekenntnis geeint
ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 117; GL 454 mit GL 65,2 (VV. 1–2)
Halleluja GL 174,8
Zu den Schriftlesungen
In der Lesung aus der Apostelgeschichte hören wir heute prägnant, wen
die Botschaft Jesu angeht: Das sind all jene, die bereit sind, sich auf das
Reich Gottes einzulassen. Das muss nicht immer zuerst die Glaubens‑Eli‑
te sein, und jene, die Gott schon „perfekt“ kennen. Nein, unser Gott will
mit allen Menschen in Beziehung treten. Diese Botschaft trugen auch
Cyrill und Methodius durch unsere Welt.
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Fr
14
Fürbitten
Jesus spricht: „Das Reich Gottes ist bereits angebrochen.“ Im Bewusst‑
sein, dass wir Mitarbeitende an diesem Reich sind, bitten wir ihn:
✧ Wir bitten für Europa und alle Länder dieser Erde: Erhalte den Frieden
und sende deinen Geist der Liebe dorthin, wo Hass und Streit herrschen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Wir bitten für jene, von deren Entscheidungen das Leben anderer Men‑
schen abhängt: Sende ihnen deinen Geist der Weisheit.
✧ Wir bitten dich für alle, die physische und psychische Not leiden: Sende
deinen Geist der Stärkung und richte die Leidenden in ihren Gebrechen
auf.
✧ Wir bitten dich für unsere Gemeinde N.: Sende uns deinen Geist der
Einheit und den Mut, voll Zuversicht in die Zukunft zu gehen.
✧ Wir bitten dich für alle unsere Verstorbenen, die wir deiner Liebe an‑
empfehlen: Nimm ihren Geist auf in dein ewiges Reich.
Um das Ausgesprochene und das Unausgesprochene bitten wir dich. Dein
Reich wächst schon hier in dieser Welt heute und in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)
Sanctus GL 193
Agnus Dei GL 204
Besinnung nach der Kommunion
„Das Reich Gottes ist euch nahe!“
Wo ist mir das Reich Gottes nahe?
Dort, wo große Reden geschwungen werden,
wo Macht demonstriert wird,
wo Reichsgrenzen markiert sind
und die Zuspätkommenden draußen stehen bleiben?
Dort, wo es einschlägt wie ein Komet, dort wo alle rufen:
„Ja, jetzt ist es endlich soweit!“
Es grenzt an eine Verrücktheit, von einem Königreich als einem Senfkorn
zu sprechen, das das kleinste unter allen Samenkörnern ist.
Werden wir nicht graue Haare haben, bis wir von den Früchten dieses
Korns essen können? Wer hat diese Zeit heute noch?
Und doch, das Samenkorn wächst.
Durch jeden, der es gießt, der es von Unkraut befreit, der es auch einmal
düngt – und durch den, der ihm und uns das Licht schenkt.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202547Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium
Fr
14
Zur Danksagung GL 461 (Mir nach, spricht Christus)
Wort auf den Weg
„Cyrill und Methodius sind gleichsam die Verbindungsringe, eine geisti‑
ge Brücke zwischen der östlichen und der westlichenTradition, die beide
in der einen großen Tradition der universalen Kirche zusammenfließen.
Sie sind für uns Beispiele und zugleich Fürsprecher in den ökumenischen
Anstrengungen der Schwesterkirchen des Ostens und des Westens, um
durch Dialog und Gebet die sichtbare Einheit in der vollkommenen und
umfassenden Einheit wiederzufinden.“ (Johannes Paul II.)
Zur Sendung GL 456 (Herr, du bist mein Leben)
oder
Mariengruß GL 536 (Gegrüßet seist du, Königin)
Matthias Gassner/Red.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202548Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Sa
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Samstag der 5. Woche im Jahreskreis
L Gen 3,9–24; Ev Mk 8,1–10 (Lekt. V, 143)
Zur Eröffnung GL 142 (Zu dir, o Gott, erheben wir)
Einführung
„Geh mir aus dem Blick und lass mich in Frieden!“ – „Ich will mit dir und
deinen Geschäften nichts zu tun haben!“ Solche Aussagen kennen wir
alle. Vielleicht wurden sie uns selbst gesagt oder wir haben sie in man‑
chen brenzligen Situationen schon über Andere gesagt. Unser Gott hätte
im heutigen Lesungstext allen Grund, genauso zu reagieren. Und doch:
Als es brenzlig wurde für Adam und Eva, kündigt er nicht das Ende an.
Nein, er spricht: „Wo bist du, Adam?“ – „Wo bist du, Mensch?“ Hören wir
auf sein Rufen zu Adam – zum Erdling – zum Menschen. Hören wir auf
ihn, wenn wir seinen Sohn jetzt in unserer Mitte grüßen und uns in sein
Da‑Sein stellen.
Kyrie-Rufe GL 161 (Du rufst uns, Herr, trotz unsrer Schuld)
oder
Herr Jesus Christus, du bist die menschgewordene Liebe des Vaters.
Dich loben wir mit allen Heiligen und Seligen.
Du rufst zur Umkehr und zeigst uns den Weg mit dir und zu dir.
Tagesgebet Zur Auswahl 22 (MB 313)
Verborgener Gott. Du lässt uns Menschen gewähren, du wartest und
greifst nicht ein. Du gibst uns Zeit, du öffnest uns Wege, du redest zu uns
in Langmut und Liebe. Wir danken dir für deine Geduld. Bring uns heute
zur Besinnung. Mach uns offen für dich. Lass die ganze verlorene Mensch‑
heit hinfinden zu dir. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 90; GL 50,1.2 (VV. 1–6.13–14)
Halleluja GL 176,2
Zu den Schriftlesungen
Der heutige Lesungstext zeigt uns das innerste Wesen unseres Gottes.
Es wird sichtbar, was der Prophet Ezechiel ca. 600 v. Chr. schrieb: „Gott
spricht: So wahr ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tod des Schuldigen,
sondern daran, dass er auf seinem Weg umkehrt und am Leben bleibt.“
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202549Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Sa
15
Gott gibt uns eine zweite Chance. Nur bei einer zweiten Chance bleibt es
aber nicht. Blicken wir auf den allbekannten Evangelientext der wunder‑
baren Brotvermehrung, so kann man erkennen, wie weit Gott noch geht.
Aus Mitleid ließ Jesus für die hungrigen Menschen Brot und Fisch holen.
Sieben Körbe von dem Brot blieben übrig, nachdem viertausend sich da‑
ran labten. Gott gibt nicht nur den Neubeginn, sondern aus Erbarmen –
aus seiner übergroßen Liebe – verschwendet er sich für den Menschen.
Fürbitten
Zu Gott, unserem Schöpfer, der sich in seiner Liebe selbst verschwendet,
dringe unser Gebet, indem wir rufen:
✧ Gott, du hast den Menschen mit Freiheit beschenkt. Hilf der Mensch‑
heit, mit dieser Freiheit verantwortungsvoll umzugehen.
Gott, unser Schöpfer: Erhöre unser Gebet.
✧ Männlich und weiblich erschufst du die Menschen. Segne und begleite
alle Menschen, die in Ehe, Familie und Beziehung miteinander auf dem
Weg sind.
✧ Gott, als Krone der Schöpfung hast du die Menschen mit Verantwor‑
tung betraut. Sende allen deinen Geist der Weisheit, die durch ihre Ent‑
scheidungen das Geschehen der Menschheit und der Umwelt lenken.
✧ Wo Freiheit und Würde missbraucht werden, herrscht Ungerechtigkeit
und Unterdrückung. Sei allen nahe, die in Not sind und leiden.
✧ Gott, aus dem Staub hast du den Menschen geformt und zum Staub
kehrt er zurück. Nimm alle unsere Verstorbenen auf, denen niemand
mehr helfen kann außer du allein und führe sie heim in deine niemals
endende Liebe.
Du Ursprung des Lebens und der Liebe erhörst unsere Bitten. Lob, Dank
und Ehre sagen wir dir alle Tage unseres Lebens.
Zur Gabenbereitung GL 186 (Was uns die Erde Gutes spendet)
Sanctus GL 197
Agnus Dei GL 206
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Sa
15
Besinnung nach der Kommunion
Du in allem, was mich umgibt, in Wind und Wasser,
in allen Pflanzen und Tieren.
Gott Vater, von dir kommt alles Leben.
Du in jedem Menschen, dem ich begegne,
in jedem, dem ich nahe bin.
Gott Sohn, du bist unser Bruder.
Du in meinem Erkennen und Tun,
in meinem Denken und Fühlen.
Gott Heiliger Geist, du machst uns zur Liebe fähig.
Wir beten dich an, allmächtiger großer Gott,
im Vater
und Sohn
und Heiligen Geist.
Du, Gott, mein Leben in mir.
(nach Herrad Spielhofer)
Zur Danksagung GL 505 (Wir sind nur Gast auf Erden)
Wort auf den Weg
Die ganze Schöpfung ruft aus: Gott hat uns erschaffen.
Fragend schaute ich aufmerksam hin,
und die Antwort war ihre Schönheit.
(nach Augustinus)
Zur Sendung GL 469 (Der Erde Schöpfer und ihr Herr)
oder
Mariengruß GL 525 (Freu dich, du Himmelskönigin)
Matthias Gassner
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So
16
6. Sonntag im Jahreskreis
1. L Jer 17,5–8; 2. L 1 Kor 15,12.16–20; Ev Lk 6,17–18a.20–26 (Lekt. III/C, 277)
Zur Eröffnung GL 329,1–3 (Das ist der Tag, den Gott gemacht)
oder GL 103 (Dieser Tag ist Christus eigen)
Einführung
Es ist Sonntag. Tag der Feier der Auferstehung unseres Herrn. Uns erfüllt,
wie den Apostel Paulus, von dem wir heute hören, die Hoffnung auf ein
Leben nach dem Leben. Im ersten Korintherbrief beschreibt der Apos‑
tel unsere letztgültige Hoffnung. Sie gründet in der Auferweckung Jesu
Christi von den Toten. In dieser Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod
rufen wir ihn, unseren Herrn, in unsere Mitte:
Kyrie-Rufe GL 163,8 oder
Herr Jesus Christus, auferstanden von den Toten.
Du rufst auch uns zum neuen Leben mit dir.
Deine Jünger leben im Angesicht der Verheißung.
Gloria GL 169 (Gloria, Ehre sei Gott)
Tagesgebet Vom Tag (MB 214)
Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei den Men‑
schen zu wohnen. Gib uns ein reines Herz, das bereit ist, dich aufzuneh‑
men. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 1; GL 31,1.2 (VV. 1–6.8)
Halleluja GL 174,4
» Predigtanregung
Credo GL 177,1.2 (Credo in unum Deum)
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So
16
Fürbitten
Im Glauben an die Auferstehung miteinander verbunden, beten wir aus
ganzem Herzen in den Sorgen und Nöten dieser Welt:
✧ Dass die Kirchen aus Spaltung und Trennung zu einem neuen Mitein‑
ander finden und so die Botschaft Christi glaubwürdig verkünden kön‑
nen.
Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.
✧ Dass im Ringen um die richtigen politischen Entscheidungen das Wohl
der Gemeinschaft und das Miteinander im Vordergrund stehen.
✧ Dass Menschen, die benachteiligt sind, auf Respekt stoßen.
✧ Dass unsere verstorbenen Verwandten und Freunde und jene, an die
niemand mehr denkt, bei dir Heimat und Geborgenheit finden.
Vater im Himmel, du hast Christus aus dem Grabe auferweckt und uns
allen damit eine neue Hoffnung geschenkt. Dir sei Lobpreis durch deinen
Sohn in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 474,1–3 (Wenn wir das Leben teilen)
Sanctus GL 199
Agnus Dei GL 202
Besinnung nach der Kommunion
Denk daran – auch deine Tage sind endlich … Schenk jedem Tag die Chan‑
ce, dass dich das Geheimnis des HEUTE berühren kann.
Zur Danksagung GL 440,1–3 (Hilf, Herr meines Lebens)
Wort auf den Weg
Dankbarkeit setzt ein Innehalten voraus. Erst wenn wir uns auf eine Bank
setzen und ruhig werden und auf das hektische Dasein einmal gelassen
und distanziert hinunterschauen, wenn alles etwas zurücktritt und wir zu
einem ruhigeren Rhythmus unseres Herzens kommen, dann kann es sein,
dass auf einmal die Dankbarkeit neben uns auf der Bank sitzt wie eine
stille, vornehme Frau mit einer großen, verwandelnden Ausstrahlung. Für
den nachdenklichen Menschen zeigen Dinge, Ereignisse, Begegnungen
und Erinnerungen plötzlich eine neue, bislang vergessene Seite. Es ist fast
so ähnlich, wie wenn über eine Landschaft ein zauberhafter Lichteinfall
kommt, weil die Sonne durchbricht. (nach Bischof Reinhold Stecher)
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So
16
Zur Sendung GL 335 (Das ist der Tag) oder GL 361,1–3 (Mein
schönste Zier)
oder
Mariengruß GL 525,1.3 (Freu dich, du Himmelskönigin)
Josef Mayer/Red.
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Mo
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Montag der 6. Woche im Jahreskreis /
g Sieben Gründer des Servitenordens
L Gen 4,1–15.25; Ev Mk 8,11–13 (Lekt. V, 149)
Zur Eröffnung GL 393 (Nun lobet Gott im hohen Thron)
Einführung
Neid kann einen Menschen innerlich zerfressen. Wir vergleichen uns mit
anderen Menschen, die mehr Geld verdienen oder die vermeintlich vom
Schicksal begünstigter sind als wir. Dabei vergessen wir, dass auch wir
geliebte Kinder Gottes sind, mit all unserem Können und Unvermögen,
mit unseren eigenen Talenten. – Die Kirche gedenkt heute der sieben
Kaufleute, die den Servitenorden gründeten. Geprägt von der mariani‑
schen Spiritualität einer Laiengruppierung in Florenz, reifte in ihnen der
Entschluss, sich 1233 zur „Gemeinschaft der Schmerzensmutter“ zusam‑
menzuschließen und ein Leben in Armut, Buße und Gebet zu führen.
Kyrie-Rufe mit GL 151
Herr Jesus Christus, du Sohn der Jungfrau Maria.
Du Freund der Armen und Bedrückten.
Du unser Heiland und Erlöser.
Tagesgebet Zur Auswahl 26 (MB 314)
Barmherziger Gott. Du nimmst die Sünde ernst, aber du lässt uns die Mög‑
lichkeit zur Umkehr. Du verurteilst unsere Verfehlungen, aber du lädst uns
ein zu einem neuen Anfang. Wir danken dir, dass du barmherzig bist. Gib
uns den Mut umzukehren. Gib uns die Kraft, neu anzufangen. Darum bit‑
ten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 50; GL 53,1 mit VV. aus dem Lekt. im VI. Ton
Halleluja GL 174,7
Zu den Schriftlesungen
Es wird immer Dinge geben, die wir besser können, und solche, die wir
weniger gut oder gar nicht können. Und dann ist da noch das teure Auto
des Nachbarn, dem gegenüber mein alter Kleinwagen dasteht wie eine
Schrottkiste, oder mein Arbeitskollege, der es schafft, dreimal im Jahr in
den Urlaub zu fahren, währenddessen ich mich mit einer einfachen Rad‑
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Mo
17
tour begnügen muss. Wir merken schon, dass uns allen der Neid zumin‑
dest kein unbekanntes Gefühl ist.
Wie lässt sich dem entgegensteuern? Gar nicht so einfach! Aber ein paar
Überlegungen können uns schon ein wenig heraushelfen aus dieser Mise‑
re: Jeder Mensch ist Gottes geliebtes Kind, und er liebt alle gleich, seiner
Liebe dürfen wir immer sicher sein. Und noch ein Zweites: Jede/r von uns
hat ein unverwechselbares Charisma, sein Talent, von Gott geschenkt, ist
unendlich wertvoll, weil ganz einmalig – genau dich gibt es nur ein einzi‑
ges Mal auf dieser Welt. Jede/r ist ein Unikat, unverwechselbar. Also steh
zu dir, du geliebtes Menschenkind, denn Gott steht – auf alle Fälle – an
deiner Seite!
Fürbitten
Voll Vertrauen wenden wir uns an Jesus Christus und bitten:
✧ Menschen, die schwere Schuld auf sich geladen haben, sehnen sich
nach Vergebung. Komm du ihnen mit deiner Liebe entgegen.
Herr, erbarme dich.
✧ Der Neid kann Menschen innerlich zerfressen. Lass sie entdecken,
dass sie selbst unschätzbar wertvoll sind.
✧ Trauernde versinken oft in Mutlosigkeit, isolieren sich und fühlen sich
dann mit ihrer Trauer allein gelassen. Führe sie mit Menschen zusam‑
men, die ihnen Trost und Stütze sind.
✧ Unsere Verstorbenen dürfen jetzt bei dir leben. Schenke ihnen allen die
ewige Heimat bei dir.
Herr Jesus Christus, du bist unsere Hoffnung und stehst treu an unserer
Seite. Dafür danken wir dir heute und in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 186 (Was uns die Erde Gutes spendet)
Sanctus GL 193
Agnus Dei GL 206
Zur Danksagung GL 382 (Ein Danklied sei dem Herrn)
Wort auf den Weg
Es liegt ein Segen darin, zufrieden zu sein mit dem, was man hat.
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Mo
17
Zur Sendung GL 216 (Im Frieden dein, o Herre mein)
oder
Mariengruß GL 521,1–2.5 (Maria, dich lieben)
Martin Klein/Red.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202557Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Di
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Dienstag der 6. Woche im Jahreskreis
L Gen 6,5–8; 7,1–5.10; Ev Mk 8,14–21 (Lekt. V, 154)
Zur Eröffnung GL 142 (Zu dir, o Gott, erheben wir)
Einführung
Ein Blick in das gegenwärtige Weltgeschehen kann einen schon traurig,
manchmal sogar wütend machen. Warum geschieht denn nichts? Die
Bilder aus den Nachrichten zeigen uns hungernde und kranke Kinder,
deren Not unser Herz anrührt, vom Krieg zerstörte Häuser, abgeholzte
Urwälder, die der Profitgier weichen mussten, und Wetterkatastrophen.
Da wünschen wir uns dann wohl nicht selten, dass wie bei Noahs Sintflut
alle Bösen einfach weggeschwemmt würden. Hand aufs Herz – wer von
uns sehnt sich nicht nach einer Welt, in der die Liebe, das Mitleid und die
Barmherzigkeit unser Denken und Handeln bestimmen? Geben wir das
Unsere mit dazu, dass diese Welt ein wenig menschenfreundlicher wird!
Kyrie-Rufe mit GL 128
Herr Jesus Christus, in dir hat Gottes Liebe Hand und Fuß bekommen.
Um uns die Liebe Gottes zu bezeugen, hast du das Kreuz angenommen.
In deiner Auferstehung zeigt sich die göttliche Macht der Liebe.
Tagesgebet Um Liebe (MB 1113)
Allmächtiger Gott, sende uns den Heiligen Geist und entzünde in unse‑
ren Herzen das Feuer deiner Liebe, damit unser Sinnen und Trachten su‑
che, was dir gefällt, und wir dich aufrichtig lieben in unseren Brüdern und
Schwestern. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 29; GL 633,5 mit VV. aus dem Lekt. im II. Ton
Halleluja GL 175,3
Zu den Schriftlesungen
Muss das denn wirklich sein? Kann der Mensch den Menschen denn wirk‑
lich nicht einfach in Frieden leben lassen? Muss der Nachbar einen Krieg
anzetteln? Das bringt jetzt nur Leid, Not und Tod! Wie jeder Krieg im Klei‑
nen und im Großen.
Manchmal scheint es, als ob der Mensch wirklich nichts dazulernen
kann. Und manchmal wünscht man sich wohl auch, da möge doch der
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202558Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Di
18
Herrgott dreinfahren und alle Ungerechtigkeit und Gier und Unmensch‑
lichkeit auf einen Schlag beenden!
Eine gerechtere, liebevollere Welt, eine, in der es friedlich zugeht, wo
Liebe und Mitmenschlichkeit regieren – ist das denn wirklich eine Utopie?
Wenn wir alle uns bemühen, die uns möglichen kleinen Schritte aufei‑
nander zuzugehen, Versöhnung in unserem kleinen Umfeld zu ermögli‑
chen, liebevoll und menschlich miteinander umzugehen – dann, ja dann
hätte die Liebe wirklich eine Chance – versuchen wir es! Immer wieder!
Fürbitten
Zu Gott, der die Liebe ist, bringen wir unsere Anliegen und bitten:
✧ Die vielfältige Not in den Kriegsgebieten unserer Welt erschüttert uns:
Zeige den Staatenlenkern Wege zu Versöhnung und Frieden.
Herr, höre uns. – Herr, erhöre uns.
✧ Oft steht dem Pflegepersonal in den sozialen Einrichtungen nicht ge‑
nügend Zeit zur Verfügung: Gib den Verantwortlichen in der Politik das
Gespür, dass Mitmenschlichkeit und Liebe Zeit braucht.
✧ Der von Menschen verursachte Klimawandel sorgt für ökologische
Katastrophen: Schenke uns allen das Bestreben, in unseren eigenen
Lebensbereichen verantwortungsvoll zu handeln.
✧ Menschen suchen bei uns eine neue Heimat, weil sie daheim nicht in
Frieden leben können oder keinerlei Perspektive mehr sehen: Lass sie
bei uns freundliche Aufnahme und Verständnis finden.
Herr, wir danken dir heute und in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)
Sanctus GL 199
Agnus Dei GL 202
Zur Danksagung GL 427 (Herr, deine Güt ist unbegrenzt)
Wort auf den Weg
Wo Streit in Versöhnung mündet,
wo sich Neid in Großzügigkeit wandelt,
wo statt Egoismus Barmherzigkeit regiert,
da kann Gottes Liebe wachsen.
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Di
18
Zur Sendung GL 455 (Alles meinem Gott zu Ehren)
oder
Mariengruß GL 531 (Sagt an, wer ist doch diese)
Martin Klein/Red.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202560Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Mi
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Mittwoch der 6. Woche im Jahreskreis
L Gen 8,6–13.15–16a.18a.20–22; Ev Mk 8,22–26 (Lekt. V, 158)
Zur Eröffnung GL 485 (O Jesu Christe, wahres Licht)
Einführung
Manchmal sind wir wie mit Blindheit geschlagen und dann fällt es uns
schwer, selbst einfachste Zusammenhänge zu erkennen, weil wir „den
Wald vor lauter Bäumen“ nicht mehr sehen können. Und wenn wir dann
nach langem Suchen die Lösung gefunden haben, kommt oft die Erkennt‑
nis: „Das wäre ja ganz einfach gewesen!“
In der Kirche geht es uns da oft nicht viel anders: Der theoretisch‑theo‑
logische Überbau verdeckt oft das Wesentliche, und manchmal tut es gut,
sich wieder auf die wesentlichen Grundzüge christlichen Lebens zu besin‑
nen: Gottesliebe, Nächstenliebe und Selbstliebe.
Kyrie-Rufe mit GL 155
Herr Jesus Christus, du machst Blinde sehend.
Du bringst uns die Botschaft von der Liebe Gottes.
Du heilst die Verstocktheit unserer Herzen.
Tagesgebet Mittwoch 4. Woche (MB 299)
Heiliger Gott, du hast uns das Gebot der Liebe zu dir und zu unserem
Nächsten aufgetragen als die Erfüllung des ganzen Gesetzes. Gib uns die
Kraft, dieses Gebot treu zu befolgen, damit wir das ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 116; GL 629,3 mit VV. aus dem Lekt. im VI. Ton
Halleluja GL 174,5
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Mi
19
Fürbitten
Gott hört unsere Gebete. Darauf vertrauen wir und bitten ihn:
✧ Für alle, die vor schweren Entscheidungen stehen: Schenke ihnen Klar‑
heit, den für sie richtigen Weg zu wählen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Für alle, die in unseren Krankenhäusern und Pflegeheimen Dienst tun:
Gib ihnen Einfühlungsvermögen und Kraft.
✧ Für diejenigen, die auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind und
dich suchen: Zeige du dich ihnen als der Gott der Liebe, bei dem Leben
in Fülle zu finden ist.
✧ Für alle, die einander unversöhnt gegenüberstehen: Gib ihnen den
Mut, sich wieder anzunähern und auszusöhnen.
✧ Für unsere lieben Verstorbenen: Nimm sie auf in dein himmlisches
Reich.
Herr, unser Gott, du heilst die Blindheit unserer Herzen und zeigst uns
deine Wahrheit. Dafür danken wir dir heute und in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 185 (Du hast, o Herr, dein Leben)
Sanctus GL 190
Agnus Dei GL 204
Besinnung nach der Kommunion
Zu viele Köche verderben den Brei, so sagt ein Sprichwort. Da ist wohl et‑
was Wahres dran. Und endlose Diskussionen, zu viele Worte, verstellen
oft den Blick auf das Wesentliche. Manchmal ist weniger mehr, auch da ist
etwas Wahres dran.
Darum sind Zeiten der Stille so heilsam, weil sie uns auf das Wesent‑
liche zurückführen, Unnötiges vom wirklich Notwendigen unterscheiden
lassen und so Klarheit bringen.
Nehmen wir uns diese kleinen Zeiten der Stille – kleine Auszeiten im
Alltag, gönnen wir uns ein paar Momente „unbeschallte“ Zeit ohne Ra‑
dio, TV oder Handy – gehen wir ein wenig spazieren, betrachten wir ein
Bild – kommen wir ins innere Gespräch mit uns selber, mit unserer Seele,
mit Gott.
Tut gut! Merkst du es?
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Mi
19
Zur Danksagung GL 489 (Lasst uns loben, freudig loben)
Wort auf den Weg
„Ich verstehe.“ – Im Englischen heißt das: „I see“ – „Ich sehe.“
Wenn wir klar sehen, verstehen wir.
Wie oft brauchen wir jemanden, der uns dabei hilft, uns führt?
Es ist die Mitmenschlichkeit, die uns die Augen öffnet.
Zur Sendung GL 451 (Komm, Herr, segne uns)
oder
Mariengruß GL 530 (Maria, Mutter unsres Herrn)
Martin Klein/Red.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202563Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Do
20
Donnerstag der 6. Woche im Jahreskreis
L Gen 9,1–13; Ev Mk 8,27–33 (Lekt. V, 162)
Zur Eröffnung GL 477 (Gott ruft sein Volk zusammen)
Einführung
Wieder stehen wir versammelt vor Gott. Es scheint, als wäre es nur ein
Augenblick. In Gottes Gegenwart aber begegnen wir der Ewigkeit. Keiner
von uns kennt die Fügungen und Wendungen, die das eigene Leben noch
bereithält. Eines aber ist gewiss: Gott hält zu uns. Er gibt sich zu erken‑
nen, nicht nur im großen Zeichen des Bundes, von dem wir in der Lesung
hören werden. – Und auch wir selbst können für andere zum Widerschein
seiner Herrlichkeit werden, in den kleinen Dingen, die wir jeden Tag tun.
Kyrie-Rufe mit GL 154
Herr Jesus Christus, du gibst Hoffnung und Zuversicht.
In dir begegnen sich Zeit und Ewigkeit.
Du sammelst die Menschen im neuen Bund zum Volk Gottes.
Tagesgebet Zur Auswahl 14 (MB 309)
Gott. Du hast uns verschiedene Gaben geschenkt. Keinem gabst du alles
– und keinem nichts. Jedem gibst du einen Teil. Hilf uns, dass wir uns nicht
zerstreiten, sondern einander dienen mit dem, was du einem jeden zum
Nutzen aller gibst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 102; GL 79,1 mit VV. aus dem Lekt. im VII. Ton
Halleluja GL 176,1
Zu den Schriftlesungen
Petrus „zerschellt“ geradezu in der Evangelienstelle mit seinem Tadel am
Menschensohn. Es gehört nämlich unverbrüchlich zu seinem Lebensweg,
dass ihm, dem Menschensohn, widersprochen wird. Jesus steht nicht für
das Gewöhnliche oder den Mainstream. Er ist Leitfigur einer Bewegung,
die sich im neuen Bund zusammenfinden soll. Oder mit den Worten des
Petrus gesagt: Er ist der Messias!
Und so ist mit seiner Identität und seiner Sendung verbunden, dass er
den Menschen richtungsweisend vorausgeht. Jesus ist mit seinem Leben
ein Zeichen – nicht nur ein Zeichen des Widerspruchs, sondern auch ein
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202564Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Do
20
Zeichen der Schönheit und des Neubeginns wie eben schon der wunder‑
schöne Bogen des Ersten Bundes, den Gott zwischen Himmel und Erde
gesetzt hat. Gut, dass wir als Töchter und Söhne Gottes nicht ohne die
Zeichen sein müssen, die uns Orientierung geben auf dem eigenen Le‑
bensweg.
Fürbitten
Gott stiftet einen Bund mit seinem Volk, den er in Christus erneuert. Vol‑
ler Vertrauen rufen wir zu ihm:
✧ Sammle von allen Enden der Erde Menschen guten Willens und stärke
sie in ihrem Bemühen, Impulse für ein neues Miteinander zu geben.
Gott, du Quelle der Einheit und Ursprung des Lebens. Wir bitten
dich, erhöre uns.
✧ Lass die Menschen wieder wachsam werden für die unverfälschte Er‑
scheinung dieser Erde und zurückfinden zu einem Leben in größerem
Einklang mit der Natur.
✧ Schenke allen Machthabern die Erfahrung, dass die Anerkenntnis Got‑
tes den Menschen nicht klein macht, sondern ihn erst recht sich selbst
zurückgibt und teilhaben lässt an der Würde Gottes.
✧ Am Ende des Lebens begegnen wir Jesus Christus von Angesicht zu An‑
gesicht. Führe alle unsere Lieben, die uns vorausgegangen sind, in dein
Licht und deinen Frieden.
Unser Beten ist Ausdruck der Sehnsucht nach dir, Gott. Du hältst uns in
deinem Bund. Dafür preisen wir dich heute und für alle Zeit.
Zur Gabenbereitung GL 474 (Wenn wir das Leben teilen)
Sanctus GL 200
Agnus Dei GL 202
Besinnung nach der Kommunion
Für wen halten wir Jesus? – Eine Frage, die sich uns ebenso wie den Men‑
schen damals aufdrängen könnte.
Vielleicht sollten wir ihn einfach sein lassen, was er ist und wie er ist,
der je Größere, in dessen Gegenwart wir uns in diesem Gottesdienst ge‑
flüchtet haben.
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Do
20
Zur Danksagung GL 393,1–3 (Nun lobet Gott im hohen Thron)
Wort auf den Weg
Gott traut uns Menschen vieles zu und vertraut uns an: „Seid fruchtbar,
vermehrt euch und bevölkert die Erde.“
Und er entlässt uns mit einer Hoffnungsbotschaft: „Nie wieder soll eine
Flut kommen und die Erde verderben.“
Im Zeichen seines Bundes finden wir den Segen für uns und alle kom‑
menden Generationen.
Zur Sendung GL 455,1.3 (Alles meinem Gott zu Ehren)
Dominik Flür
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202566Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Fr
21
Freitag der 6. Woche im Jahreskreis
L Gen 11,1–9; Ev Mk 8,34 – 9,1 (Lekt. V, 167)
Zur Eröffnung GL 456 (Herr, du bist mein Leben)
Einführung
Wir sind hier versammelt, nicht weil man uns zwingt, sondern weil wir das
selbst wollen. Seit unserer Taufe sind wir von Jesus eingeladen, bei ihm zu
sein und mit ihm unterwegs zu sein. Wenn wir jetzt die Heilige Messe fei‑
ern, dann ist das Zeit mit ihm – seien wir offen, Neues von ihm zu erfahren:
Was sagt er uns heute?
Kyrie-Rufe mit GL 155
Herr Jesus Christus, wir vertrauen auf dein Wort.
Du rufst uns in deine Nachfolge.
Du gabst dein Leben für uns, damit wir Leben in Fülle haben.
Tagesgebet Freitag der 2. Woche (MB 287)
Heiliger Gott, du hast deinen Sohn der Schmach des Kreuzes unterwor‑
fen, um uns der Gewalt des Bösen zu entreißen. Gib uns die Gnade, dass
auch wir deinem Willen gehorchen und einst in Herrlichkeit auferstehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 33; GL 653,3 mit VV. aus dem Lekt. im V. Ton
Halleluja GL 174,8
Zu den Schriftlesungen
Sein Kreuz auf sich nehmen, um Jesus nachzufolgen: Was auf das erste
Hinhören hin klingt wie etwas Furchtbares, etwas Mühsames, ist aber
im Gegenteil: etwas Befreiendes. Wenn ich zu Jesus möchte, dann muss
ich nicht meinen gesamten Ballast abwerfen, sondern ich kann zu ihm
kommen, so, wie ich bin, denn so, wie ich bin, bin ich ja, weil er mich so
geschaffen hat.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202567Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Fr
21
Fürbitten
Lasst uns zu Gott beten, Schwestern und Brüder, mit dem, was wir haben
und so, wie wir sind:
✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und Verantwortung in unse‑
rer Kirche tragen.
Gott, steh ihnen bei.
✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und dabei verlacht, verfolgt
oder ausgegrenzt werden.
✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und in Schulen und anderen
Bildungseinrichtungen von ihm erzählen.
✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und sich in seinem Namen um
Kranke und Sterbende kümmern.
✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und ihren letzten Weg auf
dieser Erde gehen.
Gott unser Vater, in Jesus Christus hast du uns gezeigt, wie ein Leben in
deinem Sinne lebbar ist. Wir danken dir, dass du uns erhörst. Heute und in
alle Ewigkeit loben und preisen wir dich.
Zur Gabenbereitung GL 460 (Wer leben will wie Gott auf dieser Erde)
Sanctus GL 200
Agnus Dei GL 204
Besinnung nach der Kommunion
Herr Jesus Christus, du hast uns – wie die Apostel – in deine Nachfolge ge‑
rufen. Wie mit ihnen hast du jetzt auch mit uns Mahl gehalten. In diesem
Augenblick dürfen wir deine Nähe und Gegenwart spüren und begreifen.
Bleibe bei uns mit deiner Liebe und lass auch durch uns Zeichen in der
Welt geschehen.
Zur Danksagung GL 400 (Ich lobe meinen Gott)
Wort auf den Weg
Nachfolge bedeutet, den Menschen von Jesus zu erzählen. Nehmen Sie
sich heute vor, jemanden eine kurze Geschichte von Jesus zu erzählen.
Zur Sendung GL 430 (Von guten Mächten)
oder
Mariengruß GL 521 (Maria, dich lieben) Vinzenz Schager
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202568Textdatei | Liedplan Kalendarium
Sa
22
F Kathedra Petri
L 1 Petr 5,1–4; Ev Mt 16,13–19 (Lekt. V, 572)
Zur Eröffnung GL 477 (Gott ruft sein Volk zusammen)
Einführung
Das Fest Kathedra Petri, welches wir heute feiern, bettet uns ein in die
große Gemeinschaft und in die breite Geschichte unserer katholischen
Kirche. Der Schatz, der sich hier auftut – denken wir darüber nach –, ist
immens und nicht zu vergleichen. Wir feiern die Heilige Messe – so wie
es Katholikinnen und Katholiken auf der ganzen Welt tun, und dies seit
vielen hundert Jahren.
Rufen wir das Erbarmen Gottes an: Erbarme dich, Herr, unser Gott …
Kyrie-Rufe GL 163,7 oder
Herr Jesus Christus, du hast deine Kirche in diese Welt gestellt.
Du selbst bist der Herr dieser Kirche.
Im Heiligen Geist wirkst du weiter durch die Geschichte.
Gloria GL 172 (Gott in der Höh)
Tagesgebet Vom Tag (MB 634)
Allmächtiger Gott, das gläubige Bekenntnis des Apostels Petrus ist der
Felsen, auf den du deine Kirche gegründet hast. Lass nicht zu, dass Ver‑
wirrung und Stürme unseren Glauben erschüttern. Darum bitten wir
durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 23; GL 37,1.2 (VV.1–8)
Halleluja GL 175,6
Zu den Schriftlesungen
Bezeugen, wer dieser Jesus ist. Das ist der gemeinsame Tenor der beiden
heutigen Lesungen. In der Lesung geht es darum, wie ein Vorsteher mit
den ihm Anvertrauten umgeht. Jesus will keine Herrscher im weltlichen
Sinn, er will Hirten – Menschen, die sich um andere sorgen. Petrus soll so
einer sein, und Petrus wird so einer. Ein Hirte, der auf die Seinen schaut.
So gibt er Zeugnis von Jesus, so sollen wir Zeugnis von Jesus geben.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202569Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium
Sa
22
Fürbitten
Im Vertrauen darauf, dass Jesus Christus seine Kirche nie verlassen wird,
rufen wir:
✧ Für unseren Papst Franziskus, den du als Nachfolger des Heiligen Pe‑
trus berufen hast: Steh ihm in seiner Hirtenaufgabe bei.
Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Für alle, die in diesem Heiligen Jahr den Petersdom besuchen, um dort
zu beten und dabei durch die Heilige Pforte schreiten: Lass sie spüren,
dass sie Hoffnung haben dürfen.
✧ Für alle, die im Vertrauen auf dein Wort zur heiligen Beichte gehen:
Vergib ihnen ihre Sünden und lass sie stets Vergebung erfahren.
✧ Für alle, die sprichwörtlich an der Himmelstür klopfen, um von Petrus
eingelassen zu werden: Nimm unsere Verstorbenen auf in dein Reich.
Herr Jesus Christus, wenn wir auf dich vertrauen, ist unser Vertrauen auf
Fels gebaut. Dafür danken wir dir heute und alle Tage unseres Lebens.
Zur Gabenbereitung GL 184 (Herr, wir bringen in Brot und Wein)
Sanctus GL 198
Agnus Dei GL 202
Besinnung nach der Kommunion
Herr Jesus Christus, in der großen Gemeinschaft der Kirche mit ihren Milli‑
onen Mitgliedern kommst du ganz zu mir. Ich danke dir für dein Vermächt‑
nis in der Eucharistie, in der ich deine Nähe erfahre, wie sie auch deine
Apostel erfahren haben.
Zur Danksagung GL 421 (Mein Hirt ist Gott der Herr)
Wort auf den Weg
Gehen wir gestärkt von Gott in unseren Alltag. Tun wir dies im Bewusst‑
sein: in seiner Kirche sind wir nie allein.
Zur Sendung GL 487 (Nun singe Lob, du Christenheit)
oder
Mariengruß GL 534 (Maria, breit den Mantel aus)
Vinzenz Schager
» Liturgie konkav
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202570Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
So
23
7. Sonntag im Jahreskreis
1. L 1 Sam 26,2.7–9.12–13.22–23; 2. L 1 Kor 15,45–49; Ev Lk 6,27–38 (Lekt. III/C, 281)
Zur Eröffnung GL 448 (Herr, gib uns Mut zum Hören)
Einführung
„Herr, gib uns Mut zum Hören auf das, was du uns sagst!“ Den Worten,
die uns Jesus heute sagt, einfach zuzuhören, ist nicht leicht. Sie klingen
weltfremd oder sind zumindest Herausforderungen, die kaum jemand
erfüllen kann. Ihnen zu widersprechen ist die eine Möglichkeit. Sie zu
ignorieren eine andere. Eine nochmals andere ist, sich mit ihnen ausein‑
anderzusetzen. Der Gottesdienst möge dazu helfen, die Denkweise Jesu
kennenzulernen und zu verstehen.
Kyrie-Rufe GL 437 (Meine engen Grenzen) oder
Herr Jesus Christus, auf dich hören wir, weil du uns beim Namen nennst.
Auf dich vertrauen wir, weil du unser Herz kennst.
Mit dir gehen wir, weil du uns in deine Nachfolge rufst.
Gloria GL 171 (Preis und Ehre)
Tagesgebet Vom Tag (MB 215)
Barmherziger Gott, du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen. Lass
uns immer wieder über dein Wort nachsinnen, damit wir reden und tun,
was dir gefällt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 103; GL 57,1.2 (VV. 1–4.8.10.12–13)
Halleluja GL 174,7
» Predigtanregung
Credo GL 179 (Ich glaube an Gott)
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202571Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
So
23
Fürbitten
Das Eingangslied „Herr, gib uns Mut zum Hören“ mag uns helfen, unsere
Anliegen vor Gott zu tragen:
✧ Herr, gib uns Mut zum Hören auf das, was du uns sagst: Wir bitten für
alle, die heute den Gottesdienst besuchen, für alle, die zu Hause beten
und für alle, die Jesu Wort als unrealistisch abtun.
Du sei bei uns in unsrer Mitte, höre du uns, Gott. (GL182,2)
✧ Herr, gib uns Mut zum Dienen, wo‘s heute nötig ist: Wir beten für alle,
die sich für eine gute Sache einsetzen, für alle, die in helfenden Berufen
tätig sind und für alle, die ihrer Verantwortung nicht nachkommen.
✧ Herr, gib uns Mut zur Stille, zum Schweigen und zum Ruhn: Wir bitten
für alle, die eine Auszeit brauchen, für alle, die aus ihrem Hamsterrad
nicht herausfinden und für alle, die sich den Lebensfragen nicht stellen.
✧ Herr, gib uns Mut zum Glauben an dich, den einen Herrn: Wir beten
für alle, die ihren Glauben leben, für alle, die nach einem Leitbild für
ihr Leben suchen und für alle, die den Glauben ablehnen oder verloren
haben.
Herr, du leitest uns durch dein Wort und gibst uns den Mut, dass wir und
alle, für die wir beten, an deinem Reich mitbauen, das kommen wird in
Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 183 (Dir Vater Lobpreis werde)
Sanctus GL 190
Agnus Dei GL 202
Besinnung nach der Kommunion
Herr, du bist jetzt bei mir. Dir kann ich nichts vormachen. Ja, dein Wissen
um mich ist mir ein großer Trost. Ich habe ja dein Wort: du suchst den Sün‑
der. Jetzt hast du wieder einen gefunden – nicht um mich zu verurteilen,
sondern mich zu heilen. Herr, eile mir zu helfen. (nach Otto H. Semmet)
Zur Danksagung GL 464 (Gott liebt diese Welt)
Wort auf den Weg
Der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Huld. (Ps
103,8)
Zur Sendung GL 453 (Bewahre uns, Gott) Hanns Sauter
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202572Textdatei | Liedplan Kalendarium
Mo
24
F Matthias
L Apg 1,15–17.20ac–26; Ev Joh 15,9–17 (Lekt. V, 576)
Zur Eröffnung GL 546,1–3 (Christus, du Licht)
Einführung
Der Apostel Matthias wurde nachnominiert. Das kennen wir doch von
Fußball‑Turnieren her; da werden Spieler nachnominiert, weil andere aus‑
gefallen sind. Durch das Ausscheiden des Judas Iskariot ist die Zahl der
zwölf Apostel nicht mehr komplett. Die Zwölf stehen für die Stämme Isra‑
els. Der Gewählte, Matthias, war ein Augen‑ und Ohrenzeuge. Über sein
Leben wissen wir weiter nichts; er soll in Äthiopien als Märtyrer gestor‑
ben sein. Seine Gebeine kamen, wohl auf Betreiben von Kaiserin Helena,
nach Trier, und sind dort in der Abteikirche St. Matthias beigesetzt. – So
wie der Apostel Matthias Zeuge war, sollen auch wir Zeuginnen und Zeu‑
gen sein.
Kyrie-Rufe mit GL 126
Herr Jesus Christus, du liebst uns, so wie dich dein himmlischer Vater liebt.
Wir sind deine Freunde, wenn wir deinen Auftrag erfüllen.
Du hast uns erwählt, damit wir Frucht bringen.
Gloria GL 167 (Dir Gott im Himmel Preis und Ehr)
Tagesgebet Vom Tag (MB 636)
Gott, du kennst die Herzen aller Menschen; du hast es gefügt, dass der
heilige Matthias zum Kollegium der Apostel hinzugewählt wurde. Deine
Liebe lenke auch unseren Weg und reihe uns ein in die Schar deiner Auser‑
wählten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 113; GL 62,1.2 (VV. 1–2.3–4.5.6b.7)
Halleluja GL 175,3
Zu den Schriftlesungen
Der eine oder die andere fragt sich vielleicht: Warum berichtet die Apo‑
stelgeschichte von der Nachwahl des Apostels Matthias? So wie die 12
Stämme Jakobs für den Alten Bund standen, stehen die 12 Apostel für den
Neuen Bund, der mit Jesus begonnen hat. Da der Kreis der Zwölf für die
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202573Kalendarium
Mo
24
junge Kirche von großer Bedeutung ist, aber Judas Iskariot nicht mehr
dabei ist, muss die entstandene Lücke gefüllt werden. Es überrascht al‑
lerdings, dass es zu einer echten Wahl kommt. Als Anführer der Apostel
hätte Petrus einfach einen Nachfolger für Judas bestimmen können. Aber
Petrus verzichtet auf dieses Privileg und lässt die etwa 120 Brüder, die
zusammengekommen waren, mitbestimmen. Damit wird deutlich: Hier
geht es nicht nur um eine bloße Formsache; darum wird auch nicht ein‑
fach irgendeiner der Brüder hinzugewählt, sondern einer, der von Anfang
an dabei war – und der vor allem Zeuge der Auferstehung war.
Im Evangelium – einem Abschnitt aus der Abschiedsrede Jesu beim
Abendmahl mit seinen Jüngern – geht es um die Liebe. Die Liebe, wie
Jesus sie seinen Jüngern vorgelebt hat, und wie er sie in dieser Rede den
Seinen ans Herz legt, will keine Macht ausüben, sondern begegnet dem
Nächsten auf Augenhöhe. Jesus hat den Petrus und die anderen elf aus‑
gewählt, damit sie den Menschen und auch einander in Liebe dienen. In‑
dem die ersten Christengemeinden diese Liebe leben, sind sie ein Vorbild,
und darum breitet sich das Christentum schnell im Mittelmeerraum aus.
Immer wieder nehmen die Jünger Maß an der Liebe, die Jesus ihnen ans
Herz gelegt hat; Beispiel dafür ist die große Einigkeit bei der Nachwahl
des Matthias.
Fürbitten
Unserem Herrn Jesus Christus, dem der Apostel Matthias als treuer Zeu‑
ge gedient hat, tragen wir unsere Anliegen und Bitten vor:
✧ Für die Getauften, in denen du das Licht der Liebe entzündet hast, dass
sie diese kostbare Flamme hüten und bewahren.
Jesus, du unser Freund – Wir bitten dich, erhöre uns.
✧ Für die Kinder, die sich in diesen Monaten auf die Erstkommunion vor‑
bereiten, dass sie das Wunder deiner liebenden Nähe begreifen lernen.
✧ Für die Firmbewerber, die eingeladen sind, sich bewusst für den Glau‑
ben zu entscheiden, dass sie Vorbilder finden, die ihnen dabei helfen.
✧ Für alle, die in diesem Jahr ihren Schulabschluss machen, dass sie sich
bei der Berufswahl von ihrem Herzen leiten lassen.
✧ Für alle, die von einem lieben Verstorbenen Abschied nehmen, dass sie
in ihrer Trauer liebevolle Wegbegleitung erfahren.
Liebender Gott, dir vertrauen wir – heute und alle Tage unseres Lebens.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202574Kalendarium
Mo
24
Zur Gabenbereitung GL 542,1.4.6 (Ihr Freunde Gottes allzugleich)
Sanctus GL 129
Agnus Dei GL 203
Besinnung nach der Kommunion
Liebster Jesus, dein heiliger Leib, verborgen in der Gestalt des Brotes, ist
ein überaus kostbarer Schatz.
Du gibst dich in meine Hand, ich darf dich schmecken; du hilfst mir, dir in
meinem Herzen eine Wohnung zu bereiten.
Dort treffe ich mich mit dir und rede mit dir, wie mit meinem besten Freund.
Vor allem lädst du mich ein, auf das zu hören, was du mir sagen willst.
Lass mich ganz Ohr werden und mich immer mehr mit dir verbinden; eins
mit dir werden, in reiner Liebe. Amen!
Zur Danksagung GL 479 (Eine große Stadt ersteht)
Zur Sendung GL 453,1.4 (Bewahre uns, Gott)
Norbert Braun
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202575Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Di
25
Dienstag der 7. Woche im Jahreskreis /
g Walburga
L Sir 2,1–11; Ev Mk 9,30–37 (Lekt. V, 180)
Zur Eröffnung GL 542,1.5 (Ihr Freunde Gottes allzugleich)
Einführung
Zusammen mit Bonifatius kam im Jahr 739 auch Walburga von England
nach Germanien, um auf dem Festland den christlichen Glauben zu ver‑
künden. Das Kloster in Heidenheim, das Walburga leitete, war eines der
geistlichen Zentren, die als Keimzellen für die Entstehung von christlichen
Gemeinden dienten. Dabei galt Walburgas Sorge nicht nur der Bildung,
sondern durch Förderung der Landwirtschaft auch dem leiblichen Wohl
der Menschen. Dank dieses ganzheitlichen Engagements für die Men‑
schen nahm die Missionierung Germaniens Fahrt auf. Nach dem Vorbild
der heiligen Walburga wollen wir auch heute den ganzen Menschen im
Blick haben.
Kyrie-Rufe mit GL 128
Herr Jesus Christus, wie du die Jünger gelehrt hast, so lehrst du auch uns.
Dir geht es nicht darum, geehrt zu werden, sondern darum, zu dienen.
Du wendest dich den Kleinen zu, um sie groß sein zu lassen.
Tagesgebet Vom Gedenktag (MB 637)
Barmherziger Gott, du hast der heiligen Äbtissin Walburga einen starken
Glauben und ein mütterliches Herz gegeben. Hilf uns auf ihre Fürsprache,
an deinem Wort festzuhalten und in der Welt deine Güte sichtbar zu ma‑
chen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 37; GL 71,1 mit VV. aus dem Lekt. im VIII. Ton
Halleluja GL 174,8
Zu den Schriftlesungen
Der heutige Abschnitt aus dem Buch Jesus Sirach beschreibt kein einheit‑
liches Gottesbild. Mal ist er der Gott, der dem Menschen Barmherzigkeit
erweist, wie wir das ziemlich durchgängig aus dem Neuen Testament von
Jesus her kennen. Dann ist Gott aber auch der, der Menschen auf die Pro‑
be stellt „wie Gold, das im Feuer geprüft wird“. Aber auch in der Prüfung
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202576Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Di
25
sollen wir nicht das Vertrauen verlieren, weil Gott niemandem seinen
Lohn vorenthält. Das ist auch so ein altes Gottesbild ‚Lohn – Strafe‘.
Dagegen steht im Evangelium Jesus, der aus Liebe zu uns, seinen Men‑
schen, leiden wird. Um uns zu erlösen, geht er in den Tod. Unsere Erlö‑
sung endet aber nicht mit dem Tod Jesu, sondern ist erst in seiner Aufer‑
stehung vollendet. Dass Jesus aus Liebe so handelt, ist nicht nur für die
Jünger damals, sondern auch für uns heute nur schwer zu begreifen. Um
das kindliche Vertrauen, bei den Jüngern und auch bei uns, wieder an die
Oberfläche zu holen, stellt Jesus ein Kind in die Mitte.
Fürbitten
Unserem Herrn Jesus Christus, der die heilige Walburga in den Dienst der
Glaubensverkündigung berufen hat, tragen wir unsere Bitten vor:
✧ Für die Ordenschristen unserer Zeit, dass sie ihren apostolischen Auf‑
trag in Liebe und Treue erfüllen.
Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.
✧ Für die Gläubigen in unseren Gemeinden, dass da immer Wegbegleiter
sind, die ihnen Impulse für ihren Glaubensweg geben.
✧ Für die Christen in unserem Land, dass sie in dieser Zeit mutig zu ihrer
Überzeugung stehen und so ihr Licht für andere leuchten lassen.
✧ Für alle, die vor uns den Weg des Glaubens gegangen sind, dass sie uns
von ihrer himmlischen Wohnung aus Mut machen für unseren Dienst.
Diese und alle unsere Bitten tragen wir vor dich hin, der du lebst und herr‑
schest in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)
Sanctus GL 194
Agnus Dei GL 204
Besinnung nach der Kommunion
Jesus, mit dir in meinem Herzen bin ich wie dieses Kind, das du in die Mitte
der Jünger gestellt hast.
Ich bin einfach nur da und vertiefe mich in deine wunderbare Gegenwart.
Dabei spüre ich, wie du mich liebevoll in deine Arme nimmst und segnest.
So von dir geliebt, jubelt meine Seele voller Freude.
Liebster Jesus, ich danke dir von Herzen. Amen!
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202577Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Di
25
Zur Danksagung GL 484,1.3–5 (Dank sei dir, Vater)
Zur Sendung GL 457 (Suchen und fragen)
Norbert Braun
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202578Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Mi
26
Mittwoch der 7. Woche im Jahreskreis
L Sir 4,11–19; Ev Mk 9,38–40 (Lekt. V, 185)
Zur Eröffnung GL 414 (Herr, unser Herr, wie bist du zugegen)
Einführung
Wir stellen uns aufs Neue in die Gegenwart Gottes. Er will uns schenken,
was wir brauchen, damit wir das Leben mit seinen Herausforderungen be‑
stehen können. In der Offenheit für ihn und sein Handeln an uns erlangen
wir jene „Weisheit“, die uns lebenstüchtig macht.
In Jesus Christus ist Gott auf uns zugegangen. Darum rufen wir:
Kyrie-Rufe
Herr Jesus Christus, menschgewordene Liebe Gottes, des Vaters.
Herr Jesus Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Herr Jesus Christus, Leben, das stärker ist als der Tod.
Tagesgebet Samstag der zweiten Osterwoche (MB 151)
Gott, unser Vater, du hast uns durch deinen Sohn erlöst und als deine ge‑
liebten Kinder angenommen. Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glau‑
ben, und schenke ihnen die wahre Freiheit und das ewige Erbe. Darum
bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 119; GL 31,1 mit VV. aus dem Lekt. im IV. Ton
Halleluja GL 174,5
Zu den Schriftlesungen
Wer redlichen Herzens Weisheit sucht, findet zu Gott. Wer redlichen Her‑
zens Gott sucht, erlangt Weisheit und damit die Fähigkeit, sich dem Leben
stellen zu können.
Weisheit zeigt sich auch dort, wo wir – auch bei Menschen außerhalb
unserer Gemeinden – Gutes wahrnehmen, es anerkennen und wertschät‑
zen.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202579Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Mi
26
Fürbitten
Vor Gott, der in vielfältiger Weise auf uns zugeht, tragen wir unsere Bitten.
Wir rufen: Erhöre unser Gebet.
✧ Lass alle, die an dich glauben, die lebensfördernde Kraft der Frohen
Botschaft erfahren.
✧ Schenke allen Glaubenden Offenheit für das Wirken deines Geistes
und die Bereitschaft, Mauern zu überwinden und Brücken zu bauen.
✧ Steh allen bei, die in eine Krise geraten sind und mit ihrem Leben nicht
mehr zurechtkommen.
✧ Stärke alle, die sich darum mühen, Kinder und Jugendliche zu erziehen
und ihnen Wertvolles für das Leben mitzugeben.
✧ Beten wir in einer kurzen Gebetsstille in unseren persönlichen Anlie‑
gen. – Stille
✧ Führe unsere Verstorbenen zum ewigen Leben.
Guter Gott, bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir
das Licht. Du bist gepriesen in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 460 (Wer leben will wie Gott)
Sanctus GL 194
Agnus Dei GL 202
Besinnung nach der Kommunion
Wenn der Mensch Gott sucht, ist es viel mehr noch Gott, der den Men‑
schen sucht. So sagt es sinngemäß Johannes vom Kreuz.
In meinem Suchen öffne ich mich für Gott, der längst auf dem Weg zu mir
ist. Ich darf mich von ihm finden lassen – und so die Weite und Tiefe des
Lebens mit ihm erfahren.
Zur Danksagung GL 484 (Dank sei dir, Vater)
Wort auf den Weg
Machen wir uns auf den Weg – voller Zuversicht, und halten wir unsere
Sinne offen für die Spuren von Gottes Weisheit in unserer Welt.
Zur Sendung GL 446 (Lass uns in deinem Namen, Herr)
Bernd Kasper
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202580Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Do
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Donnerstag der 7. Woche im Jahreskreis
L Sir 5,1–8; Ev Mk 9,41–50 (Lekt. V, 188)
Zur Eröffnung GL 427 (Herr, deine Güt ist unbegrenzt)
Einführung
Für viele Menschen in unserem Land ist heute „unsinniger Donnerstag“;
für sie steht der Spaß, die Ausgelassenheit und das Feiern im Vordergrund.
Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, aber es handelt sich nur
um eine Seite des Lebens. Mit einer ganz anderen Seite konfrontieren uns
die heutigen Schrifttexte: Sie machen uns die Ernsthaftigkeit bewusst, die
unserem Leben als Glaubende angemessen ist. Dahinter steht letztlich
die Botschaft: Gott ist es ernst mit seinem Willen, dass wir gerettet wer‑
den. – In Jesus Christus ist diese „Ernsthaftigkeit“ Gottes sichtbar gewor‑
den. Darum rufen wir zu ihm:
Kyrie-Rufe GL 162 (Mit lauter Stimme) oder
Herr Jesus Christus, der Alpha und Omega, Anfang und Ende.
Du Ursprung und Ziel unseres Glaubens.
Du Quelle der Freude und des Heiles.
Tagesgebet Zur Auswahl 25 (MB 314)
Gott. Du bist uns nahe, noch bevor wir zu dir kommen. Du bist bei uns,
noch bevor wir uns aufmachen zu dir. Sieh deine Gemeinde, die auf dich
schaut: Sieh unsere Sehnsucht nach Glück, unseren Willen zum Guten und
unser Versagen. Erbarme dich unserer Armut und Leere. Fülle sie mit dei‑
nem Leben, mit deinem Glück, mit deiner Liebe. Darum bitten wir durch
Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 1; GL 31,1.2 (VV. 1–6.8)
Halleluja GL 174,7
Zu den Schriftlesungen
Es geht nicht um eine „Droh‑Botschaft“, die Angst vor der Hölle schüren
und zur Selbstverstümmelung aufrufen will. Dreh‑ und Angelpunkt ist die
„Kostbarkeit“ des Glaubens, der vor allen schädlichen Einflüssen unbe‑
dingt zu schützen ist. Denn darin geht es um nichts weniger als das Heil,
das Gott anbietet. Wer sich dafür öffnet, kann ohne Angst leben und die
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202581Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Do
27
eigene Schwachheit und auch das eigene Versagen immer wieder dem Er‑
barmen Gottes anvertrauen.
Fürbitten
Unseren Gott, der uns durch Jesus Christus zum Heil führen will, bitten
wir: Guter Gott, erhöre uns!
✧ Für alle Glaubenden: um deinen Beistand, damit sie für die Frohe Bot‑
schaft einstehen und den Gefährdungen des Glaubens standhalten.
✧ Für alle, die unter eigener oder fremder Schuld leiden: um die Erfah‑
rung deiner Barmherzigkeit.
✧ Für alle, die in diesen Tagen Karneval bzw. Fasching feiern: um viele
Momente unbeschwerter Freude und Heiterkeit.
✧ Für alle, die auf falsche Sicherheiten gesetzt haben und auf Irrwege
geraten sind: um die Gnade der Umkehr.
✧ Für alle, die uns vorausgegangen sind: um die ewige Freude bei dir.
Guter Gott, die Freude an dir ist unsere Stärke. Sei gepriesen in Ewigkeit.
Zur Gabenbereitung GL 457 (Suchen und fragen)
Sanctus GL 195
Agnus Dei GL 203
Besinnung nach der Kommunion
„Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung“ (vgl. Ps 130). Der
Glaube daran macht nicht leichtsinnig oder oberflächlich, sondern er er‑
mutigt, mit dem Leben gut umzugehen. Dazu gehört auch, die Wunden
eigener Schuld von ihm heilen zu lassen.
In Jesus Christus, den wir in der Kommunion empfangen haben, ist Gottes
Barmherzigkeit und reiche Erlösung sichtbar und spürbar geworden.
Zur Danksagung GL 456 (Herr, du bist mein Leben)
Wort auf den Weg
Wir werden „in Frieden“ ausgesandt, um für die Freude und die Ernsthaf‑
tigkeit unseres Glaubens in der Welt einzustehen.
Zur Sendung GL 403 (Nun danket all und bringet Ehr)
Bernd Kasper
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202582Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium
Fr
28
Freitag der 7. Woche im Jahreskreis
L Sir 6,5–17; Ev Mk 10,1–12 (Lekt. V, 192)
Zur Eröffnung GL 429 (Gott wohnt in einem Lichte)
Einführung
„Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt.“ Diesen Satz werden wir heute
in der Lesung hören, verbunden mit anderen Feststellungen aus mensch‑
licher Erfahrung rund um das Thema „Freundschaft“.
Jesus nennt uns „Freunde“ und lädt uns ein, in der Freundschaft mit ihm
zu leben. Wer dazu bereit ist, findet in Jesus einen „treuen Freund“ und
weiß sich geborgen, wie in einem „festen Zelt“.
Kyrie-Rufe
Herr Jesus Christus, du nennst uns nicht Knechte, sondern Freunde.
Du rufst uns auf: Bleibt in meiner Liebe.
Du hast uns dazu bestimmt, dass wir uns aufmachen und Frucht bringen.
Tagesgebet Donnerstag der 4. Woche (MB 301)
Allmächtiger Gott, du hast deinen Sohn erhöht und den Heiligen Geist ge‑
sandt, um uns zum ewigen Leben zu führen. Gib, dass wir durch den Emp‑
fang dieser großen Gabe im Glauben wachsen und dir mit ganzem Herzen
dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Antwortpsalm Ps 119; GL 312,7 mit VV. aus dem Lekt. im II. Ton
Halleluja GL 174,8
Zu den Schriftlesungen
Manche denken beim Hören des Evangeliums eventuell an eine scheitern‑
de Ehe und an die Frage, ob nicht eine Trennung für beide das Bessere
wäre. Den Pharisäern geht es jedoch nicht um Hilfe in einer menschlichen
Konfliktsituation, sondern darum, Jesus eine Fangfrage zu stellen. Ganz
egal, ob er mit Ja oder mit Nein antwortet, man hat einen Grund zur An‑
klage gegen ihn.
In dieser Lage verweist Jesus auf Gott, den Schöpfer, der seiner Schöp‑
fung eine lebensfördernde Ordnung gestiftet hat. Diese zeigt sich auch in
der ehelichen Gemeinschaft von Mann und Frau.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202583Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Fr
28
Jesus umgeht also klug die gestellte Falle. So macht er – auch für uns
heute – deutlich: Es gilt, Gott, den Schöpfer in den Blick zu nehmen. Aus
der Ehrfurcht vor ihm und aus dem Vertrauen auf seinen Heilswillen für
uns Menschen ergeben sich angemessene Wege, auch mit Scheitern und
Schuld umzugehen.
Fürbitten
Tragen wir unsere Bitten vor Gott, den Schöpfer, und rufen wir zu ihm: Gu-
ter Gott, erhöre uns.
✧ Hilf der Kirche, das Evangelium als Frohe Botschaft für die Menschen
von heute zu verkünden.
✧ Schenke den Eheleuten deinen Beistand, damit sie auch in schweren
Zeiten zu ihrem Ja‑Wort füreinander stehen können.
✧ Schau auf die Menschen, deren Beziehung zerbrochen ist, und lass sie
deinen Beistand erfahren.
✧ Schenke allen, die in diesen Tagen Karneval bzw. Fasching feiern, Mo‑
mente unbeschwerter Freude und Heiterkeit.
✧ Führe unsere Verstorbenen in die ewige Freude bei dir.
Guter Gott, dein Erbarmen waltet über allen deinen Werken. Dir sei alle‑
zeit Lob und Ehre durch Christus, unseren Herrn.
Zur Gabenbereitung GL 464,1.4.6 (Gott liebt diese Welt)
Sanctus GL 196
Agnus Dei GL 204
Besinnung nach der Kommunion
Herr Jesus Christus,
Freund, der mich annimmt, wie ich bin.
Freund, bei dem mein Leben geborgen ist.
Freund, der auch in schweren Zeiten zu mir steht.
Freund, der mir immer wieder vergibt.
Freund, an dem ich wachsen kann.
Freund, der auf meine Sehnsucht antwortet.
Freund, durch den und mit dem ich ans Ziel gelange.
Zur Danksagung GL 382 (Ein Danklied sei dem Herrn)
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202584Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium
Fr
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Wort auf den Weg
Mit Jesus als gutem Freund an der Seite kann ich mich zuversichtlich auf
den Weg machen.
Zur Sendung GL 487 (Nun singe Lob, du Christenheit)
Bernd Kasper
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202585Textdatei Feierformen
Di
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Begegnung mit dem Heiland
Wort‑Gottes‑Feier mit Krankensalbung am Welttag der Kranken
Zur Eröffnung GL 145,1–2 (Wohin soll ich mich wenden)
Einführung
Herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst anlässlich des Welttags
der Kranken. Dieser Gedenktag wurde 1993 von Papst Johannes Paul II.
ins Leben gerufen. Er wird jährlich am 11. Februar, dem Gedenktag Un‑
serer Lieben Frau in Lourdes, begangen. Dieser Tag erinnert uns daran, wie
wichtig die Sorge für die Kranken in unserer Umgebung ist. Als christliche
Gemeinde wollen wir uns von der Not der Kranken berühren lassen, sie in
ihrer Hinfälligkeit und Bedürftigkeit wahrnehmen. Wie Jesus wenden wir
uns ihnen zu, holen sie in unsere Mitte. Hier wird Begegnung und Heilung
möglich, im Wort der Heiligen Schrift, im Sakrament und in unserer Ge‑
betsgemeinschaft. Möge Ermutigung und Stärkung für uns alle spürbar
werden.
Ggf. kann auch kurz auf das Motto eingegangen werden, das der Papst
jedes Jahr neu auswählt. Bei Erstellung dieser Andacht war das Motto für
2025 noch nicht veröffentlicht. Es wird hier abrufbar sein: https://www.
vatican.va/content/francesco/de/messages/sick.index.html
Kyrie-Rufe mit GL 157
Herr und Heiland Jesus Christus, du hast dich den Menschen zugewandt,
bist ihnen begegnet, empathisch, heilsam, stärkend.
Herr und Heiland Jesus Christus, du öffnest unsere Augen für die Not der
Menschen, du schenkst ein Herz, das sich sorgt und mitfühlt.
Herr und Heiland Jesus Christus, du willst uns nahe sein, gerade dann,
wenn die Kräfte schwinden.
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202586Feierformen
Di
11
Eröffnungsgebet
Barmherziger und mitfühlender Gott. In deinem Sohn Jesus Christus bist
du selbst einer von uns geworden. Du bist eingetaucht in das menschliche
Dasein, hast Begrenzung und Schwäche bewusst auf dich genommen.
Menschliche Nöte und Krankheit sind dir nicht fremd. In deinen Händen
liegt unser Leben, du umfängst uns mit Güte und Erbarmen. Voll Vertrau‑
en kommen wir zu dir und bitten dich: Sei den Kranken und Hilfsbedürf‑
tigen nahe, stehe ihnen bei in ihrer Schwäche und Not. Stelle ihnen Men‑
schen an die Seite, die ihnen beistehen, sie umsorgen, pflegen, stärken.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und
Heiland, der in der Kraft des Heiligen Geistes mit dir lebt und uns liebt bis
in Ewigkeit.
Lesung 1 Kön 19,4–8
Evangelium Mk 2,1–12
Ansprache
Kranken Menschen wird die Erfahrung zugemutet, auf Hilfe angewiesen
zu sein. In ihrer Beeinträchtigung ist vieles nicht mehr möglich. Auch der
Kontakt nach außen ist eingeschränkt. Die Krankheit nimmt sie heraus
aus den gewohnten Alltagsbezügen. Das Krankenbett, ob im Kranken‑
haus oder daheim, steht sinnbildlich für die besondere Lebenssituation,
für Trennung und Isolation und dafür, nicht selbstbestimmt leben zu kön‑
nen. Das macht auch innerlich einsam und manchmal ziehen sich Men‑
schen zurück – aus Unsicherheit, Scheu oder Angst, wenn man nicht mehr
richtig funktioniert und angeschlagen ist. Dabei wäre es gerade jetzt
wichtig und hilfreich, wahrgenommen zu werden, gehalten und getragen
zu sein.
Wie wohltuend ist da die Erfahrung des Kranken und Hilfsbedürftigen
im Evangelium. Er hat Menschen an seiner Seite, die mitanpacken, die
den Kontakt nicht scheuen und den Gelähmten aus seiner Isolation he‑
rausführen. Sie lassen sich nicht entmutigen und suchen nach Lösungen,
als sie feststellen müssen, dass sie an Jesus einfach nicht herankommen.
Doch aufgeben kommt für die vier Männer nicht in Frage. Sie lassen sich
nicht abwimmeln oder innerlich lähmen; zu groß ist die Motivation, dem
Kranken eine Begegnung mit Jesus zu ermöglichen. Schließlich decken
sie das Dach ab und lassen den Gelähmten auf seiner Liege durch die De‑
cke hinab und legen ihn Jesus zu Füßen. Und so ist der Kranke nicht mehr
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202587Feierformen
außen vor, sondern mittendrin. Hier kann Heilung geschehen, hier wird
Hoffnung und Gemeinschaft spürbar. Jesus ist berührt und beeindruckt
von dieser unbändigen Hoffnung, von der Solidarität der Freunde, von
dieser inneren Kraft, die Unmögliches möglich macht.
Sie, die Kranken, konnten heute durch das Kirchenportal unsere Kirche
betreten. Manche von Ihnen wurden begleitet. Ein bisschen Anstrengung
hat es schon gebraucht, hierher zu kommen. Doch Sie mussten sich nicht
den Weg erst bahnen. Sie wurden erwartet. Wir freuen uns, dass Sie da
sind. Für uns als Gemeinde ist der Tag der Kranken mehr als ein äußerer
Anlass, um Gemeinschaft zu ermöglichen. Wir wollen ein Zeichen setzen:
Wir lassen Sie nicht allein; so gut es geht, wollen wir Ihnen beistehen.
Denn die Sorge füreinander ist ein kostbares Gut, eine fundamentale Auf‑
gabe für uns als Kirche. Wir wollen nicht nur mit diesem Tag deutlich ma‑
chen, dass wir als Kirchengemeinde Mittel und Wege finden, Einsamkeit
zu lindern, wie wir uns das für uns alle erhoffen.
Hier liegt also eine wichtige Aufgabe für uns Christen, und dieser Dienst
ist nicht nur auf die beschränkt, die amtlich dazu bestellt sind. Dies ist
für alle ein Ausweis der Nachfolge Jesu. Wer an den Heiland Jesus Chri‑
stus glaubt, soll dies durch sein Zeugnis ausdrücken und den Kranken
und Hilfsbedürftigen beistehen. Ein Verweis auf die professionelle medi‑
zinische Versorgung und Hilfe reicht nicht aus. Die Botschaft Jesu tritt zu
Tage, wo Kranke wahrgenommen werden und einen inneren oder äußeren
Platz in der Gemeinschaft haben.
Ich weiß, vieles geschieht auch in unserer Gemeinde im Verborgenen.
Ich weiß um Menschen, die wie selbstverständlich in aller Stille diesen
Dienst tun, in der Nachbarschaft, bei Freunden und Verwandten. Den‑
noch vermissen manche Kranke den ausdrücklichen Zuspruch durch die
Gemeinde, wünschen sich den Besuch des Pfarrers oder eines anderen
amtlichen Vertreters der Kirche. Angesichts des zunehmenden Mangels
an Hauptberuflichen im pastoralen Dienst wird dies zukünftig nur punk‑
tuell möglich sein, so dass die Gemeinde am Ort offen sein möge für die‑
sen Auftrag.
Leitende Fragen dabei sind: Wie schenken wir den Kranken ein Zeichen
der Aufmerksamkeit, wo können wir unterstützend tätig sein, wie lassen
wir diese Menschen spüren, dass sie ein wichtiger Teil unserer christlichen
Gemeinschaft am Ort sind?
Da kann so ein Gedenktag wie der Welttag der Kranken eine Anregung
bieten, sich diesen Fragen zu stellen und unsere Haltung zu überdenken.
Di
11
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202588Feierformen
Auch unser Gottesdienst will zum Ausdruck bringen, dass wir die Kran‑
ken nicht vergessen und sie durch Begegnung und Gemeinschaft in unsere
Nähe holen.
Vielleicht kann uns Folgendes inspirieren:
In Burgund, in der Stadt Beaune gibt es das Hotel‑Dieu, ein ehemaliges
Krankenhaus, das bis vor gut 50 Jahren als solches auch genutzt wurde.
Bei dem Gebäudekomplex mit dem farbenprächtigen Dach gruppieren
sich um einen großen Innenhof zahlreiche Räume. Neben der Apotheke,
der Küche und Arbeitszimmern befand sich u.a. der große Krankensaal;
darin unter einem Dach zahlreiche aufgereihte Betten und am anderen
Ende die Kapelle. Krankensaal und Kapelle waren nur durch einen Vor‑
hang getrennt. So konnten die Kranken am Gottesdienst der Gemeinde
teilnehmen. Was sich recht praktisch anhört, drückt sehr viel mehr aus.
Es kann uns anfragen, wie wir Kirchenbank und Krankenbett zusammen‑
rücken können. Jetzt schaffen wir von Herz zu Herz diese Verbindung, und
überwinden die Trennung zwischen den vermeintlich Gesunden und den
Kranken daheim oder im Krankenhaus. Wir brauchen kein Dach abzude‑
cken wie die Männer im Evangelium, wir brauchen nicht die Kirchenbänke
durch Krankenbetten auszutauschen. Verbindung und Begegnung, Heil‑
sames und Tröstendes bahnt Jesus Christus jetzt selbst an.
Hinweis zur Krankensalbung
Die Männer im Evangelium haben alles in Bewegung gesetzt, um den
Kranken zu Jesus zu bringen. Angetrieben von einem unbändigen Vertrau‑
en haben sie die Begegnung mit Jesus ermöglicht.
Ich lade Sie jetzt ein zu einer ganz besonderen Begegnung mit Jesus im
Sakrament der Krankensalbung. Sie können alleine kommen, Sie kön‑
nen sich von einem nahestehenden Menschen begleiten lassen, oder ich
komme zu Ihnen, wenn Ihnen das Gehen schwerfällt.
Während der Salbung GL 365 (Meine Hoffnung und meine Freude)
GL 377 (O Jesu, all mein Leben)
GL 423 (Wer unterm Schutz)
Di
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| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202589Feierformen
Besinnung nach der Salbung
Ein kranker Mensch
gefesselt durch sein Leiden
gebunden an sein Gebrechen
zermürbt von den Schmerzen
fern von Alltag und Normalität
einsam und isoliert
Ein suchender Mensch
fragend nach Sinn und Ziel
gepackt von Ungeduld und Zweifeln
und doch eine Ahnung
dass der hinfällige Leib und die geschundene Seele
aufgehoben sind bei Gott
Ein glaubender Mensch
Halt suchend bei Gott
sanft berührt, getröstet, gestärkt
von Gott an der Hand genommen
sich vorantastend
aus dem lähmenden Dunkel ins Licht
Ein gesalbter Mensch
Gott gibt ihm die Ehre
richtet ihn auf
stellt ihn ins Leben
umfängt ihn in der Begrenztheit
schenkt neu Vertrauen
Di
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| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202590Feierformen
Fürbitten
Gott, unser Vater. Viele Anliegen und Sorgen haben wir auf dem Herzen:
Menschen, die uns nahe stehen und uns wichtig sind, unsere Welt, in der
es so viel Leid und Gebrochenheit gibt; nicht zuletzt uns selbst mit allem,
was uns beschäftigt und auf uns lastet. So rufen wir zu dir und bitten:
Höre unser Rufen: Wir bitten dich, erhöre uns!
✧ Für alle, die an einer schweren Krankheit leiden, die verzweifelt sind
und keinen Ausweg mehr sehen.
✧ Für alle, die einsam sind und keine Zuwendung erfahren. Für alle, die
sich nach einer liebevollen Berührung sehnen.
✧ Für alle, die im Pflegedienst an alten und kranken Menschen tätig sind,
die sich überarbeitet und überfordert fühlen.
✧ Für alle, die nicht den Mut haben, auf andere zuzugehen, die den Kon‑
takt zu hilfsbedürftigen und kranken Menschen scheuen.
✧ Für die Menschen, die sich um einen lieben Angehörigen sorgen und
ihm bis zum letzten Atemzug beistehen, so wie es ihre Kräfte zulassen.
✧ Für unsere Gemeinde, die durch Besuche, Gesten und Zeichen den
Kranken Unterstützung zukommen lässt.
Gott, unser Vater, du kennst uns besser als wir uns selbst kennen. Du
hörst unser Seufzen, unsere stillen Bitten. In dieser Herzensverbunden‑
heit beten wir gemeinsam, wie Jesus zu beten gelehrt hat:
Vaterunser
Segensgebet
Gott segne das Dunkel, das dich umgibt
und den Schatten, der auf deiner Seele lastet
ER lasse dich schauen SEIN Licht!
Gott segne deine Schwäche, die dich verunsichert
und die Ungeduld, die sich breit macht
ER lasse dich spüren SEINE Kraft!
Gott segne deine Einsamkeit, die dich traurig stimmt
und die dunklen Gedanken, die in dir sind
ER lasse dich spüren SEINEN Beistand!
Di
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| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202591Feierformen
Gott segne dein Klagen, Fragen, Zweifeln
und alles, was dich innerlich zerreißt
ER lasse dich SEINE Antwort ahnen!
Gott segne deinen Funken Hoffnung, der in dir glimmt
und die kleinen Zeichen, die dich aufbauen
ER lasse den Glauben an IHN in dir groß werden!
So segne und stärke uns für die Wege, die vor uns liegen, der allmächtige
und barmherzige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Zur Entlassung GL 453 (Bewahre uns, Gott)
Jens Maierhof
Di
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| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202592Textdatei PrediKatTextdatei PrediKat
So
2
Gott ganz aus dem Häuschen
Predigtanregung für das Fest Darstellung des Herrn
Eigenartig – da meint man, der Tempel sei der Wohnort Gottes, und dann
muss man in der Heiligen Schrift lesen bzw. hören: „Dann kommt plötz‑
lich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht ...“ Kann es so etwas geben?
Gott nicht in seinem Haus?
Nun, zunächst einmal betet schon König Salomo bei der Weihe des er‑
sten Jerusalemer Tempels: „Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe,
selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel
weniger dieses Haus, das ich gebaut habe“ (1Kön 8,27). Und dann war ja
die Katastrophe des Exils vorausgegangen, der Tempel war zerstört und
verwüstet worden, ein Neubau wurde nötig, der wieder als Haus Gottes
dienen konnte – ganz ähnlich, wie eine neu errichtete oder geschändete
Kirche wieder neu geweiht wird.
Noch viel wichtiger als der Neubau des Tempels war aber die Erneu‑
erung der Menschen, und das wird in der Lesung heute angesprochen:
„Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen. Doch wer erträgt
den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?“
Vorbereitete Menschen
Da dürfen wir nicht vergessen, dass der Apostel Paulus schreibt, der gläu‑
bige Christ selbst sei in seinem Leib Tempel Gottes, des Heiligen Geistes
(vgl. 1 Kor 6,19). Da dürfen wir begreifen: Wir selbst sollen bereit sein für
das Kommen Gottes, müssen uns immer wieder neu dafür bereiten!
Zwei Menschen, die bereit waren für das Kommen des Messias, des Chri‑
stus, begegnen wir heute im Evangelium: Simeon und Hanna, zwei Altge‑
wordene, die Gott in ihrem langen Leben treu gedient hatten. Simeon darf
im Heiligen Geist erkennen, dass jetzt, in diesem Augenblick, der Messias
in den Tempel und damit wirklich Gott selbst in menschlicher Gestalt in
sein Eigentum kommt – nicht nur in einen prächtigen Bau, sondern zu de‑
nen, die IHM gehören – denken wir an die Worte aus dem ersten Kapitel
des Johannesevangeliums, die wir am Weihnachtstag gehört haben: „Er
kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber,
die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an
seinen Namen glauben ...“ (Joh 1,11f).
Und beide, Simeon wie Hanna können prophetisch über Jesus reden:
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202593PrediKat
So
2
Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für Israel ist er, Stolper‑
stein und Aufrichtender zugleich, an den man sich halten kann, Zeichen,
dem widersprochen wird, aber zugleich die Wahrheit, auf die ich mein Le‑
ben bauen kann, und mit den Worten Hannas Garant der Erlösung nicht
nur Jerusalems, sondern der ganzen Welt – auch mein Erlöser.
Verfügbar bleiben
Heute ist auch der „Tag des geweihten Lebens“, und unser Gebet soll allen
gelten, die ihr Leben als Priester oder Ordensleute dem Herrn in besonde‑
rer Weise zur Verfügung stellen. Unser Gebet ist ein wichtiger Dienst, den
wir ihnen leisten, und jeder Ordenschrist und Priester darf sich glücklich
schätzen, wenn er bzw. sie weiß: Es gibt nicht nur jene, die mich um mein
Gebet in ihren Anliegen ersuchen, sondern die umgekehrt auch für mich
beten – das größte Geschenk, das es gibt.
Getreu dem heutigen Leitwort – dem Wort des greisen Simeon: „Nun
lässt du, Herr, deinen Knecht, in Frieden scheiden“ dürfen wir auf viele
geistliche Berufungen schauen, die durch all die Jahre und Jahrzehnte ge‑
tragen worden sind vom Gebet der Gläubigen und so ihren Dienst bis ins
hohe Alter in Freude und mit großem Einsatz tun – zu unser aller geist‑
lichem Nutzen.
Vergessen wir aber auch nicht, dass wir alle aufgrund unserer Taufe Be‑
rufene und Gottgeweihte sind. Ein Lied im Gotteslob – wir werden es zur
Danksagung singen – bringt wunderbar zur Sprache, was für uns alle gel‑
ten soll: „Christus, der Herr, hat mich erwählt, ihm soll ich fortan leben.
Ihm will ich dienen in der Welt und Zeugnis für ihn geben. So leb ich nicht
mehr mir allein, sein Freund und Jünger darf ich sein. Ich trage seinen Na‑
men; sein bleib ich ewig. Amen.“ (GL 491,3)
Johannes Putzinger
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202594Textdatei PrediKatTextdatei PrediKat
Mo
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Bischof des Nordens
Predigtanregung für den Gedenktag des heiligen Ansgar
Es gibt Heilige, die vor allem dort bekannt sind, wo sie gewirkt haben. Der
heilige Ansgar gehört sicherlich dazu. Er lebte im 9. Jahrhundert als Be‑
nediktinermönch zuerst im Kloster Corvey bei Höxter. Von dort aus be‑
gleitete er den damaligen König auf seinen Missionsreisen in den Norden
Europas – zuerst nach Dänemark, dann nach Schweden, wo er die erste
christliche Kirche baute. Keimzelle für die Missionierung in Skandina‑
vien war damals die Stadt Hamburg. Ansgar wurde Bischof und ließ in
Hamburg die Marienkirche errichten, den heutigen Mariendom. Weil er
in Nordeuropa weiter missionarisch unterwegs sein wollte, reiste er nach
Rom und wurde von Papst Gregor IV. zum Erzbischof ernannt, woraufhin
er in Hamburg eine Schule und ein Kloster gründete. Bildung, Missionie‑
rung und Erziehung im christlichen Glauben waren sein Ziel.
Doch dies gelang nicht ohne Rückschläge. Das Volk der Wikinger wuss‑
te sich zur Wehr zu setzen. Sie plünderten den Mariendom und zerstörten
die Missionsstationen in Schweden und Dänemark. Ansgar musste nach
Deutschland zurückkehren und wurde vom damaligen König zum Bischof
von Bremen ernannt, das zum Sitz des Erzbistums Hamburg wurde. Ans‑
gar gründete eine Stiftung für bedürftige Geistliche, er kümmerte sich um
Gefangene und Benachteiligte und setzte seine Missionstätigkeit fort. In
skandinavischen Handelsstädten entstanden nach und nach Kirchen und
Missionsstationen, und der christliche Glaube konnte sich zögernd aus‑
breiten. Ansgar war von Hamburg aus tätig, musste nach der Zerstörung
der Stadt aber wieder nach Bremen zurückkehren und war schließlich bis
zu seinem Tod im Jahre 865 Erzbischof von Hamburg‑Bremen. Er gilt als
der Glaubensbote Schwedens und Dänemarks und wird Apostel des Nor‑
dens genannt.
Überliefert ist, dass Ansgar bei dem zunächst nur mäßigen Erfolg sei‑
ner Missionsreisen in Skandinavien offenbar als Persönlichkeit Eindruck
hinterließ. Beharrlichkeit und Unerschütterlichkeit zeichneten ihn aus,
Planung und Mut und zielgerichtetes Handeln verliehen ihm eine charis‑
matische Ausstrahlung. Er war von der Vision zur Missionierung geprägt.
In Schriften seines Schülers und Nachfolgers Rimbert ist überliefert, wie
Ansgar die Missionsgeschichte, die Rolle des Königtums und Glaubens‑
vorstellungen im Norden verstand. Schon bald nach seinem Tod wurde
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202595PrediKat
Mo
3
Ansgar in Hamburg sehr verehrt. Offiziell heiliggesprochen wurde er erst
993.
Was können wir heute von ihm lernen? Das Wort Mission hat heute
mehrere Bedeutungen. Wenn man heute von einer Mission spricht, die
jemandem eigen ist, ist immer ein Sendungsbewusstsein gemeint. Es
zeigt sich in Eifer, Begeisterung und Motivation, sich dem zu widmen,
wovon man überzeugt ist. Bei Ansgar war all dies sicherlich zu spüren.
Viele damals wollten ihn und seine Botschaft vom christlichen Glauben
zurückdrängen. Doch er hatte Menschen, die ihn unterstützten und vor
Angriffen schützen konnten. Und offenbar konnte er nicht nur mit seiner
Ausstrahlung überzeugen, sondern auch durch sein Tun: das, wofür er
sich einsetzte, die Bildung und soziale Gerechtigkeit im Geist Jesu Chri‑
sti, wurden von den Menschen wahrgenommen und werden ihre Spuren
hinterlassen haben. Somit kann Ansgar in seiner Entschlossenheit heute
Vorbild sein für das, was christliche Menschen auszeichnet: dass wir Rede
und Antwort stehen können für das, wofür wir uns einsetzen wollen und
für die Hoffnung, aus der wir leben (vgl. 1 Petr 3,15).
Ansgar ist Patron des Bistums Hamburg und von Skandinavien. Sein
Gedenktag ist der 3. Februar. Lioba Faust
» Lied zum hl. Ansgar
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202596Textdatei PrediKat
So
9
Mut wider Erfahrung
Predigtanregung für den 5. Sonntag im Jahreskreis
Es ist schon erstaunlich, wie sich dieser erfahrene Fischer von Jesus ent‑
gegen all seiner Erfahrung noch einmal auf den See hinausschicken lässt.
Petrus und seine Gefährten sind keine Anfänger. Sie kennen den See mit
all seinen Tücken. Zudem waren sie die ganze Nacht auf dem See unter‑
wegs und haben vergeblich gearbeitet, die Netze ausgeworfen und leer
wieder eingeholt. Wir kennen alle diese Erfahrungen, dass wir uns bemü‑
hen und doch all unser Mühen nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Und
trotzdem fahren diese Fischer noch einmal hinaus auf den See und werfen
die Netze aus. Allein, weil dieser Jesus es sagt.
Die Art und Weise, wie Jesus zu den Menschen gesprochen hat, hat
Petrus Mut gemacht, das Unmögliche zu versuchen. Auch wenn es gegen
seine Erfahrung spricht, er ist bereit, noch einmal auf den See hinauszu‑
fahren. “Fahr hinaus, dorthin, wo es tief ist!“, sagt Jesus. Nicht nur ein
wenig, nicht nur so tun als ob, sondern fahr wirklich hinaus und bemühe
dich, auch wenn du weißt, dass die Arbeit der vergangenen Nacht vergeb‑
lich war. Das erinnert an die Ermunterung von Papst Franziskus, an die
Ränder zu gehen. Auch dort Zeugnis abgeben für den Glauben, wo es kein
Selbstläufer ist, wo wir unsere Komfortzone verlassen müssen.
Klarheit
Für Petrus ist es klar, er tut, was Jesus sagt. Er lässt sich ganz darauf ein,
weil er tief in seinem Inneren spürt, dass es richtig ist. So wie es der dä‑
nische Religionsphilosoph Søren Kierkegaard einmal formuliert: „Nur
die Wahrheit, die erbaut, ist Wahrheit für dich.“ (Søren Kierkegaard) Die
Botschaft Jesu hat Petrus ergriffen und er kann nicht anders, als diesem
Jesus zu folgen. Er weiß noch nicht warum, aber er spürt, dass das, was
Jesus sagt, für ihn ermutigend ist. Für ihn zeigt sich Nachfolge zuerst im
vertrauten Tun, sein Handwerk ausüben, wenn auch jetzt im Vertrauen
auf Gott. Und siehe da, das Werk gelingt. Das Netz füllt sich mit Fischen,
mehr als zu erwarten war, ja, mehr als er in der vergangenen Nacht er‑
wartet hätte. Wo das Vertrauen auf Gott das Handeln prägt, kann mehr
werden, als wir erwarten.
Mit einem Mal begreifen Petrus und seine Begleiter, dass dieser Mann,
der gerade noch von seinem Boot aus die Menschen lehrte, mehr ist als
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202597PrediKat
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irgendwer, dass in ihm das aufblitzt, was Sinn für das Leben stiftet. Sie er‑
leben, wie Gott in ihrem Alltag erfahrbar wird. Das lässt sie erschrecken.
Sie sehen sich in ihrer Kleinheit und Hilflosigkeit, in ihren Fehlern und Sün‑
den. Doch Jesus rechnet nicht auf und erhebt keinen Zeigefinger. Er weiß,
wen er beruft. Menschen mit Fehlern und Schwächen. Die Botschaft des
Glaubens ist zuerst keine moralisierende Katechismuslehrstunde, son‑
dern Ermutigung zum Leben. Aus der Erfahrung mit Gott den Herausfor‑
derungen des Alltags begegnen.
Menschenfischer
Plötzlich wird ihm klar, dass Jesus seinem ganzen Leben einen Sinn ge‑
ben kann. Sein Leben bekommt eine neue Zielrichtung. Jesus traut ihm zu,
dass er Menschen fangen kann, andere begeistern für Gottes Botschaft,
wie er durch Jesus begeistert worden ist. Obwohl er nicht perfekt ist und
um seine Fehler weiß, Jesus scheint das nicht zu stören. Für ihn ist wich‑
tig, dass Petrus bereit ist, die frohe Botschaft ermutigend zu verkünden.
Und die Kirche heute
So wird klar, was auch heute der Auftrag der Kirche in der Welt ist. Bei
aller Resignation, bei allem Profitstreben und Gegeneinander selbst ein
Zeichen für Gemeinschaft und Miteinander zu setzen. Aus dem Vertrau‑
en auf Gottes Beistand Sinn zu erleben und Sinn zu schenken. Dann kann
man auch in unbekanntes Terrain aufbrechen, in die Tiefen des Lebens,
und die Netze auswerfen, die nicht einengen und gefangen nehmen, son‑
dern miteinander verbinden und gegenseitig tragen können.
Reinhard Röhrner
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202598Textdatei PrediKat
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Freud und Leid gehören zusammen
Predigtanregung für den 6. Sonntag im Jahreskreis
Ist Arm‑Sein an sich schon ein Grund, einen Menschen selig zu preisen?
Dann müsste man wohl einen Reichen ebenso schnell verfluchen, nur weil
er reich ist. Lukas geht es wohl um die Haltung, die dahintersteht. Es geht
ihm beim Armen um die Empfänglichkeit für das Reich Gottes, um die Of‑
fenheit für das Wunder seiner Nähe. Und die ist wohl bei leeren Händen
eher vorhanden als bei voll beladenen. Deswegen sagt Jesus in der Feld‑
rede: „Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.“
Und zu den Weinenden sagt er: „Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr wer‑
det lachen.“ Wer von uns würde einem Weinenden auf den Kopf zusagen,
dass er bzw. sie selig sei? Und was ist schlimmer: Einen Menschen zu be‑
trauern oder gar keinen Menschen zu haben, um den man weinen könnte?
Empathie mit den Armen
Es gibt einen Zusammenhang zwischen Leiden und wirklicher Freude. Ei‑
gentlich sind die beiden gute Freunde. Öffnet nicht erst das Leiden das
Tor zur vollkommenen, tiefgründigen Freude? Die Seligpreisungen gehen
uns alle an. Solange wir leidensfähig sind, solange wir Menschen und de‑
ren Schicksal aufrichtig betrauern, solange wir gelegentlich die eine oder
andere Beschämung für unseren Glauben einstecken, sind wir den Seligen
nahe. Solange wir empathisch sind mit jenen, denen es nicht so gut geht
wie uns, können wir nicht fehl gehen. Solange wir spüren, dass etwas in
diesem Leben, in unseren Kirchen, auf dieser Erde nicht ganz stimmig ist,
bleiben wir auf der Suche, treibt uns eine heilige Unruhe, sind wir auf dem
rechten Weg. Weinen und Lachen bestimmen unser Leben. Das Leiden ist
unsere Realität, es ist aber auch im Kreuz ein Siegeszeichen über Tod und
Vernichtung.
Das Gegenteil von Liebe ist nicht der Hass, sondern die Gleichgültig‑
keit. Die Anonymität und Unverbindlichkeit den engsten Nachbarn ge‑
genüber sind in den Großstädten besonders dramatisch. Die fehlende
Anteilnahme, die beißende Ignoranz, der müßige Relativismus, der al‑
les „gleich‑gültig“ nebeneinander stehen lässt, treffen Menschen noch
schlimmer als der blanke, aggressive Hass. Oder wenn wir uns aller Hoff‑
nung entledigen und über das Elend in der EINEN Welt sagen: „Da kann
ein Einzelner eh nichts machen“, haben wir schon verloren. Millionen
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202599PrediKat
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Menschen müssen mit ungefähr zwei Euro pro Tag auskommen. Ähnlich
ist es auch mit den Bildungschancen und den damit verbundenen Arbeits‑
möglichkeiten. Das ist nicht fair. Das Leben meint es nicht immer mit allen
gut. Diese Tatsache darf uns nicht kalt und unbeteiligt lassen.
Haben verpflichtet
Die Weherufe über die Satten erinnern daran, dass Reichtum verpflichtet.
Im Glauben geht es nicht nur um spezielle, vorgeschriebene Leistungen,
es geht um unser Herz. Der Zehnte des Einkommens galt zur Zeit Jesu als
Richtschnur für die Versorgung von Priestern, Armen, des Heiligtums etc.
Heute wird diese Abgabe durch staatliche Steuern bzw. Kirchensteuern
abgedeckt. Was aber, wenn darüber hinaus noch Geld übrig ist? Wäre das
nicht am besten bei den Armen angelegt? Besitz ist nie für einen oder eine
Familie allein da.
Die Geschichte zeigt, dass wir immer und zu jeder Zeit Möglichkeiten
haben, diese Welt in einen freundlichen Ort zu verwandeln. Viele Heilige
wie Franz von Assisi haben das versucht.
Was wir tun können, muss nicht spektakulär sein. Da wirkt eine als Ba‑
bysitterin bei überforderten Alleinerziehenden. Manche gehen als Ehren‑
amtliche bewusst in ein Senioren‑ oder Pflegeheim. Andere machen sich
als Schulweghelferin nützlich. Wieder andere wirken mit an der Weiter‑
gabe des Wortes Gottes. Andere pflegen Angehörige zu Hause. Wie auch
immer: Wenn wir mit den Weinenden weinen und mit den Verschmähten
leiden, wenn wir uns für Schwache einsetzen, werden wir selig sein. Das
ist es, was dieser Welt so stark abgeht: beglückende Begegnungen, Em‑
pathie, Rücksicht, Zeit füreinander, gelebte Solidarität von Mensch zu
Mensch.
Ein Leben, das sich dem Reich Gottes verschreibt, kann oft nicht anders
als in der satten Welt anzuecken. Was den Jüngerinnen und Jüngern ab‑
verlangt wurde, wird auch von uns erwartet: unsere Hingabe, unser Be‑
kenntnis zum Menschensohn und damit zu allen, die mit ihm verschmäht
werden: „Freut euch und jauchzt an dem Tag; denn siehe, euer Lohn im
Himmel wird groß sein“, so spricht Jesus uns allen heute noch zu.
Josef Mayer
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025100Textdatei PrediKat
Verstehen, vergeben, lieben
Predigtanregung zum 7. Sonntag im Jahreskreis
Das Kernstück des heutigen Evangeliums ist zweifellos das Gebot der
Feindesliebe. Die Frage, was es denn dazu braucht, dass Menschen ein‑
vernehmlich miteinander leben können, ist aktuell wie nie, ebenso die
Frage, ob Gewaltfreiheit ein gangbarer Weg zum Frieden ist, ja ob dieser
Weg überhaupt möglich ist. Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch mit
einem anderen machen kann, was ihm gerade einfällt und dieser alle De‑
mütigungen einfach hinnehmen muss! Muss nicht bereits ein Kind lernen,
sich durchzusetzen oder zu wehren, wenn es angegriffen oder belästigt
wird? Oder sein Recht einzufordern, wenn es sich benachteiligt fühlt? Ge‑
hört es nicht auch zum Zusammenleben, Grenzen zu setzen? Wenn Worte
und Argumente nicht mehr ausreichen, müssen eben andere – schlagkräf‑
tigere – Mittel eingesetzt werden. Immer nachgeben, immer Verständnis
aufbringen, immer klein beigeben –das ist doch zu einseitig! Aber welche
Alternative gibt es?
Das mit der Feindesliebe ist überhaupt so eine Sache. Tagtäglich wer‑
den wir in den Nachrichten gefüttert mit Berichten über Kriege, Feind‑
seligkeiten, Katastrophen, verbalen oder nonverbalen Übergriffen. Die
Kommentare und Reaktionen, die in den sozialen Medien auf tragische
Vorkommnisse wie Gewalttätigkeiten oder eskalierenden Streitigkeiten
zu lesen sind, betreiben weitgehend eine Schwarz‑Weiß‑Malerei: hier die
Guten, dort die Bösen ..., „Schon wieder die ...“ Gehen aber die Worte Jesu
nicht auch in eine ähnliche Richtung? Der Vorwurf an das Christentum, es
mache Menschen unmündig, weil es dazu anhalte, jede Art von Gewalt
widerspruchslos hinzunehmen, auszuhalten, vielleicht sogar zu entschul‑
digen, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Oft ist er verbunden mit
einem gewissen „Ätsch‑Verhalten“, einer gewissen Genugtuung: Wir sind
die Guten, die alles akzeptieren (können), und ihr werdet schon sehen!
Letztlich sind wir auf der besseren Seite: „Mein ist die Rache, spricht der
Herr!“ (Dtn 32,35)
Etwas Altes neu formuliert
Jesus sagt seinen Zuhörern eigentlich nichts Neues. Bereits im Alten Te‑
stament ist das Gebot der Liebe zum Mitmenschen („der Nächstenlie‑
be“) formuliert. Auch die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu wie Rabbi Hillel,
So
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| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025101PrediKat
schärfen ein: Was dir verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht. Das
ist die ganze Tora, alles andere ist Auslegung. Jesus ruft das Gebot nur
recht provokativ in Erinnerung. Natürlich gibt es Grenzen: Grenzen der
Sympathie, des Verstehens, des Akzeptieren‑könnens, der Vergebungs‑
bereitschaft, des guten Willens usw. Grenzen dürfen und sollen im Sinne
eines guten Miteinanders eingehalten werden. Auch zum eigenen Schutz.
Gerade die Grausamkeiten, die wir alle kennen, zeigen, zu welchen Grenz‑
überschreitungen Menschen fähig sind: Folter, Mord, Vergewaltigung,
Demütigung, Psychoterror und weitere Möglichkeiten, dem anderen auf
jede nur erdenkliche Weise das Leben schwer zu machen. Wir sind so da‑
ran gewöhnt, dass es oft nur noch heißt, „das ist halt so“, und „man müs‑
se die Welt eben so nehmen, wie sie ist“.
Jesus hat eine andere Sicht der Dinge. Sein Anliegen ist das Werden des
Reiches Gottes, und dort haben Grausamkeiten aller Art keinen Platz.
Er weiß, dass es neben der Wirklichkeit, die uns tagtäglich begegnet,
auch eine andere gibt: die Wirklichkeit Gottes. Diese Wirklichkeit wird
sich durchsetzen, denn sie ist die Wirklichkeit des Schöpfers, der „alles
sehr gut“ gemacht hat (Gen 1,31). Nun geht es darum, diese Wirklichkeit
Gottes in unseren Lebensraum hereinzuholen, und – wo immer es geht –
den Kreislauf von Hass, Streit, Gewalt, Unversöhnlichkeit zu brechen. Mit
seinen Provokationen ruft Jesus jeden von uns auf, das Seine dazu zu tun.
Jede und jeder hat dazu Möglichkeiten. Er kann sie einsetzen, und zwar
nicht im Sinne eines naiven Weltverbesserers, sondern mit dem Selbstbe‑
wusstsein dessen, der weiß, dass Gott ihm Talente dazu gegeben hat: z.
B. Probleme beim Namen zu nennen oder sachlich zu argumentieren oder
ehrlich zu vermitteln.
Es geht nicht darum, zu überlegen, wo und wie die Grenzen von Liebe,
Barmherzigkeit und menschlicher Nähe beginnen oder enden, sondern
um die Denkweise Gottes und seine Einstellung zu den Menschen in die
Welt zu tragen. Allen soll klar werden, wie ein Zusammenleben aussieht,
wenn es nach der Denkweise Gottes gestaltet ist. Jesus fordert auf, uns
nicht in den Eifersüchteleien, Kleinkriegen und Machtspielen des Alltags
zu verlieren, sondern von der Wirklichkeit Gottes anstecken zu lassen und
Zeichen zu setzen. Sicher werden wir nicht alle Situationen lösen. Doch
gibt es immer wieder dort eine Wende, wo niemand damit gerechnet hat.
Es kommt auf den Versuch an. Auf einer Spruchkarte habe ich einen Satz
gelesen, der ganz im Sinne Jesu ist: „Alle sagten: Das geht nicht. Dann
kam einer, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.“
Hanns Sauter
So
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| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025102Textdatei Lieder, Texte & Gebete
Gebet zum Heiligen Jahr 2025
Vater im Himmel,
der Glaube, den du uns in deinem Sohn
Jesus Christus, unserem Bruder, geschenkt hast,
und die Flamme der Nächstenliebe,
die der Heilige Geist in unsere Herzen gießt,
erwecke in uns die selige Hoffnung
für die Ankunft deines Reiches.
Möge deine Gnade uns zu
fleißigen Säleuten des Samens des Evangeliums verwandeln,
möge die Menschheit und der Kosmos auferstehen
in zuversichtlicher Erwartung
des neuen Himmels und der neuen Erde,
wenn die Mächte des Bösen besiegt sein werden
und deine Herrlichkeit für immer offenbart werden wird.
Möge die Gnade des Jubiläums
in uns Pilgern der Hoffnung
die Sehnsucht nach den himmlischen Gütern erwecken
und über die ganze Welt
die Freude und den Frieden
unseres Erlösers gießen.
Dir, gesegneter Gott in alle Zeit
sei Lob und Ehre in Ewigkeit.
Papst Franziskus
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025103Textdatei Lieder, Texte & Gebete
Pilger der Hoffnung
Hymne zum Heiligen Jahr 2025
Licht des Lebens, Flamme unsrer Hoffnung!
Dieses Lied, es steige auf zu dir.
Gott, dein Schoß hält ewig uns geborgen.
Voll Vertrauen gehen wir mit dir.
Alle Sprachen, alle Nationen
finden Licht in deiner Offenbarung.
Deine Kinder, fragend, sehnend, suchend:
Dein geliebter Sohn heißt sie willkommen.
Licht des Lebens, Flamme unsrer Hoffnung!
Dieses Lied, es steige auf zu dir.
Gott, dein Schoß hält ewig uns geborgen.
Voll Vertrauen gehen wir mit dir.
Gott, du siehst uns, zärtlich und geduldig
und verheißt uns eine neue Zukunft.
Deine Schöpfung, neu wird sie erstrahlen.
Geist des Lebens, sprenge du die Mauern!
Licht des Lebens, Flamme unsrer Hoffnung!
Dieses Lied, es steige auf zu dir.
Gott, dein Schoß hält ewig uns geborgen.
Voll Vertrauen gehen wir mit dir.
Hebt die Augen, lasst vom Geist euch führen
raschen Schrittes: Ja, der Herr wird kommen!
Blickt auf ihn, der für uns Mensch geworden.
Eilt in Scharen unserm Gott entgegen.
Licht des Lebens, Flamme unsrer Hoffnung!
Dieses Lied, es steige auf zu dir.
Gott, dein Schoß hält ewig uns geborgen.
Voll Vertrauen gehen wir mit dir.
Text: Pierangelo Sequeri
Übertragung ins Deutsche: Jakob Johannes Koch
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025104Textdatei Lieder, Texte & Gebete
Reisender im Norden
Lied zum heiligen Ansgar
1. Du Reisender in Gottes Dienst,
voll Kraft, wo immer du erschienst,
die Botschaft war dein Fischernetz,
die Liebe Kompass und Gesetz.
2. So wurdest du vom Geist gesandt
in fernes, unbekanntes Land.
Und immer weiter lockte er
dich nordwärts über Fluss und Meer.
3. Dass Christus Sieger sei, riefst du
den Königen und Völkern zu.
Groß war der Zug, der dir gelang.
Doch Sturm bedrohte deinen Fang.
4. Trotz Misserfolg und Widerstand,
trotz Plünderung, Gewalt und Brand
erfuhrst du Gottes Schöpfermacht.
Er hat den Plan zum Ziel gebracht.
5. Sankt Ansgar, bleib dem Norden treu,
sag heute deine Botschaft neu
und füll die Netze tausendfach
mit Christenmenschen, klar und wach.
6. Gib festen Mut und weite Sicht,
wenn uns ein Werk in Scherben bricht,
damit wir Gottes Reich verstehn
und seine Wege weitergehn.
T: Peter Gerloff
M: zu singen nach GL 147
(„Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“)
Forum
Konzilien rocken!
Gedanken zu 1700 Jahre Nizäa und Heiligen Jahren
„Eppur si muove! Und sie bewegt sich doch.“ Dieser Satz ist legendär. Er
wird Galileo Galilei zugeschrieben. Verurteilt durch die Inquisition soll er
ihn in Blick auf die Erde gesagt haben. Nun passt das Wort „legendär“
nicht unbedingt, weil Legenden Heiligenerzählungen sind und Galilei
wohl nicht in die Liste der Heiligen und Seligen aufgenommen wird. Und
doch ist der ihm zugeschriebene Satz sprichwörtlich geworden.
„Und sie bewegt sich doch!“ – so könnte man auch 1992 gedacht ha‑
ben, als Johannes Paul II. Galilei gleichsam posthum rehabilitierte. Dabei
war Galilei schon zum „Symbol für die angebliche Ablehnung des wissen‑
schaftlichen Fortschritts durch die Kirche“ (Johannes Paul II.) geworden.
Sie, hier die Kirche, bewegt sich, sie ist unterwegs auf ihrem Weg durch
die Zeit. Auf diesem Weg gibt es immer wieder Meilensteine. Eine solche
Wegmarke fand vor genau 1700 Jahren statt.
Das Konzil von Nizäa
Nun hat das Wort „Konzil“ vielleicht etwas Verstaubtes an sich. Die Über‑
schrift „Konzilien rocken!“ mag wie ein Widerspruch in sich klingen. Aber
es stecken Wahrheiten darin: Konzilien rocken, sie bewegen, sie haben
eine Kraft, die die Christenheit berührt. Als Versammlung aller Bischöfe
kommt die Weltkirche zusammen. Freilich war dies beim Großtreffen von
Nizäa, dieser ersten Versammlung, die den Titel „Ökumenisches Kon‑
zil“ führt, noch überschaubar: Hauptsächlich waren Bischöfe des Oströ‑
mischen Reiches der Einladung des Kaisers gefolgt, nur wenige aus dem
Westen, der lateinischen Kirche, waren angereist. Aber unabhängig von
den Umständen und Strukturen: In Nizäa wurde Theologiegeschichte ge‑
schrieben. In den andauernden Streitigkeiten um die Gottheit Jesu wurde
festgehalten: „Jesus Christus, wesenseins mit Gott.“ Die Anhänger des
Arius waren nicht bereit, dies zu unterschreiben – sie hatten Jesus als
hervorragendes Geschöpf Gottes gedeutet, als besonderes Werk Gottes,
aber eben doch als Geschöpf. Sie wurden ausgeschlossen: Anathema sit.
Es würden Jahrhunderte und eine Menge weiterer Konzilien folgen, bis
mit dem II. Vatikanischen Konzil (1962‑65) erstmals eine Versammlung
keine Anathemata ausspricht. Bis dahin galt das Prinzip: (Theologische)
Profilschärfung durch Abgrenzung. Das klingt auf den erste Blick eher ne‑
106| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025
Forum
gativ. Aber es zeigt ein Ringen um ein immer tieferes theologisches Durch‑
dringen von offenen Fragen oder Themen, zu denen es verschiedene An‑
sichten gab.
Entscheidungen
Dass 325 die theologischen Fragestellungen, die als Streitigkeiten ge‑
führt wurden, nicht zu Ende waren, zeigt die Konzilsgeschichte. Erst
nach weiteren drei Konzilien trat dann in der Frage nach „Gottheit und
Menschheit in Jesus Christus“ mit dem Konzil von Chalkedon (451) etwas
Ruhe ein. Mit Nizäa entstanden aber auch andere richtungsweisende Ent‑
scheidungen. Liturgisch gesehen wird in einem der erhaltenen Kanones
vermerkt, dass man am Sonntag beim Gebet stehen solle. Daher die For‑
mulierung in einem der Hochgebete: „Wir danken dir, dass du uns berufen
hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen.“ Wir alle stehen vor Gott. Das
Konzil betont die alte Praxis des Betens im Stehen und damit der Würde
des Menschen in Gottes Augen. Viele andere Themen wie Simonie oder
Zölibat wurden ebenfalls in den Kanones angesprochen und wohl gab es
auf dem Ersten Ökumenischen Konzil auch Empfehlungen zur Berechnung
des Ostertermins (Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond).
Petrus mit dabei
Vorhin hieß es „Konzilien rocken“. Schauen wir auf das englische Wort
„rock“ – „Fels“, dann ist im katholischen Sinn natürlich auch der Hinweis
auf Petrus und den Papst als Nachfolger des Petrus anzusprechen („Auf
diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ Mt 16,18). In Nizäa war der
Bischof von Rom nicht dabei; trotzdem war das Konzil dann aber im We‑
sten als solches anerkannt worden. Die Konzilsgeschichte und Kirchenge‑
schichte zeigte dann auf, wie sich ab dem 5./6. Jahrhundert der Schwer‑
punkt und Einflussraum nach Westen – eben Richtung Rom – verlagerte.
Konzilien waren nicht mehr ohne Papst zu denken. Und auch hier galt: Sie
– in diesem Fall die Kirche – bewegt sich. Sie ist eine Ecclesia semper re‑
formanda, immer im Selbst‑Reformprozess. Die Frage nach Synodalität
bringt dies unter neuen Vorzeichen auch aktuell aufs Tapet.
Heiliges Jahr 2025
Das noch junge Jahr ist nicht nur dem 1700‑Jahre‑Gedächtnis von Nizäa
gewidmet. Es ist auch ein „Heiliges Jahr“, wie es seit dem Jahr 1300 be‑
gangen wird. Der Abstand zwischen zwei Heiligen Jahren liegt seit Ende
107| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025
Forum
des 15. Jahrhunderts bei regulär 25 Jahren. Rom erwartet einen Besu‑
cheransturm für dieses Jahr. Waren es im letzten regulären Heiligen Jahr
2000 rund 25 Millionen Pilger, so rechnet man für 2025 nun mit etwa 45
Millionen! Sie werden sich auf den Weg machen und wollen dem Motto
entsprechend „Pilger der Hoffnung“ sein. Es wird zwar kein Konzil im kir‑
chenrechtlichen Sinn geben, aber eine so große Menge an Menschen, die
sich aus diversen, darunter aber sicher auch Glaubens‑Gründen auf den
Weg macht, wird nicht übersehbar sein. Natürlich sind nicht alle zur glei‑
chen Zeit am gleichen Ort und natürlich spielen auch ökonomische und
andere Motive mit hinein. Man wird auch nicht die Konzilsformel verwen‑
den können: „Der Heilige Geist und wir haben entschieden …“ Und doch:
Kirche kann sich hier dreierlei Dinge bewusst werden.
Sie ist unterwegs auf dem Weg durch die Zeit, sie ist der Raum der Ge‑
fährtenschaft – miteinander und zuallererst mit ihrem Herrn Jesus Chri‑
stus. Kirche ist katholisch, weltumfassend, bunt und vielfältig – weil die
Menschen in ihr diese Vielfalt als Reichtum mitbringen. Kirche hat ein Ziel:
Die Kirche des Himmels, die Gemeinschaft der Heiligen in der Vollendung.
Dann übrigens wird die Kirche als „Institution“ selbst überflüssig sein.
Das lässt den eigenen Status bescheidener in den Blick nehmen: Eine Kir‑
che, die sich als Weggemeinschaft versteht und an Meilensteine wie das
Konzil von Nizäa erinnert, mag sich selbst als geführt erfahren und von
dorther Führungsaufgaben übernehmen.
Und sie bewegt sich doch.
Jetzt bleibt nur die Frage: In welche Richtung bewegt sie sich? Ein Blick
auf die ersten Konzilien und ein Streifzug durch die Geschichte zeigen
aus heutiger Sicht manches unverständliche Debattieren um heute als
nicht „akut“ angesehene Themen. Das Zeitmoment, aber auch die Ein‑
ordnung, das zeitweilige Zurechtrücken durch eben den oben genannten
Heiligen Geist ließ dann erkennen, dass hier nicht allein eine menschliche
Organisation geschichtliche Spuren hinterlässt. In der Feier der Liturgie
wird auf verschiedene Weise und in unterschiedlichsten Formen das Lob
Gottes gesprochen, gebetet, gesungen. Wenn durch Nizäa der Versuch
unternommen wurde, den Ostertermin zu klären und zu vereinheitlichen,
so ist das eigene Ostern eines jeden Gläubigen der Zielpunkt, auf den es
hinzuleben gilt. Meilensteine wie Konzilien oder Heilige Jahre laden in
diesem Sinn zur eigenen „Neukalibrierung“ mit dem Zielpunkt Heiligkeit
ein. Robert Paulus
| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025
L i t u r g i e K
O
N
K
AV108
Geht wählen!
Fünf Jahre ist es her, dass über Nacht an der Mauer der
Laurentiuskirche in Bünde (NRW) Schmierereien zu
lesen waren, die sich gegen die Kirche und Kirchenge‑
meinde richteten.
Eine schnelle und kreative Lösung fanden damals ei‑
nige Gemeindemitglieder, indem sie die Graffiti teilwei‑
se überklebten.
2025 geht es wieder ums Wählen‑Gehen. Und wieder
gilt es – allerorten – das Gute zu stärken.
aus: Westfalen-Blatt vom 13.9.2020
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