Februar2025 Jeden Tag Messe

 2

Messfeiern

für jeden Tag

Verlag Friedrich Pustet | 2025 · Jahrgang 28



Februar 2025

1 Samstag der 3. Woche im Jahreskreis

2 F Darstellung des Herrn

3 Montag der 4. Woche im Jahreskreis

4 Dienstag der 4. Woche im Jahreskreis /g Rabanus Maurus

5 G Agatha

6 G Paul Miki und Gefährten

7 Freitag der 4. Woche im Jahreskreis / Herz‑Jesu‑Freitag

8 Samstag der 4. Woche im Jahreskreis / g Josefine Bakhita

9 5. Sonntag im Jahreskreis

10 G Scholastika

11 Dienstag der 5. Woche im Jahreskreis /

g Unsere Liebe Frau in Lourdes

12 Mittwoch der 5. Woche im Jahreskreis

13 Donnerstag der 5. Woche im Jahreskreis

14 F Cyrill und Methodius

15 Samstag der 5. Woche im Jahreskreis

16 6. Sonntag im Jahreskreis

17 Montag der 6. Woche im Jahreskreis /

g Sieben Gründer des Servitenordens

18 Dienstag der 6. Woche im Jahreskreis

19 Mittwoch der 6. Woche im Jahreskreis

20 Donnerstag der 6. Woche im Jahreskreis

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 20255Inhaltsverzeichnis

21 Freitag der 6. Woche im Jahreskreis

22 F Kathedra Petri

23 7. Sonntag im Jahreskreis

24 F Matthias

25 Dienstag der 7. Woche im Jahreskreis / g Walburga

26 Mittwoch der 7. Woche im Jahreskreis

27 Donnerstag der 7. Woche im Jahreskreis

28 Freitag der 7. Woche im Jahreskreis


Sa 1

Samstag der 3. Woche im Jahreskreis

L Hebr 11,1–2.8–19; Ev Mk 4,35–41 (Lekt. V, 83)

Zur Eröffnung GL 423 (Wer unterm Schutz des Höchsten steht)

Einführung

Das Wort „glauben“ bedeutet im Lateinischen zugleich „vertrauen“. Die‑

se Erweiterung unseres Glaubensbegriffs kann uns helfen, die Texte des

heutigen Gottesdienstes besser nachzuvollziehen. Es geht nicht um ein

mechanisches Loslassen unserer Vernunftbegabung, einen gewisser‑

maßen blinden Glauben. In unserem Leben spielt es gerade für das Zwi‑

schenmenschliche eine wichtige Rolle, zu glauben und zu vertrauen. Auch

Gott will, dass wir ihm vertrauen. Und Jesus macht es uns vor.

Kyrie-Rufe mit GL 151

Herr Jesus Christus, du führst die Menschen zum ewigen Leben.

Du sorgst dich um die Menschen, damit niemand zugrunde geht.

Du hältst uns Menschen in den Stürmen unseres Lebens.

Tagesgebet Zur Auswahl 5 (MB 306)

Gott, du bist da. Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns wie die

Luft, die wir atmen, ohne die wir nicht leben können. Gib, dass wir dir ganz

vertrauen und leben ohne Angst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Lk 1; GL 657,3 mit VV. aus dem Lekt. im II. Ton

Halleluja GL 175,2

Zu den Schriftlesungen

Das Vertrauen auf Gott im Glauben soll uns ein Leben lang begleiten.

Propheten und Heilige sind mit dieser Eigenschaft durchs Leben gepil‑

gert, haben Stürme erlebt und in Gott ausgehalten. Doch anders als die

Propheten des Ersten Bundes, die gestorben sind, „ohne das Verheiße‑

ne erlangt zu haben“ (Hebr 11,13b), haben wir, die wir in der Taufe neue

Propheten sind, durch Jesus dieses Heil erlangt. Wovor brauche ich dann

noch Angst zu haben? Sogar Jesus schläft, während es stürmt. Vielleicht

sollte ich es ihm mal gleich tun und Ruhe bewahren.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 20259Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Sa

1

Fürbitten

Wir wollen zu Jesus rufen, der die Stürme unseres Lebens zum Schweigen

bringt:

✧ Die Jünger fuhren mit Jesus in einem Boot. Lass die Christen zusam‑

menstehen und verbunden durch den Heiligen Geist die Herausforde‑

rungen der Zeit bestehen.

Herr, steh uns bei.

✧ Die Jünger gerieten in Panik. Bewahre die Menschen davor, sich durch

unvorhergesehene Ereignisse oder durch die Berichterstattung in den

Medien verunsichern zu lassen.

✧ Plötzlich erhob sich ein Wirbelsturm. Stelle den Menschen, die von Na‑

turkatastrophen betroffen sind, helfende Hände zum Wiederaufbau

zur Seite.

✧ Die Jünger fuhren mit Jesus ans andere Ufer. Schenke unseren Verstor‑

benen eine gute Ankunft in deinem Reich.

Mit dir, o Gott, können wir den Stürmen des Lebens standhalten. Für dei‑

ne Kraft, die du uns schenkst, sagen wir dir Lob und Dank und preisen dich

im Vater und im Heiligen Geist.

Zur Gabenbereitung GL 184 (Herr, wir bringen in Brot und Wein)

Sanctus GL 200

Agnus Dei GL 204

Besinnung nach der Kommunion

Sein Brot.

Sein Leib.

Er spricht: Ich gebe mich Dir ganz hin.

Vertraue mir.

Er ruft: Ich gehe mit Dir.

Glaube mir.

Sein Brot.

Sein Leib.

In mir.

Ich gebe mich Dir ganz hin. Ich gehe mit Dir.

Zur Danksagung GL 489 (Lasst uns loben, freudig loben)

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202510Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Sa

1

Wort auf den Weg

„Befiehl dem Herrn deinen Weg, vertrau ihm – er wird es fügen.“ (Ps 37,5)

Gott zu vertrauen beginnt bei mir. Dann kann ich mich sicher auf den Weg

machen.

Zur Sendung GL 456,1–2 (Herr, du bist mein Leben)

oder

Mariengruß GL 523 (O Maria, sei gegrüßt)

Maurus Korn/Red.

» Hauptartikel: Gedanken zu 1700 Jahre Nizäa und

Heiligen Jahren

» Gebet zum Heiligen Jahr 2025

» Hymnus zum Heiligen Jahr 2025

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202511Textdatei | Liedplan Kalendarium

So

2

F Darstellung des Herrn

L Mal 3,1–4; 2. L Hebr 2,11–12.13c–18; Ev Lk 2,22–40 (oder 2,22–32) (Lekt. III/C, 405)

 Heute ist Tag des gottgeweihten Lebens. Leitwort: „Nun lässt Du, Herr,

Deinen Knecht, in Frieden scheiden“ (Lk 2,29). Intention: Für alle, die in

ihrer geistlichen Berufung erfüllt alt geworden sind – Fürbitten!

Zur Eröffnung GL 374,1–3 (Volk Gottes, zünde Lichter an)

Einführung

40 Tage nach seinem Geburtsfest schauen wir wieder auf den Herrn. Ma‑

ria und Josef bringen dem jüdischen Gesetz entsprechend das Jesuskind,

ihren Erstgeborenen, in den Tempel, um deutlich zu machen: Er gehört

Gott. Mehr als auf jeden anderen Erstgeborenen trifft dies auf Jesus zu,

ja, er gehört nicht nur Gott, er ist Gott. – Zugleich feiern wir heute den

Tag des gottgeweihten Lebens. Als Getaufte gehören wir alle Gott. Jene,

die einen geistlichen Beruf gewählt haben, stellen ihr Leben in den Dienst

Gottes und seines Volkes, ja eigentlich aller Menschen. Ihnen wollen wir

unser Gebet heute besonders schenken.

Kyrie-Rufe GL 160 (Gott des Vaters ewger Sohn)

Gloria GL 173,1.2 (Gloria, Gloria in excelsis Deo)

Tagesgebet Vom Tag (MB 623)

Allmächtiger, ewiger Gott, dein eingeborener Sohn hat unsere menschli‑

che Natur angenommen und wurde am heutigen Tag im Tempel darge‑

stellt. Läutere unser Leben und Denken, damit wir mit reinem Herzen vor

dein Antlitz treten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 24; GL 633,3.4 (VV. 7–10)

Halleluja GL 175,5

» Predigtanregung

Credo GL 180,1.2 (Credo in unum Deum)

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202512Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium

So

2

Fürbitten

Jesus Christus selbst ist unser barmherziger Fürsprecher beim Vater. So

lasst uns rufen: Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.

✧ Hanna sprach über das Jesuskind „zu allen, die auf die Erlösung Jeru‑

salems warteten“: Stärke alle, die du in deinen besonderen Dienst ge‑

rufen hast, zum treuen und unermüdlichen Zeugnis.

✧ Simeon pries dich als „Licht, das die Heiden erleuchtet“ und als Herr‑

lichkeit für Israel: Lass jene, die dich erkannt haben, treu am Glauben

festhalten, und führe jene, die suchen und dich noch nicht kennen, zu

dir.

✧ Maria und Josef staunten über das, was sie hörten. Hilf allen Christen,

dass sie sich von deiner Liebe bewegen lassen.

✧ Simeon durfte die Erfüllung der Verheißung erleben, und er dankte da‑

für. Lass jene, die in deinem Dienst stehen, die Früchte ihres Wirkens

sehen, und führe sie einst in die Freude deines Reiches.

Herr Jesus Christus, wir vertrauen, dass du beim Vater bist. Dir sei

Lobpreis, Anbetung und Ehre.

Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)

Sanctus GL 110

Agnus Dei GL 111

Besinnung nach der Kommunion

„Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet

hast.“ Simeon durfte den Herrn leibhaftig sehen, wir durften ihn in der

Gestalt des Brotes empfangen. Aber es ist derselbe Herr, und der Emp‑

fang der heiligen Kommunion darf uns mit tiefer Freude erfüllen.

Zur Danksagung GL 491 (Ich bin getauft und Gott geweiht)

Wort auf den Weg

Die Eltern Jesu kehrten wieder nach Galiläa zurück. Auch wir gehen wie‑

der in „unser Galiläa“ in unseren Alltag zurück. Mit uns geht der Herr und

auch seine Mutter Maria.

Zur Sendung GL 500 (Nun lässest du, o Herr)

oder

Mariengruß GL 535 (Segne du, Maria) Johannes Putzinger

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202513Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Mo

3

Montag der 4. Woche im Jahreskreis

L Hebr 11,32–40; Ev Mk 5,1–20 (Lekt. V, 89)

Zur Eröffnung GL 446 (Lass uns in deinem Namen, Herr)

Einführung und Bußakt

„Der Glaube kann Berge versetzen.“ Mit den Propheten und Heiligen wird

aus dieser Redewendung Realität. Siegen, Heilen, Stärke zeigen, Helden

werden, Reinigen. All diese Taten und viele weitere mehr hören wir heute

in den Lesungen. Gott ruft uns, im Glauben an ihn Helden der Welt zu wer‑

den. Nicht einfach, aber mit Gott ist alles möglich. – Bekennen wir, dass

wir sündige Menschen sind, es aber mit Gottes Hilfe wagen wollen:

Ich bekenne …

Kyrie-Rufe mit GL 157

Herr Jesus Christus, du bist gekommen, um uns vom Bösen zu befreien.

Du bist der Sohn Gottes.

Du sendest uns, deine Macht zu verkünden.

Tagesgebet Für die Ausbreitung des Evangeliums (MB 1069)

Gott, du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis

der Wahrheit kommen. Sende Arbeiter in deine Ernte, damit sie der gan‑

zen Schöpfung das Evangelium verkünden. Sammle dein Volk durch das

Wort des Lebens und stärke es durch die Kraft des Sakramentes, damit

es auf dem Weg des Heiles voranschreitet. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Antwortpsalm Ps 3; GL 64,1 oder 649,2 mit VV. aus dem Lekt. im

II. Ton

Halleluja GL 175,4

Zu den Schriftlesungen

Glauben bedeutet nicht nur Siegen. Es kann auch bedeuten, im irdischen

Leben besiegt zu werden, um im ewigen Leben als Sieger dazustehen.

Gott behütet seine Kinder, davon singt Psalm 46. Doch mutet die Passa‑

ge des Hebräerbriefes schwierig an, wenn man hört, dass der Gläubige

der Sieger bleibt. Man glaubt, aktuelle Terroristen zu hören, die im Na‑

men des Glaubens zu agieren meinen. Doch die Perikope aus dem Mar‑

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Mo

3

kus‑Evangelium löst dieses Unbehagen auf. Glauben, wie es Jesus und der

Besessene von Gerasa leben, bedeutet „befreien“. Glauben soll befreien.

Soll helfen. Soll stärken. Niemals schwächen.

Fürbitten

Zu Jesus Christus, der uns befreien will, rufen wir voll Vertrauen:

✧ Sende deinen Geist in deine Kirche, damit sie dort heilen kann, wo Ver‑

wundungen geschehen sind.

Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.

✧ Sende deinen Geist allen Menschen, die weit weg sind von dir, dass sie

dich neu kennenlernen und als Freund der Menschen erfahren.

✧ Sende deinen Geist in die Herzen derer, die dich nicht in ihrem Leben

wollen, damit du wachsen kannst, wo andere Dürre zu sehen meinen.

✧ Sende deinen Geist in die Herzen jener, die Religion missbrauchen und

zeige ihnen, dass Liebe schärfer schneidet als die schärfste Waffe.

Dein Geist befreit uns von aller Unfreiheit. Dafür loben wir dich und prei‑

sen wir dich, heute und alle Tage unseres Lebens, bis in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)

Sanctus GL 190

Agnus Dei GL 202

Besinnung nach der Kommunion

Gott macht mich stark im Glauben.

Er gibt sich mir hin.

Er schenkt mir drei Schwerter.

Glaube, Hoffnung, Liebe.

Für bloße Augen stumpf.

Für blinde Herzen scharf.

Gott will heilen. Im Herzen.

Und sendet mich. Zum Heilen.

Zur Danksagung GL 393 (Nun lobet Gott im hohen Thron)

Wort auf den Weg

Gott sendet mich in die Welt.

Und fragt mich in meinem Herzen:

Siehst du meine Stärke?

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202515Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Mo

3

Zur Sendung GL 460 (Wer leben will wie Gott)

oder

Mariengruß GL 526 (Alle Tage) Maurus Korn/Red.

» Predigtimpuls: Hl. Ansgar

» Lied zum hl. Ansgar

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202516Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Di

4

Dienstag der 4. Woche im Jahreskreis /

g Rabanus Maurus

L Hebr 12,1–4; Ev Mk 5,21–43 (Lekt. V, 95)

Zur Eröffnung GL 341 (Veni, creator spiritus) oder GL 342 (Komm,

Heilger Geist)

Einführung

„Eine Wolke von Zeugen umgibt uns“ heißt es im Hebräerbrief. Unser

Glaube hängt also nicht in der Luft und fällt nicht vom Himmel, sondern

lebt vom Zeugnis derer, die vor uns gelebt, geglaubt, gehofft und mit Gott

gerungen haben. Einer davon ist Rabanus Maurus, der im 9. Jahrhundert

als Gelehrter, Abt und Bischof das Wissen seiner Zeit sammelte und zu

durchdringen suchte. Ihm wird auch der eingangs gesungene Hymnus

„Veni, creator spiritus“ zugeschrieben. Bitten wir um Gottes Geist, dass

wir durch ihn die Spuren des Schöpfers in allen Dingen entdecken und zum

Zeugnis seiner Größe befähigt werden.

Kyrie-Rufe GL 165 (Send uns deines Geistes Kraft)

Tagesgebet Zur Auswahl 10 (MB 308)

Heiliger Gott. Du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen. Du befä‑

higst uns schon in dieser Welt zu einem neuen Leben. Vergib uns, wenn

wir dennoch immer wieder versagen. Sende uns deinen Geist und lass uns

erfahren, dass du die Herzen der Menschen verwandelst. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 22; GL 36,1.4 (VV. 27–29.31–33)

Halleluja GL 174,7

Zu den Schriftlesungen

Um Sünden zu vermeiden und schlechte Angewohnheiten abzulegen,

müssen wir uns meist anstrengen und oft Verzicht üben. Der Verfasser

des Hebräerbriefes ermuntert uns: „Schaut auf Jesus. Er hat, der Sünde

wegen, das Kreuz auf sich genommen.“ Haben wir im Kampf gegen die

Sünde schon alles gegeben?

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202517Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Di

4

Fürbitten

Von Jesus strömt eine Kraft aus. Stellen wir uns mit unseren Anliegen in

diesen Strom und bitten:

✧ Für die Glieder der Kirche. Sende sie als geisterfüllte Zeugen in die Welt.

Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.

✧ Für die Sünder. Schenke Kraft, alle Last und Fesseln der Sünde abzu‑

werfen und führe zur wahren Freiheit.

✧ Für alle, die an einer chronischen oder unheilbaren Krankheit leiden.

Berühre sie und schenke Heil.

✧ Für Eltern, die ein Kind verloren haben. Nimm sie an die Hand und hilf

ihnen, weiter durchs Leben zu gehen.

✧ Für die Verstorbenen. Lass sie deine ewige Nähe erfahren.

Herr, deine Nähe verströmt Leben und Heilung. Dafür sei dir Dank, jetzt

und in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 422,1.3 (Ich steh vor dir mit leeren Händen)

Sanctus GL 190

Agnus Dei GL 207

Besinnung nach der Kommunion

Die Frau ist sich sicher: „Wenn ich auch nur sein Gewand berühre …“ Jesus,

wie gerne würde auch ich dir nahe sein, dein gütiges Lächeln sehen, dei‑

ne machtvolle Stimme hören, dich berühren. All das geht auf Erden nicht.

Stattdessen berührst du mich. Dein heiliger Leib berührt meine Hände,

meine Zunge, mein Innerstes. Berühre auch mein Herz und meinen Geist,

damit deine Liebe aus mir herausströmt und sich der Welt verschenkt.

Zur Danksagung GL 358,5–6 (Ich will dich lieben)

Wort auf den Weg

Wir durften uns in dieser Feier vom Herrn berühren lassen. So können wir

bestärkter nach Hause gehen als wir gekommen sind. Geben wir etwas

davon weiter, mit Gottes Segen.

Zur Sendung GL 552,1–3 (Herr, mach uns stark)

René Stockhausen

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202518Textdatei | Liedplan Kalendarium

Mi

5

G Agatha

L Hebr 12,4–7.11–15; Ev Mk 6,1b–6 (Lekt. V, 101)

Zur Eröffnung GL 547 (Du, Herr, hast sie für dich erwählt) –

auch zu singen nach GL 144

Einführung

Das Gleichnis von den sechs klugen und den sechs törichten Jungfrauen

mahnt zur Wachsamkeit, zu Geduld und Treue. Die heilige Agatha, deren

Gedenktag wir heute feiern, lebte im 3. Jahrhundert in Catania auf Sizilien.

Sie hatte sich als Jungfrau Gott geweiht und wurde somit zum Anstoß für

Männer, die meinten, über Frauen verfügen zu dürfen. Viele Qualen muss‑

te sie erdulden. Ihren Leib konnte man zwingen, aber ihr Wille blieb frei

und ihr Gottvertrauen ungebrochen. Ihr Martyrium wurde durch Christi

Hilfe zum Sieg. Ihre Peiniger sind vergessen, aber Agatha leuchtet bis in

unsere Tage mit der „Lampe ihrer Wachsamkeit“.

Kyrie-Rufe mit GL 156

Herr Jesus, du bist der Bräutigam deiner Kirche.

Du kommst zu einer Stunde, in der wir es nicht erwarten.

Du rufst zum Hochzeitsmahl des ewigen Lebens.

Tagesgebet Vom Tag (MB 627)

Allmächtiger Gott, du hast die heilige Agatha zur Jungfräulichkeit um

Christi willen berufen und ihr die Gnade des Martyriums geschenkt. Höre

auf ihre Fürsprache und hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren und dir

in Lauterkeit und Treue zu dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 103; GL 57,1.2 (VV. 1–2.13–14.17–18a)

Halleluja GL 174,3

Zu den Schriftlesungen

Die heilige Agatha teilte das Schicksal ihres Herrn. Denn auch an Jesus

nahmen die Menschen seiner Heimatstadt Anstoß, weil er nicht so war,

wie sie es von ihm erwartet hatten. Sie meinten ihn zu kennen, alles über

ihn zu wissen. – Auch wir stecken andere schnell in eine Schublade. Dabei

täten wir gut daran, nicht zu schnell mit dem Gegenüber „fertig“ zu sein.

Nur dann kann uns Neues und Größeres aufgehen. Nur dann können wir

etwas von Gottes Weisheit erfahren, die in Jesus Christus Mensch wurde.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202519Kalendarium

Mi

5

Fürbitten

Wenden wir uns Gott mit unseren Anliegen und Bitten zu:

✧ Für alle Gläubigen. Dass sie das prophetische Wort des Evangeliums in

die Welt hineinsprechen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Für die Menschen auf Sizilien, der Heimat der heiligen Agatha, die mit

großen ökonomischen und klimatischen Herausforderungen zu kämp‑

fen haben. Zeige ihnen Wege, die Schwierigkeiten zu meistern.

✧ Für alle Frauen, denen Gewalt angetan wird, die unterdrückt und aus‑

gebeutet werden. Lass sie Gerechtigkeit finden.

✧ Für alle Kranken und Sterbenden. Öffne ihnen die Tür zu Heilung und

ewigem Leben.

✧ Für die Verstorbenen. Führe sie durch diese Tür, hinter der du auf uns

alle wartest.

Auf die Fürsprache der heiligen Agatha bringen wir dir unsere Bitten. Wir

sagen dir aber auch Lob und Dank ein Leben lang.

Zur Gabenbereitung GL 474 (Wenn wir das Leben teilen)

Sanctus GL 200

Agnus Dei GL 203

Besinnung nach der Kommunion

Wir haben Kommunion gefeiert und daher Gemeinschaft mit Jesus Chris‑

tus gehabt. Die meisten von uns haben dies schon unzählige Male getan.

Wir wissen, wie es abläuft, wie es schmeckt, wir kennen das Gefühl.

Herr, schenke uns von neuem ein staunendes Herz, dass wir nicht nur

äußerlich, sondern ganzheitlich niederknien vor dem großen Geheimnis

deiner Gegenwart. Lass uns dich aus den Schubladen unserer Gewohn‑

heit herausholen und wieder neu entdecken als den Gott‑mit‑uns. Bis wir

dich einst ohne Schleier auf ewig schauen.

Zur Danksagung GL 403,1.3.6 (Nun danket all)

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202520Kalendarium

Mi

5

Wort auf den Weg

Die heilige Agatha hat in allen Nöten ausgeharrt und war standhaft.

„Ausharren“, „Standhaftigkeit“, das klingt veraltet, und doch müssen wir

auch heute unsere Prüfungen bestehen und wollen nicht an ihnen zerbre‑

chen. Das Zauberwort heute heißt „Resilienz“. Egal wie wir es nennen,

Gott gebe uns viel davon mit seinem Segen.

Zur Sendung GL 548,1.3 (Für alle Heilgen)

René Stockhausen

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202521Textdatei | Liedplan Kalendarium

Do

6

G Paul Miki und Gefährten

L Hebr 12,18–19.21–24; Ev Mk 6,7–13 (Lekt. V, 106)

 Monatlicher Gebetstag um geistliche Berufungen. Leitwort: „Geht zu allen

Völkern!“ (Mt 28, 19). Intention: Für alle, die das Wort Gottes in fremde

Kulturen tragen.

Zur Eröffnung GL 461,1–2 (Mir nach, spricht Christus)

Einführung

Papst Franziskus hat einmal das Gebet als Sauerstoff des Lebens be‑

zeichnet. Heute am Donnerstag vor dem Herz‑Jesu‑Freitag begehen wir

in Deutschland den monatlichen Gebetstag für geistliche Berufe mit dem

Leitwort: „Geht zu allen Völkern!“ Die Tagesheiligen haben die christliche

Botschaft zur Zeit der Christenverfolgung in Japan mutig weitergetragen.

Der japanische Jesuit Paul Miki und 25 weitere Ordensleute aus anderen

Ländern erlitten 1597 den Märtyrertod. Spirituelle kraftvolle Menschen,

die die frohe Botschaft verkünden, brauchen wir auch heute. Beten wir in

diesem Gottesdienst besonders um geistliche Berufungen!

Kyrie-Rufe mit GL 155

Jesus Christus, du sendest Menschen aus als Boten und Botinnen Gottes.

Was uns unterwegs auch zustößt, du schenkst Mut und bist unser Halt.

Du bist die Hoffnung der Betrübten, Kranken und Armen.

Tagesgebet Vom Tag (MB 628)

Starker Gott, du bist die Kraft der Heiligen, du hast den heiligen Paul Miki

und seine Gefährten durch das Martyrium am Kreuz zur ewigen Herrlich‑

keit geführt. Hilf uns auf die Fürbitte dieser Heiligen, Christus, dem Ge‑

kreuzigten, nachzufolgen und ihn bis zum Tode gläubig zu bekennen, der

in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewig‑

keit.

Antwortpsalm Ps 48; GL 401 mit VV. aus dem Lekt. im VI. Ton

Halleluja GL 454

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202522Kalendarium

Do

6

Zu den Schriftlesungen

Was heißt es, dass wir, die getauften Christen und Christinnen, zum Berg

Zion hinzugetreten sind? Die beschriebene prächtige Stadt auf dem Berg

weckt Freude, positive Gedanken. Es fühlt sich so an, als ob man sich in

dieser Stadt des lebendigen Gottes wohl fühlen würde. Ist mit diesem Ort

allein das himmlische Jerusalem mit tausenden in Feststimmung versam‑

melten Engeln gemeint? Wohl nicht nur, sondern diese Stadt symbolisiert

auch den Ort der Präsenz Gottes auf Erden. Sie ruft uns auf, als ihre Be‑

wohner und Bewohnerinnen das Reich Gottes schon anfangshaft hier und

im Jetzt zu errichten.

Die Aussendungsrede Jesu an die 12 Apostel gibt genaue Anweisungen

dazu. Missionierung – dieses Wort sollten wir angesichts der Gewalt und

Intoleranz im Rahmen der Mission nicht unreflektiert benutzen – Missi‑

onierung im Sinne Jesu heißt, ihm nachzufolgen, mit dem eigenen Leben

Zeugnis zu geben im Glauben an die göttliche Kraft der frohen Botschaft.

Auch heute noch gilt, dass dafür Flexibilität und Beweglichkeit, Freisein

von Besitzansprüchen, ein weites Herz für Arme und Kranke und tiefe

Menschlichkeit unabdingbar sind. Anders als es früher in der Kolonialzeit

der Fall war, muss christliche Verkündigung mit Respekt vor dem Anderen

und Achtung der Religionsfreiheit einhergehen.

Fürbitten

Zu Jesus Christus, der Boten des Reiches Gottes sendet, beten wir:

✧ Befreie die Menschen in armen Ländern von Bevormundung und ebne

ihnen Wege zu Gerechtigkeit und selbstbestimmter Lebensgestaltung.

Christus, du Weg zum Vater. Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Ermutige junge Menschen, die eine Berufung in sich spüren, sich auf

einen geistlichen Beruf einzulassen.

✧ Zeige den Gemeinden die belebende Kraft des Gebets und hilf allen, die

verstummt sind, wieder beten zu können.

✧ Lass alle Verstorbenen bei dir sein in der Stadt des lebendigen Gottes,

im himmlischen Jerusalem.

Jesus Christus, du lässt uns nach neuen Wegen suchen, deine frohe Bot‑

schaft zu verkünden. Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 378,1–3 (Brot, das die Hoffnung nährt)

Sanctus GL 199

Agnus Dei GL 208

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202523Kalendarium

Do

6

Zur Danksagung GL 479,1–3 (Eine große Stadt ersteht)

Wort auf den Weg

Der evangelische Theologe Eberhard Jüngel hat einmal gesagt: „Mission

ist der Herzschlag der Kirche.“ Vielleicht ein Wort auf den Weg für die‑

se Woche, über das wir uns eigene Gedanken machen? Passt es in unsere

Zeit? Kann ich persönlich etwas damit anfangen?

Zur Sendung GL 456,1–2.4 (Herr, du bist mein Leben)

Barbara Palm-Scheidgen

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202524Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Fr

7

Freitag der 4. Woche im Jahreskreis /

Herz-Jesu-Freitag

L Hebr 13,1–8; Ev Mk 6,14–29 (Lekt. V, 110)

Zur Eröffnung GL 371,3 (Herz Jesu, Gottes Opferbrand)

Einführung

Wer weiß schon noch, dass am ersten Freitag im Monat in der römisch‑ka‑

tholischen Spiritualität das heiligste Herz Jesu verehrt wird? Das Ein‑

gangslied lässt uns auch heute diese Spur neu aufnehmen. Das Herz Jesu

als Symbol der Liebe Gottes zu uns Menschen wird als Trost der ganzen

Welt besungen. Jesus hat Gottes Liebe in seinen Begegnungen mit Men‑

schen immer wieder sichtbar gemacht. Wenn wir seinem Beispiel folgen

und dem „Hass, dem bittren Leid“ in unserer Zeit Liebe entgegensetzen,

wird Gottes Reich unter uns konkret.

Kyrie-Rufe mit GL 157

Jesus Christus, du bist Licht vom Licht, aus Gott geboren.

Du bringst uns die Liebe des Trösters der Welt.

Dein Herz ist offen für alle, die Heilung brauchen.

Tagesgebet Zur Auswahl 31 (MB 316)

Ewiger Gott. Die Tage zerrinnen uns zwischen den Händen. Unser Leben

schwindet dahin. Du aber bleibst. Gestern und heute und morgen bist du

derselbe. Von Ewigkeit her kennst du uns. Unsere Zukunft liegt in deiner

Hand. Mach uns bereit für alles, was du mit uns tun wirst. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 27; GL 38,1.2 (VV. 1–2.5–6.10–11.14–15)

Halleluja GL 174,5

Zu den Schriftlesungen

Werte, die hochaktuell sind: Bruderliebe (heute würde man Nächsten‑

oder Menschenliebe sagen, um auch die andere Hälfte der Menschheit

zu berücksichtigen), Gastfreundschaft, Meiden von gemeinschaftsschä‑

digendem Verhalten. Der Hebräerbrief ruft zu einer Vielzahl praktischer

Verhaltensweisen im Alltag auf. Ein christusgemäßes Verhalten muss in

jeder Zeit neu definiert werden. Was zeichnet z.B. eine gastfreundliche

Gemeinde aus? Begegnen wir einander mit Wertschätzung und stärken

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202525Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Fr

7

und ermutigen uns? Sind auch diejenigen im Blick, die nicht zu den Privile‑

gierten gehören?

Es fällt schwer, die Grausamkeit der Erzählung im Evangelium über die

Enthauptung Johannes des Täufers zu ertragen. Auch die Rolle, die zwei

Frauen der Königsfamilie – Mutter Heródias und ihre schöne Tochter –

spielen, ruft Entsetzen hervor. König Herodes selbst wird als nicht völ‑

lig kaltherzig geschildert. Er scheint Johannes als gerechten und heiligen

Mann durchaus geschätzt zu haben. Doch er war zu schwach, um von

seinem leichtfertig seiner Stieftochter gegebenen Versprechen Abstand

zu nehmen. So musste Johannes, der ein Kritiker der Mächtigen war und

König Herodes öffentlich für seine unrechte Heirat mit der Frau seines

Bruders tadelte, sterben.

Fehlt uns nicht oft der Mut, zu unseren Überzeugungen zu stehen, auch

wenn wir Gegenwind erfahren? So wäre beispielsweise in unserer von

Fake News und Stammtischparolen geprägten Zeit oft mehr Zivilcourage

vonnöten. Unseren Kopf müssen wir dabei nicht riskieren, sondern nur für

Wahrheit und Gerechtigkeit einstehen.

Fürbitten

Jesus Christus ist die menschgewordene Liebe Gottes. Ihm wollen wir un‑

sere Anliegen und Bitten ans Herz legen: Erhöre uns, Christus. (Gl 181,3)

✧ Führe die Völker der Welt zu gegenseitigem Respekt und zum Frieden,

nach dem sich die meisten Menschen sehnen.

✧ Lass alle, die aus der Fremde kommen, und sich hier integrieren und

heimisch werden möchten, auf offene gastfreundliche Herzen stoßen.

✧ Segne die Menschen, die sich unermüdlich in den Dienst am Nächsten

stellen und hilf, dass sie sich dabei nicht überfordern.

✧ Bestärke alle, die mutig Unrecht beim Namen nennen und sich für

mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit einsetzen.

✧ Nimm die Verstorbenen auf in deine ewige Liebe und sei denen nahe,

die um sie trauern.

Du gewährst uns immer neu deine Liebe. Dir sei Lobpreis in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 425,1.4–5 (Solang es Menschen gibt)

Sanctus GL 194

Agnus Dei GL 139

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Fr

7

Besinnung nach der Kommunion

Antlitz

das entgegenschaut

aus der Ferne

von oben

himmlisch fremdartig

unfassbar anders

in der Wolke verhüllt

verborgen und geheimnisvoll

leuchtend

das entgegenblickt

nahebei von unten

direkt nebenan

als konkretes Gesicht

auf Augenhöhe

Du, mein Bruder

Du, meine Schwester

Zur Danksagung GL 358,1.5 (Ich will dich lieben)

Zur Sendung GL 458,1–4 (Selig seid ihr)

Barbara Palm-Scheidgen

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202527Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Sa

8

Samstag der 4. Woche im Jahreskreis /

g Josefine Bakhita

L Hebr 13,15–17.20–21; Ev Mk 6,30–34 (Lekt. V, 115)

 Heute ist Internationaler Tag des Gebets und der Reflexion gegen den

Menschenhandel.

Zur Eröffnung GL 479,1–3 (Eine große Stadt ersteht)

Einführung

„Bakhita“ – „die Glückliche“, so wurde die gebürtige Sudanesin Josefine

von den Sklavenhändlern genannt. Das klingt wie Hohn. Erst später wur‑

de sie von einer Ordensoberin aus der Sklaverei befreit und fand für sich im

christlichen Glauben ihr Glück. – Der mit Josefine Bakhitas Gedenktag zu‑

sammenfallende „Internationale Tag des Gebets und der Reflexion gegen

den Menschenhandel“ erinnert an das Schicksal so vieler ausgebeuteter

Menschen und möchte ein Zeichen setzen für den gemeinsamen Einsatz

für die Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Zur Freiheit hat Gott

uns befreit, darum rufen wir ihn an in Christus, seinem Sohn:

Kyrie-Rufe mit GL 151

Du hast Menschen aus allen Nationen zu deinem Heiligtum heraufge‑

führt.

Du rufst alle Menschen in dein Gottesvolk.

Du bist der große Hirt, der sammelt. Du vereinst uns als deine Herde.

Tagesgebet Samstag der ersten Adventswoche (MB 9)

Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt, um die

Menschen aus der alten Knechtschaft zu erlösen. Schenke allen, die auf

deine Hilfe warten, die Freiheit des neuen Lebens. Darum bitten wir durch

ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Ein‑

heit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Antwortpsalm Ps 23; GL 37,1.2 (VV. 1–8)

Halleluja GL 174,5

Zu den Schriftlesungen

„Unterwegs für die Würde: Zuhören, Träumen, Handeln“ ist das Mot‑

to des diesjährigen Welttags. Menschen, denen jede Grundlage für ein

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202528Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

glückliches Leben genommen ist, soll wieder Raum für Träume geschaf‑

fen werden.

Und wir? – Weckt das Hören der Erfahrungen verschleppter Menschen

in uns nicht den Mut, den Traum von einer geeinten Menschheit zu träu‑

men und dafür einzustehen?

„Ich habe einen Traum“ wurde nicht zur Losung einer Freiheitsbewe‑

gung, weil Menschen aufhörten, zu träumen, sondern deswegen, weil sie

daran festhielten und begannen, ihre Träume mit Leben zu füllen. Gott

begleite uns auf diesem Weg von der alten Knechtschaft in die Freiheit

des neuen Lebens.

Lesung und Evangelium des heutigen Tages thematisieren die Verant‑

wortung derer, die ein kirchliches Amt bekleiden, und ihre Hirtensorge.

Paradigmatisch erzählt das Evangelium vom unermüdlichen Einsatz der

Apostel, die Jesus mit liebendem Herzen an einen Ort der Ruhe führt.

Dasselbe Mitleid bringt er dann auch der großen Menschenmenge entge‑

gen, die ihm bis in die Einöde folgt und er lehrt sie lange.

Die Botschaft Jesu fördert im Einzelnen die Bereitschaft zu arbeitsin‑

tensivem Einsatz, das ist einer der Leitgedanken, auf die die Schriftlesun‑

gen uns stoßen möchten. Damit der Dienst aber in Freude getan werden

kann, ist das gegenseitige Aufeinanderhören Voraussetzung. Auch der

Vorstehende einer Gemeinde gibt schließlich Rechenschaft für seinen

Dienst sowohl Gott als auch der ihm anvertrauten Herde.

Fürbitten

In der Freiheit der Kinder Gottes rufen wir zum Herrn:

✧ Lass alle Christen in ihren Mitmenschen deine geliebten Kinder erken‑

nen.

Gott, du dreifaltig einer: Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Stehe den Menschen in ihrem Einsatz gegen Ungerechtigkeit und Un‑

terdrückung bei und führe die Völker hin zu einem von echter Freiheit

bestimmtem Leben.

✧ Gib unserer zerrütteten Welt und Zeit neue Impulse für das Miteinan‑

der und Zueinander und hilf uns, alte Feindseligkeiten beiseite zu le‑

gen.

✧ Ermutige Pflegende und Erziehende, im Vertrauen zu wachsen und sich

den ihnen Anvertrauten zuzuwenden.

Im Glauben an deine Stärke, im Hoffen auf deine Güte und im Lieben

deiner Werke sagen wir dir Lob und Dank.

Sa

8

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202529Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Sa

8

Zur Gabenbereitung GL 360,1–3 (Macht weit die Pforten in der Welt)

Sanctus GL 127

Agnus Dei GL 139

Besinnung nach der Kommunion

Wort Jesu: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und

ruht ein wenig aus.“ – Wir sind jetzt bei dir, um bei dir auszuruhen, dein

Wort zu hören und mit neuer Kraft dir zu folgen.

Zur Danksagung GL 383,1–3 (Ich lobe meinen Gott)

Wort auf den Weg

Vom Mitleid Christi über die Schafe ohne Hirten inspiriert gehen wir von

dieser Feier in ehrlichem Mitfühlen mit den Menschen, die uns begegnen.

Und der Gott des Friedens mache uns tüchtig in allem Guten und er bewir‑

ke in uns, was ihm gefällt.

Zur Sendung GL 395,1–3 (Den Herren will ich loben)

Johanna Waldauf

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202530Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

So

9

5. Sonntag im Jahreskreis

1. L Jes 6,1–2a.3–8; 2. L 1 Kor 15,1–11 (oder 15,3–8.11); Ev Lk 5,1–11 (Lekt. III/C, 272)

Zur Eröffnung GL 477,1 (Gott ruft sein Volk zusammen)

Einführung

Es gibt faszinierende Erzähler, die uns ganz in den Bann nehmen und al‑

les um uns vergessen lassen. Menschen, die es verstehen, die erzählte

Geschichte in uns selbst lebendig werden zu lassen. Gläubige sind Men‑

schen, die auf das Wort Gottes hören. Menschen, die um die eigenen Feh‑

ler wissen und deshalb so leben, dass sie alle Erlösung von Gott erwarten.

Davon berichten uns der Prophet Jesaja und der Apostel Paulus.

Am Beginn dieser Feier treten wir vor den Herrn hin und erkennen in ihm

den, der allein unseren Lebenshunger sättigen kann:

Kyrie-Rufe mit GL 156

Herr Jesus Christus, du rufst Menschen, dir zu folgen.

Du machst sie zu Boten deiner Frohen Botschaft.

Du sendest sie in alle Welt.

Gloria GL 167 (Dir Gott im Himmel)

Tagesgebet Vom Tag (MB 213)

Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung al‑

lein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr und schütze

uns. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 138; GL 649,5 mit VV. aus dem Lekt. im VII.

Ton

Halleluja GL 175,3

» Predigtanregung

Credo GL 180 (Credo in unum Deum) oder sprechen

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So

9

Fürbitten

Glaube berührt, wo Menschen Erfahrungen mit Gott machen, so rufen wir

in den Herausforderungen unserer Tage zu unserem Erlöser:

✧ Wir beten für alle, die, ohne es zu wissen, nach der Wahrheit des Wor‑

tes Gottes hungern: Lass sie die Kraft deiner Frohen Botschaft entde‑

cken.

Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Wir beten für alle, die du in deine Nachfolge gerufen hast. Lass sie nicht

müde werden, aus dem Reichtum des Glaubens zu schöpfen und davon

allen Menschen mitzuteilen.

✧ Wir beten für den Frieden in der Welt, besonders in der Ukraine und im

Nahen Osten.

✧ Wir beten für alle Opfer von Missbrauch. Schenke ihnen Helfer und Be‑

gleiter, die ein offenes Ohr für ihre Nöte haben.

✧ Wir beten für alle Verstorbenen. Nimm sie auf in deine Herrlichkeit und

tröste die Trauernden in der Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Du begleitest uns alle Tage unseres Lebens und willst uns einst in deine

Herrlichkeit führen. Dafür danken wir jetzt und in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 461 (Mir nach, spricht Christus)

Sanctus GL 106

Agnus Dei GL 107

Besinnung nach der Kommunion

Es gibt einen,

der die Grenzen meiner Welt kennt

und sie mit mir aufbricht,

dass ich frei leben kann.

Es gibt einen,

der um meine Schuld und Hinfälligkeit weiß

und sie mir nicht vorhält,

sondern Mut macht, sie zu überwinden.

Es gibt einen,

der mich kennt wie kein anderer,

der um meine tiefste und innerste Sehnsucht weiß

und mich den Weg meines Lebens führen möchte.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202532Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

So

9

Er ist es,

der mich führen kann,

wenn ich ihm vertraue

und vor ihm einfach so bin,

wie er mich schuf.

Zur Danksagung GL 451 (Komm, Herr, segne uns)

Wort auf den Weg

In der zweiten Lesung hat Paulus das älteste bekannte Credo zitiert:

Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist

begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der

Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. – So dürfen wir als Er‑

löste in diesen Tag und diese Woche gehen.

Zur Sendung GL 405,1–2 (Nun danket alle Gott)

oder

Mariengruß GL 530,1.4 (Maria, Mutter unsres Herrn)

Reinhard Röhrner

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202533Textdatei | Liedplan Kalendarium

Mo

10

G Scholastika

L Gen 1,1–19; Ev Mk 6,53–56 (Lekt. V, 120)

Zur Eröffnung GL 353 (Erhabene Dreifaltigkeit)

Einführung

„Gott, der allmächtig ist, tut mehr, was er liebt, als was er gebietet.“

– Diesen Kommentar Gregors des Großen können wir am heutigen Ge‑

denktag der heiligen Scholastika über das vertrauensvolle Gebet der

Heiligen setzen. Denn als ihr Bruder Benedikt sich mit einem Verweis auf

die Ordensregel auf den Weg zurück ins Kloster begeben wollte, hinderte

ein aufziehendes Unwetter ihn daran. Das Geschwisterpaar konnte sei‑

ne geistlichen Gespräche so ungehindert fortsetzen. Gott selbst setzte

durch Scholastikas Gebet und das Gewitter‑Ereignis die Ordensregel au‑

ßer Kraft, weil er eben mehr das tut, was er liebt, als das, was er gebietet.

Am Ende vermag immer derjenige mehr, der die größere Liebe hat.

Kyrie-Rufe mit GL 157

Herr Jesus Christus, du bist der Messias, der Gesalbte.

Du ziehst uns an dich und bringst uns zu uns selbst.

Deine Größe gründet im Göttlichen und Menschlichen.

Tagesgebet Vom Tag (MB 630)

Erhabener Gott, wir begehen das Gedächtnis der heiligen Jungfrau Scho‑

lastika. Lass uns nach ihrem Beispiel dir stets in aufrichtiger Liebe dienen

und gewähre uns in deiner Güte einst einen seligen Heimgang zu dir. Dar‑

um bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 104; GL 58,1.2 mit VV. aus dem Lekt. im VIII.

Ton

Halleluja GL 175,1

Zu den Schriftlesungen

Im Buch Hohelied ist die Rede von der Liebe, die wie ein Siegel an einer

Halskette oder als Ring am Finger getragen wird. Das ist nicht nur der

Wunsch junger Brautpaare, wenn sie sich das Eheversprechen geben: Was

am Tag der Hochzeit gegründet wird, mag das Paar an jedem weiteren Tag

begleiten.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202534Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium

Mo

10

Was geschehen kann, wenn Menschen von echter Liebe berührt und

angetrieben sind, sehen wir am Beispiel der heiligen Scholastika: Nicht

nur, dass Gott um ihretwillen dem Wetter gebot, sie fand am Ende ihres

Lebens Platz in der Grablege ihres Bruders im Kloster Montecassino. In

ihrer Gottessuche geeint, teilen sie nun sogar die letzte Ruhestatt mitein‑

ander. Gewissermaßen eine echte Begegnung auf Augenhöhe:

So kennt der vom Geist Gottes erfüllte Mensch nicht mehr die Regeln

der Unter‑ und Überstellung, sondern empfindet vor allem das eine:

Hochachtung und Respekt vor dem Eigentümlichen des anderen.

Fürbitten

Zu Gott, dem Guten und Allmächtigen, bringen wir unsere Bitten:

✧ Erfülle deine Gläubigen mit Neugier und Freude an den Ideen und Ta‑

lenten der anderen, damit sie voneinander lernen.

Gott, du Spender alles Guten: Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Schenke den christlichen Braut‑ und Ehepaaren Begegnungen auf Au‑

genhöhe, in denen ihnen die Einzigartigkeit des anderen aufleuchtet

und sie deren Bedeutung für ihr eigenes Leben erfahren können.

✧ Gib unserer Zeit gottbegeisterte Menschen wie Benedikt und

Scholastika, die als Grundpfeiler eines gläubigen Lebens den Men‑

schen im Hier und Jetzt dienen können.

✧ Nimm die Seelen der Sterbenden bei dir auf und befreie sie zu der

Leichtigkeit, mit der Scholastika ihre letzte Reise angetreten hat.

In dir ist alle Größe des Menschen begründet. Dich rühmen wir in Ewig‑

keit.

Zur Gabenbereitung GL 442,1–3 (Wo die Güte und die Liebe wohnt)

Sanctus GL 132

Agnus Dei GL 133

Besinnung nach der Kommunion

Wir haben den einen Leib des Herrn empfangen, so sind wir nicht nur ver‑

bunden im Geist, sondern auch eins in ihm. Das Gesetz des neuen Men‑

schen wirke in uns und lasse uns reich werden an guten Werken.

Zur Danksagung GL 416 (Was Gott tut, das ist wohlgetan)

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202535Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium

Mo

10

Wort auf den Weg

Wer liebt, überwindet Grenzen:

Grundlose Vorbehalte gegenüber anderen Menschen

und wirtschaftliche Nationalismen,

unbalancierten Umgang mit Ressourcen

und Gottvergessenheit.

Wer liebt, tritt in das Licht Gottes

und lässt seine Herrlichkeit mitten unter den Menschen wohnen.

Zur Sendung GL 547 (Du, Herr, hast sie für dich erwählt)

Johanna Waldauf

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202536Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Di

11

Dienstag der 5. Woche im Jahreskreis /

g Unsere Liebe Frau in Lourdes

L Gen 1,20 – 2,4a; Ev Mk 7,1–13 (Lekt. V, 125)

 Heute ist Welttag der Kranken

Zur Eröffnung GL 531 (Sagt an, wer ist doch diese)

Einführung

Dass auch die bittere Medizin im Leben weiterhilft, darauf weist uns das

Gedenken an die Erscheinungen Mariens in der Grotte Massabielle in

Lourdes hin. Bernadette sollte nicht nur vom Wasser aus der Höhle trin‑

ken. Sie sollte auch von den bitteren Kräutern nehmen.

So viele nicht erklärbare Heilungen haben sich seit 1858 am Wall‑

fahrtsort in Lourdes ereignet. Dabei geht es nicht allein um das physische

Gesundwerden, sondern auch um ein neues Ergreifen des Glaubens, um

wieder sehen zu können. Heilung am Leib geschieht manchmal durch das

vorhergehende Einnehmen bitterer Medizin. Darauf dürfen wir vertrauen,

wenn wir uns am heutigen Tag der lieben Frau von Lourdes anvertrauen.

Kyrie-Rufe mit GL 154

Herr Jesus, du bist der Heiland der Welt und der Arzt für unsere Seele.

Du willst, dass niemand, der dir gegeben ist, verlorengeht.

In dir finden wir Leben und Frieden in Fülle.

Tagesgebet Vom Gedenktag (MB 630)

Barmherziger Gott, in unserer Schwachheit suchen wir bei dir Hilfe und

Schutz. Höre auf die Fürsprache der jungfräulichen Gottesmutter Maria,

die du vor der Erbschuld bewahrt hast, und heile uns von aller Krankheit

des Leibes und der Seele. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 8; GL 33,1.2 (VV. 3–4.5–6.7–8)

Halleluja GL 174,3

Zu den Schriftlesungen

Welche Antwort werden wir Gott einmal geben können auf die Frage, wie

wir mit der uns anvertrauten Schöpfung und wie wir mit den Mitmenschen

umgegangen sind? – Die Frage nach der Verantwortung des Menschen ist

eines der zentralen Themen der Schöpfungsgeschichte aus Genesis und

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202537Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Di

11

auch des Markus‑Evangeliums, wenn Jesus da auf die natürlichen Ver‑

pflichtungen gegenüber Vater und Mutter hinweist.

Der Mensch als Teil eines sensiblen Ökosystems und als soziales Wesen

kann sich nicht einfach aus der Verantwortung nehmen. Mit dem Herr‑

schaftsauftrag über die Erde verbunden ist zwangsläufig die Forderung,

mit dieser achtsam und in großer Sorge umzugehen. Ebenso verhält es

sich mit den Verpflichtungen der Generationen zueinander. Niemand lebt

nur für sich alleine. Jeder durchläuft die verschiedenen Altersstufen und

ist einmal mehr und einmal weniger auf Unterstützung angewiesen. Ent‑

sprechend müssen soziale Strukturen auch so gestaltet sein, dass sie in

jeder Phase der menschlichen Existenz dem Leben dienen.

Fürbitten

An der Seite Mariens sind wir nicht allein. Mit ihr gehen wir durch das Le‑

ben. Mit ihr stehen wir vor Gott. Auf ihre Fürsprache rufen wir zum Herrn:

✧ Mache unsere Familie zu Orten der Rücksichtnahme, des Gebetes und

der Gottesbegegnung.

Herr, erbarme dich der Welt.

✧ Ermutige alle Nationen darin, sich zu unterstützen beim Erhalt des

Ökosystems und in der Sorge um das Wohl aller Generationen.

✧ Stelle Kranken und Trauernden helfende Menschen an die Seite.

✧ Erfülle alle Sterbenden mit der Zuversicht, dass sie in dir ihren Erlöser

sehen werden.

Wer von den Wassern des Lebens trinkt, findet neues Leben. Wir preisen

dich für deine rettende Tat durch Christus, unsern Herrn.

Zur Gabenbereitung GL 421 (Mein Hirt ist Gott der Herr)

Sanctus GL 200

Agnus Dei GL 206

Besinnung nach der Kommunion

Ob mit gewaschenen oder ungewaschenen Händen – wir wollen vor al‑

lem mit einem echten Herzen vor Gott erscheinen, mit einem Herzen von

Fleisch und Blut. Der Herr nehme darin Wohnung und mache uns zum

Tempel seiner Herrlichkeit.

Zur Danksagung GL 424 (Wer nur den lieben Gott lässt walten)

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202538Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Di

11

Wort auf den Weg

Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild.

Dieses Abbild schuf er in Mann und Frau.

So sind die beiden einander gegeben, um die Erde zu bevölkern und in aller

Hinsicht fruchtbar zu sein.

Die beiden sind einander gegeben, damit auch keiner von ihnen alleine

steht – nicht in Tagen von Wohlergehen und Gesundheit und auch nicht

in Zeiten der Krankheit.

Mariengruß GL 524,1–5 (Meerstern, ich dich grüße)

Dominik Flür

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202539Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Mi

12

Mittwoch der 5. Woche im Jahreskreis

L Gen 2,4b–9.15–17; Ev Mk 7,14–23 (Lekt. V, 130)

Zur Eröffnung GL 409 (Singt dem Herrn ein neues Lied)

Einführung

Das Paradies, in das Gott den Menschen hineinsetzt, hat bereits von An‑

fang an einen Haken, zumindest für den Menschen: Von allen Bäumen

darf er essen, nur von einem nicht, vom Baum der Erkenntnis. Erkenntnis

ist mehr als bloßes Wissen. Erkenntnis zu haben, lässt in weite Sphären

hineinschauen. Gott sanktioniert das Essen von diesem Baum mit dem

Tod, vielleicht um den Menschen zu schützen, wie die Mutter, die ihr Kind

vor einer heißen Herdplatte warnt.

Kyrie-Rufe mit GL 155

Herr, Jesus Christus, du liebst die Menschen trotz ihrer Schwächen.

Du rufst uns alle zur Besinnung und Umkehr.

Du verkündest uns Heil und Erlösung.

Tagesgebet Zur Auswahl 10 (MB 308)

Heiliger Gott. Du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen. Du befä‑

higst uns schon in dieser Welt zu einem neuen Leben. Vergib uns, wenn

wir dennoch immer wieder versagen. Sende uns deinen Geist und lass uns

erfahren, dass du die Herzen der Menschen verwandelst. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 104; GL 58,1 mit VV. aus dem Lekt. im VIII. Ton

Halleluja GL 176,1

Zu den Schriftlesungen

Jesus nimmt die Rolle des Lehrers an. Dabei geht es ihm nicht um die un‑

zähligen Gebote und Verbote der jüdischen Tradition. Er gibt den Zuhören‑

den ein Lehrstück über die Begriffe „Rein“ und „Unrein“ zum Besten. Nur:

Jesus lässt die Leute ziemlich allein mit diesen rätselhaften Worten. Wir

erfahren nicht, ob sich daraus ein Gespräch, eine Diskussion entwickelt

oder nicht. Erst als Jesus mit seinen Jüngern alleine ist, fragen sie nach.

Ziemlich vorwurfsvoll beginnt Jesus seine Ausführungen mit den Worten:

„Begreift auch ihr nicht?“ Wer jetzt eine philosophisch‑theologische Ant‑

wort erwartet, wird eines Besseren belehrt. Die menschliche Verdauung

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202540Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Mi

12

nimmt Jesus, ganz menschlich, als Beispiel. Jesu offenes Verständnis der

Welt und der Hinwendung zur Natürlichkeit der Schöpfung steht im kras‑

sen Widerspruch zu den kultischen Reinheitsvorschriften seiner Religion,

die bestimmte Speisen, Tiere und natürliche Vorgänge und manche Be‑

rührungen zum Tabu erklären. Für die Urkirche wird diese Haltung Jesu

noch wichtig werden und ist es für uns bis heute. Von diesen äußeren

Dingen wendet sich Jesus aber dann zu den inneren, moralisch‑spiritu‑

ellen Aspekten von „Rein und Unrein“. Er kennt seine Mitmenschen nur

zu gut und weiß genau, wie leicht schlechte und lasterhafte Gedanken in

Kopf und Herz aufkeimen. Die Menschen wissen ebenfalls darum, seit sie

die Erkenntnis von Gut und Böse erlangt haben. Jesus hält ihnen zwölf

Sünden vor, wie einen Spiegel ihrer selbst, um an das Gewissen zu appel‑

lieren, das eigene Leben immer wieder zu überdenken und Korrekturen

anzubringen, wo dies nötig ist. Als Ort dieser Erkenntnis nennt Jesus das

Herz, die moralisch‑spirituelle und emotionale Mitte und hofft wohl, mit

seinem Lehrstück das Gewissen eines jeden Menschen, der diese Worte

hört und in sich bewegt, zu schärfen und zu formen.

Fürbitten

Jesus Christus will unsere Erlösung. So bitten wir voller Vertrauen:

✧ Für die Kirche Gottes, dass sie ihr Reden und Handeln nach dem Auf‑

trag Jesu ausrichtet.

Jesus Christus, unser Bruder und Freund: Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Für alle Frauen und Männer, die besondere Verantwortung tragen in

Politik und Gesellschaft, dass sie für Friede und Gerechtigkeit eintre‑

ten.

✧ Für alle Menschen, die sich in kleinen oder großen Nöten befinden,

für die Kranken und Sterbenden, die Hungernden und die, die auf der

Flucht sind, dass sie Liebe und Barmherzigkeit erfahren.

✧ Für alle, die sich in Schuld und Sünde verstrickt haben, dass sie Mut

finden, sich auf den Weg der inneren Umkehr zu machen.

✧ Für alle, von denen wir Abschied nehmen mussten, im Leben und im

Tod, und die wir mit großem Schmerz vermissen.

Herr Jesus Christus, du bist unsere Zukunft, auf die wir vertrauen. Dir dan‑

ken wir in Zeit und Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 428,1–3 (Herr, dir ist nichts verborgen)

Sanctus GL 196

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Mi

12

Agnus Dei GL 202

Besinnung nach der Kommunion

Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch –

betrifft das mich?

Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung –

mich doch nicht!

Neid, Verleumdung, Hochmut, Unvernunft –

wohl eher! – Oder?

Ich blicke in mich und staune

über den rätselhaften Drang zum Unguten,

die Neigung zum Verwerflichen.

Ich spüre den Pessimismus in den Worten Jesu.

Nimm mich an die Hand, mein Herr und mein Gott!

Führe mich aus den Untiefen meines Herzens,

zu guten Gedanken, Worten und Taten.

Nimm mich an die Hand, mein Herr und mein Gott!

Damit ich ändere, was zu ändern ist.

Damit ich erkenne, wo ich Fehler gemacht habe.

Nimm mich an die Hand, mein Herr und mein Gott!

Damit ich aus meinem Herzen keine Mördergrube mache,

sondern einen Ort der Liebe und Zuwendung,

damit Leben in Fülle spürbar wird für mich und die Anderen.

Zur Danksagung GL 385 (Nun saget Dank und lobt den Herren)

Wort auf den Weg

Bedenken wir immer wieder in unserem Herzen, wie unser Reden und Tun

dem Auftrag Jesu gerecht werden kann. So erhalten wir Leben in Fülle.

Zur Sendung GL 452 (Der Herr wird dich mit seiner Güte)

Alexander Wischniewski

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202542Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Donnerstag der 5. Woche im Jahreskreis

L Gen 2,18–25; Ev Mk 7,24–30 (Lekt. V, 135)

Zur Eröffnung GL 467,1.5–6 (Erfreue dich, Himmel)

Einführung

Wir hören in der heutigen Lesung, wie Gott dem neugeschaffenen Men‑

schen ein Gegenüber, ein DU schenkt. Es ist nicht gut, wenn der Mensch

alleine ist, hören wir ihn sagen. Dann werden wir vom Evangelisten Mar‑

kus hineingenommen in einen kurzen Disput Jesu und einer heidnischen

Frau, die Angst um das Seelenheil ihrer Tochter hat. Beide, Jesus und die

Frau, gehen aus diesem Gespräch verändert hervor: Jesu Blick auf die

Menschen weitet sich und die Frau erhält, um was sie bittet. Bitten auch

wir und erhoffen Gottes Erbarmen:

Kyrie-Rufe mit GL 152

Jesus Christus, dein Wort ist uns Licht und Wahrheit.

Deine Botschaft berührt unser Herz.

Du sprichst mit den Menschen und bist ihnen nahe.

Tagesgebet Donnerstag der 2. Woche (MB 286)

Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei den Men‑

schen zu wohnen. Gib uns ein neues und reines Herz, das bereit ist, dich

aufzunehmen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 128; GL 31,1 mit GL 71,2 (VV. 1–6)

Halleluja GL 174,3

Zu den Schriftlesungen

Jesus ist auf dem Weg. Er verlässt das vertraute Galiläa und geht in das

Gebiet der Stadt Tyrus hoch im Norden Israels. Hier spielt sich die Episode

des heutigen Evangeliums ab. Diese Erzählung von der Frau aus Syrophö‑

nizien irritiert und ist auf den ersten Blick ziemlich sperrig. Jesus begegnet

uns hier abweisend, ja unbarmherzig im Umgang mit dieser Frau. Sie ist

keine Jüdin, sondern Griechin und damit Heidin, Ungläubige. Dieser Um‑

stand ist ihr sicherlich bekannt, und trotzdem sucht sie die Nähe Jesu und

folgt ihm sogar in ein fremdes Haus. Die dringliche Bitte, ihre Tochter von

einem unreinen Geist zu befreien, lehnt er mit brüskierenden Worten ab.

Do

13

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Do

13

Und noch mehr: Zu einem ungeheuren Vergleich lässt sich Jesus hinrei‑

ßen. Hunde galten und gelten im Judentum als unreine Tiere. Allerdings

macht Jesus die Rechnung ohne die Frau. Sie kontert schlagfertig und

dreht ihm sozusagen das eigene Wort im Mund herum. Jesus muss sich in

diesem erstaunlichen Wortwechsel geschlagen geben und erfüllt die Bitte

der Frau nach Heilung und Befreiung ihrer Tochter. Was war passiert? Die

Syrophönizierin argumentiert, dass alle, die unter einem Dach leben (ver‑

gessen wir nicht: die Geschichte spielt in einem Haus!), in Beziehung zuei‑

nander stehen und nicht in Konkurrenz treten sollten. Wenn das gelingt,

ist das Reich Gottes auf Erden gegenwärtig. Dann ist Heil und Heilung in

der Welt. Sie trifft mit ihren Worten Jesus mitten ins Herz. Denn sie sind

ganz seine Botschaft: das Reich Gottes auf Erden gegenwärtig werden zu

lassen. Die Heidin, die scheinbar Ungläubige, hat es verstanden und si‑

cher damit erreicht, dass Jesus seine Botschaft über die Grenzen Israels

verkündet wissen möchte.

Fürbitten

Gott sandte Jesus auf seinen Weg zu allen Menschen. Voller Vertrauen

beten und bitten wir in den Anliegen unserer Zeit:

✧ Die Kirche ist beauftragt, deine frohe Botschaft in die Welt zu tragen:

Wir bitten um gute Verkünderinnen und Verkünder deines Wortes.

Gott, guter Vater und liebende Mutter: Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Staat und Gesellschaft sind beauftragt, die Geschicke der Welt zu len‑

ken: Wir bitten um Männer und Frauen, die ihre politische Verantwor‑

tung nutzen, um Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen.

✧ Wir alle sind beauftragt, deine barmherzige Liebe den Geschöpfen die‑

ser Welt nahezubringen: Wir bitten um Menschen, die sich in Wort und

Tat für die Nächsten einsetzen, um Not und Leid zu lindern.

✧ Jede Gemeinde ist beauftragt, deine Gegenwart in der Welt aufschei‑

nen zu lassen: Wir bitten um Ehrenamtliche, die sich von deinem Geist

rufen lassen und ihre Talente einsetzen.

Ewiger Gott, dein Reich ist in Jesus Christus spürbare Wirklichkeit gewor‑

den. Im Heiligen Geist preisen wir deine Güte – heute und in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 183 (Dir Vater Lobpreis werde)

Sanctus GL 132

Agnus Dei GL 204

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Do

13

Besinnung nach der Kommunion

Weit hinaus in die Welt

soll Jesu Botschaft dringen –

die Botschaft von der

Menschenfreundlichkeit

des ewigen Gottes,

der seine Geschöpfe liebt,

sie annimmt,

sie tröstet,

sie beschenkt

mit Heil,

mit Segen,

mit Leben in Fülle.

Weit hinaus in die Welt

über alle von Menschen

gemachten Grenzen hinweg.

Zur Danksagung GL 551 (Nun singt ein neues Lied dem Herren)

Wort auf den Weg

Jesus überwindet durch die Begegnung mit der beharrlichen Frau seine ei‑

genen menschlichen Grenzen. Wann überwinden wir Grenzen, die wir uns

selbst gezogen haben und die uns einengen?

Mariengruß GL 526 (Alle Tage sing und sage)

Alexander Wischniewski

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Fr

14

F Cyrill und Methodius

L Apg 13,46–49; Ev Lk 10,1–9 (Lekt. V, 564)

Zur Eröffnung GL 547 (Du, Herr, hast sie für dich erwählt)

Einführung

Patrone Europas werden die Tagesheiligen Cyrill und Methodius genannt.

Die beiden Brüder verließen ihre Heimat Thessaloniki – im heutigen Grie‑

chenland – um die Liebe, die sie ergriffen hatte, weiterzutragen. Vor allem

in den slawischen Ländern konnte sich durch ihren Verdienst christliches

Leben entwickeln. An ihrem Fest richten wir unser Herz auf Christus hin –

auf sein Wort und seine Liebe – wenn wir rufen:

Kyrie-Rufe mit GL 155

Herr Jesus Christus, du willst uns mit deiner Liebe begegnen.

Dein Geist befähigt uns zum Handeln.

Du bist hier und jetzt bei uns.

Gloria GL 172 (Gott in der Höh)

Tagesgebet Vom Tag (MB 631)

Gott, du Heil aller Menschen, du hast durch die Brüder Cyrill und

Methodius den slawischen Völkern das Licht deiner Wahrheit geschenkt.

Gib, dass wir deine Lehre mit bereitem Herzen aufnehmen und zu einem

Volk werden, das im wahren Glauben und im rechten Bekenntnis geeint

ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 117; GL 454 mit GL 65,2 (VV. 1–2)

Halleluja GL 174,8

Zu den Schriftlesungen

In der Lesung aus der Apostelgeschichte hören wir heute prägnant, wen

die Botschaft Jesu angeht: Das sind all jene, die bereit sind, sich auf das

Reich Gottes einzulassen. Das muss nicht immer zuerst die Glaubens‑Eli‑

te sein, und jene, die Gott schon „perfekt“ kennen. Nein, unser Gott will

mit allen Menschen in Beziehung treten. Diese Botschaft trugen auch

Cyrill und Methodius durch unsere Welt.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202546Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium

Fr

14

Fürbitten

Jesus spricht: „Das Reich Gottes ist bereits angebrochen.“ Im Bewusst‑

sein, dass wir Mitarbeitende an diesem Reich sind, bitten wir ihn:

✧ Wir bitten für Europa und alle Länder dieser Erde: Erhalte den Frieden

und sende deinen Geist der Liebe dorthin, wo Hass und Streit herrschen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Wir bitten für jene, von deren Entscheidungen das Leben anderer Men‑

schen abhängt: Sende ihnen deinen Geist der Weisheit.

✧ Wir bitten dich für alle, die physische und psychische Not leiden: Sende

deinen Geist der Stärkung und richte die Leidenden in ihren Gebrechen

auf.

✧ Wir bitten dich für unsere Gemeinde N.: Sende uns deinen Geist der

Einheit und den Mut, voll Zuversicht in die Zukunft zu gehen.

✧ Wir bitten dich für alle unsere Verstorbenen, die wir deiner Liebe an‑

empfehlen: Nimm ihren Geist auf in dein ewiges Reich.

Um das Ausgesprochene und das Unausgesprochene bitten wir dich. Dein

Reich wächst schon hier in dieser Welt heute und in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)

Sanctus GL 193

Agnus Dei GL 204

Besinnung nach der Kommunion

„Das Reich Gottes ist euch nahe!“

Wo ist mir das Reich Gottes nahe?

Dort, wo große Reden geschwungen werden,

wo Macht demonstriert wird,

wo Reichsgrenzen markiert sind

und die Zuspätkommenden draußen stehen bleiben?

Dort, wo es einschlägt wie ein Komet, dort wo alle rufen:

„Ja, jetzt ist es endlich soweit!“

Es grenzt an eine Verrücktheit, von einem Königreich als einem Senfkorn

zu sprechen, das das kleinste unter allen Samenkörnern ist.

Werden wir nicht graue Haare haben, bis wir von den Früchten dieses

Korns essen können? Wer hat diese Zeit heute noch?

Und doch, das Samenkorn wächst.

Durch jeden, der es gießt, der es von Unkraut befreit, der es auch einmal

düngt – und durch den, der ihm und uns das Licht schenkt.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202547Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium

Fr

14

Zur Danksagung GL 461 (Mir nach, spricht Christus)

Wort auf den Weg

„Cyrill und Methodius sind gleichsam die Verbindungsringe, eine geisti‑

ge Brücke zwischen der östlichen und der westlichenTradition, die beide

in der einen großen Tradition der universalen Kirche zusammenfließen.

Sie sind für uns Beispiele und zugleich Fürsprecher in den ökumenischen

Anstrengungen der Schwesterkirchen des Ostens und des Westens, um

durch Dialog und Gebet die sichtbare Einheit in der vollkommenen und

umfassenden Einheit wiederzufinden.“ (Johannes Paul II.)

Zur Sendung GL 456 (Herr, du bist mein Leben)

oder

Mariengruß GL 536 (Gegrüßet seist du, Königin)

Matthias Gassner/Red.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202548Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Sa

15

Samstag der 5. Woche im Jahreskreis

L Gen 3,9–24; Ev Mk 8,1–10 (Lekt. V, 143)

Zur Eröffnung GL 142 (Zu dir, o Gott, erheben wir)

Einführung

„Geh mir aus dem Blick und lass mich in Frieden!“ – „Ich will mit dir und

deinen Geschäften nichts zu tun haben!“ Solche Aussagen kennen wir

alle. Vielleicht wurden sie uns selbst gesagt oder wir haben sie in man‑

chen brenzligen Situationen schon über Andere gesagt. Unser Gott hätte

im heutigen Lesungstext allen Grund, genauso zu reagieren. Und doch:

Als es brenzlig wurde für Adam und Eva, kündigt er nicht das Ende an.

Nein, er spricht: „Wo bist du, Adam?“ – „Wo bist du, Mensch?“ Hören wir

auf sein Rufen zu Adam – zum Erdling – zum Menschen. Hören wir auf

ihn, wenn wir seinen Sohn jetzt in unserer Mitte grüßen und uns in sein

Da‑Sein stellen.

Kyrie-Rufe GL 161 (Du rufst uns, Herr, trotz unsrer Schuld)

oder

Herr Jesus Christus, du bist die menschgewordene Liebe des Vaters.

Dich loben wir mit allen Heiligen und Seligen.

Du rufst zur Umkehr und zeigst uns den Weg mit dir und zu dir.

Tagesgebet Zur Auswahl 22 (MB 313)

Verborgener Gott. Du lässt uns Menschen gewähren, du wartest und

greifst nicht ein. Du gibst uns Zeit, du öffnest uns Wege, du redest zu uns

in Langmut und Liebe. Wir danken dir für deine Geduld. Bring uns heute

zur Besinnung. Mach uns offen für dich. Lass die ganze verlorene Mensch‑

heit hinfinden zu dir. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 90; GL 50,1.2 (VV. 1–6.13–14)

Halleluja GL 176,2

Zu den Schriftlesungen

Der heutige Lesungstext zeigt uns das innerste Wesen unseres Gottes.

Es wird sichtbar, was der Prophet Ezechiel ca. 600 v. Chr. schrieb: „Gott

spricht: So wahr ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tod des Schuldigen,

sondern daran, dass er auf seinem Weg umkehrt und am Leben bleibt.“

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202549Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Sa

15

Gott gibt uns eine zweite Chance. Nur bei einer zweiten Chance bleibt es

aber nicht. Blicken wir auf den allbekannten Evangelientext der wunder‑

baren Brotvermehrung, so kann man erkennen, wie weit Gott noch geht.

Aus Mitleid ließ Jesus für die hungrigen Menschen Brot und Fisch holen.

Sieben Körbe von dem Brot blieben übrig, nachdem viertausend sich da‑

ran labten. Gott gibt nicht nur den Neubeginn, sondern aus Erbarmen –

aus seiner übergroßen Liebe – verschwendet er sich für den Menschen.

Fürbitten

Zu Gott, unserem Schöpfer, der sich in seiner Liebe selbst verschwendet,

dringe unser Gebet, indem wir rufen:

✧ Gott, du hast den Menschen mit Freiheit beschenkt. Hilf der Mensch‑

heit, mit dieser Freiheit verantwortungsvoll umzugehen.

Gott, unser Schöpfer: Erhöre unser Gebet.

✧ Männlich und weiblich erschufst du die Menschen. Segne und begleite

alle Menschen, die in Ehe, Familie und Beziehung miteinander auf dem

Weg sind.

✧ Gott, als Krone der Schöpfung hast du die Menschen mit Verantwor‑

tung betraut. Sende allen deinen Geist der Weisheit, die durch ihre Ent‑

scheidungen das Geschehen der Menschheit und der Umwelt lenken.

✧ Wo Freiheit und Würde missbraucht werden, herrscht Ungerechtigkeit

und Unterdrückung. Sei allen nahe, die in Not sind und leiden.

✧ Gott, aus dem Staub hast du den Menschen geformt und zum Staub

kehrt er zurück. Nimm alle unsere Verstorbenen auf, denen niemand

mehr helfen kann außer du allein und führe sie heim in deine niemals

endende Liebe.

Du Ursprung des Lebens und der Liebe erhörst unsere Bitten. Lob, Dank

und Ehre sagen wir dir alle Tage unseres Lebens.

Zur Gabenbereitung GL 186 (Was uns die Erde Gutes spendet)

Sanctus GL 197

Agnus Dei GL 206

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202550Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Sa

15

Besinnung nach der Kommunion

Du in allem, was mich umgibt, in Wind und Wasser,

in allen Pflanzen und Tieren.

Gott Vater, von dir kommt alles Leben.

Du in jedem Menschen, dem ich begegne,

in jedem, dem ich nahe bin.

Gott Sohn, du bist unser Bruder.

Du in meinem Erkennen und Tun,

in meinem Denken und Fühlen.

Gott Heiliger Geist, du machst uns zur Liebe fähig.

Wir beten dich an, allmächtiger großer Gott,

im Vater

und Sohn

und Heiligen Geist.

Du, Gott, mein Leben in mir.

(nach Herrad Spielhofer)

Zur Danksagung GL 505 (Wir sind nur Gast auf Erden)

Wort auf den Weg

Die ganze Schöpfung ruft aus: Gott hat uns erschaffen.

Fragend schaute ich aufmerksam hin,

und die Antwort war ihre Schönheit.

(nach Augustinus)

Zur Sendung GL 469 (Der Erde Schöpfer und ihr Herr)

oder

Mariengruß GL 525 (Freu dich, du Himmelskönigin)

Matthias Gassner

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202551Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

So

16

6. Sonntag im Jahreskreis

1. L Jer 17,5–8; 2. L 1 Kor 15,12.16–20; Ev Lk 6,17–18a.20–26 (Lekt. III/C, 277)

Zur Eröffnung GL 329,1–3 (Das ist der Tag, den Gott gemacht)

oder GL 103 (Dieser Tag ist Christus eigen)

Einführung

Es ist Sonntag. Tag der Feier der Auferstehung unseres Herrn. Uns erfüllt,

wie den Apostel Paulus, von dem wir heute hören, die Hoffnung auf ein

Leben nach dem Leben. Im ersten Korintherbrief beschreibt der Apos‑

tel unsere letztgültige Hoffnung. Sie gründet in der Auferweckung Jesu

Christi von den Toten. In dieser Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod

rufen wir ihn, unseren Herrn, in unsere Mitte:

Kyrie-Rufe GL 163,8 oder

Herr Jesus Christus, auferstanden von den Toten.

Du rufst auch uns zum neuen Leben mit dir.

Deine Jünger leben im Angesicht der Verheißung.

Gloria GL 169 (Gloria, Ehre sei Gott)

Tagesgebet Vom Tag (MB 214)

Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei den Men‑

schen zu wohnen. Gib uns ein reines Herz, das bereit ist, dich aufzuneh‑

men. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 1; GL 31,1.2 (VV. 1–6.8)

Halleluja GL 174,4

» Predigtanregung

Credo GL 177,1.2 (Credo in unum Deum)

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So

16

Fürbitten

Im Glauben an die Auferstehung miteinander verbunden, beten wir aus

ganzem Herzen in den Sorgen und Nöten dieser Welt:

✧ Dass die Kirchen aus Spaltung und Trennung zu einem neuen Mitein‑

ander finden und so die Botschaft Christi glaubwürdig verkünden kön‑

nen.

Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.

✧ Dass im Ringen um die richtigen politischen Entscheidungen das Wohl

der Gemeinschaft und das Miteinander im Vordergrund stehen.

✧ Dass Menschen, die benachteiligt sind, auf Respekt stoßen.

✧ Dass unsere verstorbenen Verwandten und Freunde und jene, an die

niemand mehr denkt, bei dir Heimat und Geborgenheit finden.

Vater im Himmel, du hast Christus aus dem Grabe auferweckt und uns

allen damit eine neue Hoffnung geschenkt. Dir sei Lobpreis durch deinen

Sohn in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 474,1–3 (Wenn wir das Leben teilen)

Sanctus GL 199

Agnus Dei GL 202

Besinnung nach der Kommunion

Denk daran – auch deine Tage sind endlich … Schenk jedem Tag die Chan‑

ce, dass dich das Geheimnis des HEUTE berühren kann.

Zur Danksagung GL 440,1–3 (Hilf, Herr meines Lebens)

Wort auf den Weg

Dankbarkeit setzt ein Innehalten voraus. Erst wenn wir uns auf eine Bank

setzen und ruhig werden und auf das hektische Dasein einmal gelassen

und distanziert hinunterschauen, wenn alles etwas zurücktritt und wir zu

einem ruhigeren Rhythmus unseres Herzens kommen, dann kann es sein,

dass auf einmal die Dankbarkeit neben uns auf der Bank sitzt wie eine

stille, vornehme Frau mit einer großen, verwandelnden Ausstrahlung. Für

den nachdenklichen Menschen zeigen Dinge, Ereignisse, Begegnungen

und Erinnerungen plötzlich eine neue, bislang vergessene Seite. Es ist fast

so ähnlich, wie wenn über eine Landschaft ein zauberhafter Lichteinfall

kommt, weil die Sonne durchbricht. (nach Bischof Reinhold Stecher)

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202553Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

So

16

Zur Sendung GL 335 (Das ist der Tag) oder GL 361,1–3 (Mein

schönste Zier)

oder

Mariengruß GL 525,1.3 (Freu dich, du Himmelskönigin)

Josef Mayer/Red.

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Mo

17

Montag der 6. Woche im Jahreskreis /

g Sieben Gründer des Servitenordens

L Gen 4,1–15.25; Ev Mk 8,11–13 (Lekt. V, 149)

Zur Eröffnung GL 393 (Nun lobet Gott im hohen Thron)

Einführung

Neid kann einen Menschen innerlich zerfressen. Wir vergleichen uns mit

anderen Menschen, die mehr Geld verdienen oder die vermeintlich vom

Schicksal begünstigter sind als wir. Dabei vergessen wir, dass auch wir

geliebte Kinder Gottes sind, mit all unserem Können und Unvermögen,

mit unseren eigenen Talenten. – Die Kirche gedenkt heute der sieben

Kaufleute, die den Servitenorden gründeten. Geprägt von der mariani‑

schen Spiritualität einer Laiengruppierung in Florenz, reifte in ihnen der

Entschluss, sich 1233 zur „Gemeinschaft der Schmerzensmutter“ zusam‑

menzuschließen und ein Leben in Armut, Buße und Gebet zu führen.

Kyrie-Rufe mit GL 151

Herr Jesus Christus, du Sohn der Jungfrau Maria.

Du Freund der Armen und Bedrückten.

Du unser Heiland und Erlöser.

Tagesgebet Zur Auswahl 26 (MB 314)

Barmherziger Gott. Du nimmst die Sünde ernst, aber du lässt uns die Mög‑

lichkeit zur Umkehr. Du verurteilst unsere Verfehlungen, aber du lädst uns

ein zu einem neuen Anfang. Wir danken dir, dass du barmherzig bist. Gib

uns den Mut umzukehren. Gib uns die Kraft, neu anzufangen. Darum bit‑

ten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 50; GL 53,1 mit VV. aus dem Lekt. im VI. Ton

Halleluja GL 174,7

Zu den Schriftlesungen

Es wird immer Dinge geben, die wir besser können, und solche, die wir

weniger gut oder gar nicht können. Und dann ist da noch das teure Auto

des Nachbarn, dem gegenüber mein alter Kleinwagen dasteht wie eine

Schrottkiste, oder mein Arbeitskollege, der es schafft, dreimal im Jahr in

den Urlaub zu fahren, währenddessen ich mich mit einer einfachen Rad‑

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202555Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Mo

17

tour begnügen muss. Wir merken schon, dass uns allen der Neid zumin‑

dest kein unbekanntes Gefühl ist.

Wie lässt sich dem entgegensteuern? Gar nicht so einfach! Aber ein paar

Überlegungen können uns schon ein wenig heraushelfen aus dieser Mise‑

re: Jeder Mensch ist Gottes geliebtes Kind, und er liebt alle gleich, seiner

Liebe dürfen wir immer sicher sein. Und noch ein Zweites: Jede/r von uns

hat ein unverwechselbares Charisma, sein Talent, von Gott geschenkt, ist

unendlich wertvoll, weil ganz einmalig – genau dich gibt es nur ein einzi‑

ges Mal auf dieser Welt. Jede/r ist ein Unikat, unverwechselbar. Also steh

zu dir, du geliebtes Menschenkind, denn Gott steht – auf alle Fälle – an

deiner Seite!

Fürbitten

Voll Vertrauen wenden wir uns an Jesus Christus und bitten:

✧ Menschen, die schwere Schuld auf sich geladen haben, sehnen sich

nach Vergebung. Komm du ihnen mit deiner Liebe entgegen.

Herr, erbarme dich.

✧ Der Neid kann Menschen innerlich zerfressen. Lass sie entdecken,

dass sie selbst unschätzbar wertvoll sind.

✧ Trauernde versinken oft in Mutlosigkeit, isolieren sich und fühlen sich

dann mit ihrer Trauer allein gelassen. Führe sie mit Menschen zusam‑

men, die ihnen Trost und Stütze sind.

✧ Unsere Verstorbenen dürfen jetzt bei dir leben. Schenke ihnen allen die

ewige Heimat bei dir.

Herr Jesus Christus, du bist unsere Hoffnung und stehst treu an unserer

Seite. Dafür danken wir dir heute und in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 186 (Was uns die Erde Gutes spendet)

Sanctus GL 193

Agnus Dei GL 206

Zur Danksagung GL 382 (Ein Danklied sei dem Herrn)

Wort auf den Weg

Es liegt ein Segen darin, zufrieden zu sein mit dem, was man hat.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202556Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Mo

17

Zur Sendung GL 216 (Im Frieden dein, o Herre mein)

oder

Mariengruß GL 521,1–2.5 (Maria, dich lieben)

Martin Klein/Red.

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Di

18

Dienstag der 6. Woche im Jahreskreis

L Gen 6,5–8; 7,1–5.10; Ev Mk 8,14–21 (Lekt. V, 154)

Zur Eröffnung GL 142 (Zu dir, o Gott, erheben wir)

Einführung

Ein Blick in das gegenwärtige Weltgeschehen kann einen schon traurig,

manchmal sogar wütend machen. Warum geschieht denn nichts? Die

Bilder aus den Nachrichten zeigen uns hungernde und kranke Kinder,

deren Not unser Herz anrührt, vom Krieg zerstörte Häuser, abgeholzte

Urwälder, die der Profitgier weichen mussten, und Wetterkatastrophen.

Da wünschen wir uns dann wohl nicht selten, dass wie bei Noahs Sintflut

alle Bösen einfach weggeschwemmt würden. Hand aufs Herz – wer von

uns sehnt sich nicht nach einer Welt, in der die Liebe, das Mitleid und die

Barmherzigkeit unser Denken und Handeln bestimmen? Geben wir das

Unsere mit dazu, dass diese Welt ein wenig menschenfreundlicher wird!

Kyrie-Rufe mit GL 128

Herr Jesus Christus, in dir hat Gottes Liebe Hand und Fuß bekommen.

Um uns die Liebe Gottes zu bezeugen, hast du das Kreuz angenommen.

In deiner Auferstehung zeigt sich die göttliche Macht der Liebe.

Tagesgebet Um Liebe (MB 1113)

Allmächtiger Gott, sende uns den Heiligen Geist und entzünde in unse‑

ren Herzen das Feuer deiner Liebe, damit unser Sinnen und Trachten su‑

che, was dir gefällt, und wir dich aufrichtig lieben in unseren Brüdern und

Schwestern. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 29; GL 633,5 mit VV. aus dem Lekt. im II. Ton

Halleluja GL 175,3

Zu den Schriftlesungen

Muss das denn wirklich sein? Kann der Mensch den Menschen denn wirk‑

lich nicht einfach in Frieden leben lassen? Muss der Nachbar einen Krieg

anzetteln? Das bringt jetzt nur Leid, Not und Tod! Wie jeder Krieg im Klei‑

nen und im Großen.

Manchmal scheint es, als ob der Mensch wirklich nichts dazulernen

kann. Und manchmal wünscht man sich wohl auch, da möge doch der

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202558Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Di

18

Herrgott dreinfahren und alle Ungerechtigkeit und Gier und Unmensch‑

lichkeit auf einen Schlag beenden!

Eine gerechtere, liebevollere Welt, eine, in der es friedlich zugeht, wo

Liebe und Mitmenschlichkeit regieren – ist das denn wirklich eine Utopie?

Wenn wir alle uns bemühen, die uns möglichen kleinen Schritte aufei‑

nander zuzugehen, Versöhnung in unserem kleinen Umfeld zu ermögli‑

chen, liebevoll und menschlich miteinander umzugehen – dann, ja dann

hätte die Liebe wirklich eine Chance – versuchen wir es! Immer wieder!

Fürbitten

Zu Gott, der die Liebe ist, bringen wir unsere Anliegen und bitten:

✧ Die vielfältige Not in den Kriegsgebieten unserer Welt erschüttert uns:

Zeige den Staatenlenkern Wege zu Versöhnung und Frieden.

Herr, höre uns. – Herr, erhöre uns.

✧ Oft steht dem Pflegepersonal in den sozialen Einrichtungen nicht ge‑

nügend Zeit zur Verfügung: Gib den Verantwortlichen in der Politik das

Gespür, dass Mitmenschlichkeit und Liebe Zeit braucht.

✧ Der von Menschen verursachte Klimawandel sorgt für ökologische

Katastrophen: Schenke uns allen das Bestreben, in unseren eigenen

Lebensbereichen verantwortungsvoll zu handeln.

✧ Menschen suchen bei uns eine neue Heimat, weil sie daheim nicht in

Frieden leben können oder keinerlei Perspektive mehr sehen: Lass sie

bei uns freundliche Aufnahme und Verständnis finden.

Herr, wir danken dir heute und in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)

Sanctus GL 199

Agnus Dei GL 202

Zur Danksagung GL 427 (Herr, deine Güt ist unbegrenzt)

Wort auf den Weg

Wo Streit in Versöhnung mündet,

wo sich Neid in Großzügigkeit wandelt,

wo statt Egoismus Barmherzigkeit regiert,

da kann Gottes Liebe wachsen.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202559Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Di

18

Zur Sendung GL 455 (Alles meinem Gott zu Ehren)

oder

Mariengruß GL 531 (Sagt an, wer ist doch diese)

Martin Klein/Red.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202560Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Mi

19

Mittwoch der 6. Woche im Jahreskreis

L Gen 8,6–13.15–16a.18a.20–22; Ev Mk 8,22–26 (Lekt. V, 158)

Zur Eröffnung GL 485 (O Jesu Christe, wahres Licht)

Einführung

Manchmal sind wir wie mit Blindheit geschlagen und dann fällt es uns

schwer, selbst einfachste Zusammenhänge zu erkennen, weil wir „den

Wald vor lauter Bäumen“ nicht mehr sehen können. Und wenn wir dann

nach langem Suchen die Lösung gefunden haben, kommt oft die Erkennt‑

nis: „Das wäre ja ganz einfach gewesen!“

In der Kirche geht es uns da oft nicht viel anders: Der theoretisch‑theo‑

logische Überbau verdeckt oft das Wesentliche, und manchmal tut es gut,

sich wieder auf die wesentlichen Grundzüge christlichen Lebens zu besin‑

nen: Gottesliebe, Nächstenliebe und Selbstliebe.

Kyrie-Rufe mit GL 155

Herr Jesus Christus, du machst Blinde sehend.

Du bringst uns die Botschaft von der Liebe Gottes.

Du heilst die Verstocktheit unserer Herzen.

Tagesgebet Mittwoch 4. Woche (MB 299)

Heiliger Gott, du hast uns das Gebot der Liebe zu dir und zu unserem

Nächsten aufgetragen als die Erfüllung des ganzen Gesetzes. Gib uns die

Kraft, dieses Gebot treu zu befolgen, damit wir das ewige Leben erlangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 116; GL 629,3 mit VV. aus dem Lekt. im VI. Ton

Halleluja GL 174,5

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202561Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Mi

19

Fürbitten

Gott hört unsere Gebete. Darauf vertrauen wir und bitten ihn:

✧ Für alle, die vor schweren Entscheidungen stehen: Schenke ihnen Klar‑

heit, den für sie richtigen Weg zu wählen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Für alle, die in unseren Krankenhäusern und Pflegeheimen Dienst tun:

Gib ihnen Einfühlungsvermögen und Kraft.

✧ Für diejenigen, die auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind und

dich suchen: Zeige du dich ihnen als der Gott der Liebe, bei dem Leben

in Fülle zu finden ist.

✧ Für alle, die einander unversöhnt gegenüberstehen: Gib ihnen den

Mut, sich wieder anzunähern und auszusöhnen.

✧ Für unsere lieben Verstorbenen: Nimm sie auf in dein himmlisches

Reich.

Herr, unser Gott, du heilst die Blindheit unserer Herzen und zeigst uns

deine Wahrheit. Dafür danken wir dir heute und in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 185 (Du hast, o Herr, dein Leben)

Sanctus GL 190

Agnus Dei GL 204

Besinnung nach der Kommunion

Zu viele Köche verderben den Brei, so sagt ein Sprichwort. Da ist wohl et‑

was Wahres dran. Und endlose Diskussionen, zu viele Worte, verstellen

oft den Blick auf das Wesentliche. Manchmal ist weniger mehr, auch da ist

etwas Wahres dran.

Darum sind Zeiten der Stille so heilsam, weil sie uns auf das Wesent‑

liche zurückführen, Unnötiges vom wirklich Notwendigen unterscheiden

lassen und so Klarheit bringen.

Nehmen wir uns diese kleinen Zeiten der Stille – kleine Auszeiten im

Alltag, gönnen wir uns ein paar Momente „unbeschallte“ Zeit ohne Ra‑

dio, TV oder Handy – gehen wir ein wenig spazieren, betrachten wir ein

Bild – kommen wir ins innere Gespräch mit uns selber, mit unserer Seele,

mit Gott.

Tut gut! Merkst du es?

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202562Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Mi

19

Zur Danksagung GL 489 (Lasst uns loben, freudig loben)

Wort auf den Weg

„Ich verstehe.“ – Im Englischen heißt das: „I see“ – „Ich sehe.“

Wenn wir klar sehen, verstehen wir.

Wie oft brauchen wir jemanden, der uns dabei hilft, uns führt?

Es ist die Mitmenschlichkeit, die uns die Augen öffnet.

Zur Sendung GL 451 (Komm, Herr, segne uns)

oder

Mariengruß GL 530 (Maria, Mutter unsres Herrn)

Martin Klein/Red.

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Do

20

Donnerstag der 6. Woche im Jahreskreis

L Gen 9,1–13; Ev Mk 8,27–33 (Lekt. V, 162)

Zur Eröffnung GL 477 (Gott ruft sein Volk zusammen)

Einführung

Wieder stehen wir versammelt vor Gott. Es scheint, als wäre es nur ein

Augenblick. In Gottes Gegenwart aber begegnen wir der Ewigkeit. Keiner

von uns kennt die Fügungen und Wendungen, die das eigene Leben noch

bereithält. Eines aber ist gewiss: Gott hält zu uns. Er gibt sich zu erken‑

nen, nicht nur im großen Zeichen des Bundes, von dem wir in der Lesung

hören werden. – Und auch wir selbst können für andere zum Widerschein

seiner Herrlichkeit werden, in den kleinen Dingen, die wir jeden Tag tun.

Kyrie-Rufe mit GL 154

Herr Jesus Christus, du gibst Hoffnung und Zuversicht.

In dir begegnen sich Zeit und Ewigkeit.

Du sammelst die Menschen im neuen Bund zum Volk Gottes.

Tagesgebet Zur Auswahl 14 (MB 309)

Gott. Du hast uns verschiedene Gaben geschenkt. Keinem gabst du alles

– und keinem nichts. Jedem gibst du einen Teil. Hilf uns, dass wir uns nicht

zerstreiten, sondern einander dienen mit dem, was du einem jeden zum

Nutzen aller gibst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 102; GL 79,1 mit VV. aus dem Lekt. im VII. Ton

Halleluja GL 176,1

Zu den Schriftlesungen

Petrus „zerschellt“ geradezu in der Evangelienstelle mit seinem Tadel am

Menschensohn. Es gehört nämlich unverbrüchlich zu seinem Lebensweg,

dass ihm, dem Menschensohn, widersprochen wird. Jesus steht nicht für

das Gewöhnliche oder den Mainstream. Er ist Leitfigur einer Bewegung,

die sich im neuen Bund zusammenfinden soll. Oder mit den Worten des

Petrus gesagt: Er ist der Messias!

Und so ist mit seiner Identität und seiner Sendung verbunden, dass er

den Menschen richtungsweisend vorausgeht. Jesus ist mit seinem Leben

ein Zeichen – nicht nur ein Zeichen des Widerspruchs, sondern auch ein

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Do

20

Zeichen der Schönheit und des Neubeginns wie eben schon der wunder‑

schöne Bogen des Ersten Bundes, den Gott zwischen Himmel und Erde

gesetzt hat. Gut, dass wir als Töchter und Söhne Gottes nicht ohne die

Zeichen sein müssen, die uns Orientierung geben auf dem eigenen Le‑

bensweg.

Fürbitten

Gott stiftet einen Bund mit seinem Volk, den er in Christus erneuert. Vol‑

ler Vertrauen rufen wir zu ihm:

✧ Sammle von allen Enden der Erde Menschen guten Willens und stärke

sie in ihrem Bemühen, Impulse für ein neues Miteinander zu geben.

Gott, du Quelle der Einheit und Ursprung des Lebens. Wir bitten

dich, erhöre uns.

✧ Lass die Menschen wieder wachsam werden für die unverfälschte Er‑

scheinung dieser Erde und zurückfinden zu einem Leben in größerem

Einklang mit der Natur.

✧ Schenke allen Machthabern die Erfahrung, dass die Anerkenntnis Got‑

tes den Menschen nicht klein macht, sondern ihn erst recht sich selbst

zurückgibt und teilhaben lässt an der Würde Gottes.

✧ Am Ende des Lebens begegnen wir Jesus Christus von Angesicht zu An‑

gesicht. Führe alle unsere Lieben, die uns vorausgegangen sind, in dein

Licht und deinen Frieden.

Unser Beten ist Ausdruck der Sehnsucht nach dir, Gott. Du hältst uns in

deinem Bund. Dafür preisen wir dich heute und für alle Zeit.

Zur Gabenbereitung GL 474 (Wenn wir das Leben teilen)

Sanctus GL 200

Agnus Dei GL 202

Besinnung nach der Kommunion

Für wen halten wir Jesus? – Eine Frage, die sich uns ebenso wie den Men‑

schen damals aufdrängen könnte.

Vielleicht sollten wir ihn einfach sein lassen, was er ist und wie er ist,

der je Größere, in dessen Gegenwart wir uns in diesem Gottesdienst ge‑

flüchtet haben.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202565Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Do

20

Zur Danksagung GL 393,1–3 (Nun lobet Gott im hohen Thron)

Wort auf den Weg

Gott traut uns Menschen vieles zu und vertraut uns an: „Seid fruchtbar,

vermehrt euch und bevölkert die Erde.“

Und er entlässt uns mit einer Hoffnungsbotschaft: „Nie wieder soll eine

Flut kommen und die Erde verderben.“

Im Zeichen seines Bundes finden wir den Segen für uns und alle kom‑

menden Generationen.

Zur Sendung GL 455,1.3 (Alles meinem Gott zu Ehren)

Dominik Flür

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202566Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Fr

21

Freitag der 6. Woche im Jahreskreis

L Gen 11,1–9; Ev Mk 8,34 – 9,1 (Lekt. V, 167)

Zur Eröffnung GL 456 (Herr, du bist mein Leben)

Einführung

Wir sind hier versammelt, nicht weil man uns zwingt, sondern weil wir das

selbst wollen. Seit unserer Taufe sind wir von Jesus eingeladen, bei ihm zu

sein und mit ihm unterwegs zu sein. Wenn wir jetzt die Heilige Messe fei‑

ern, dann ist das Zeit mit ihm – seien wir offen, Neues von ihm zu erfahren:

Was sagt er uns heute?

Kyrie-Rufe mit GL 155

Herr Jesus Christus, wir vertrauen auf dein Wort.

Du rufst uns in deine Nachfolge.

Du gabst dein Leben für uns, damit wir Leben in Fülle haben.

Tagesgebet Freitag der 2. Woche (MB 287)

Heiliger Gott, du hast deinen Sohn der Schmach des Kreuzes unterwor‑

fen, um uns der Gewalt des Bösen zu entreißen. Gib uns die Gnade, dass

auch wir deinem Willen gehorchen und einst in Herrlichkeit auferstehen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 33; GL 653,3 mit VV. aus dem Lekt. im V. Ton

Halleluja GL 174,8

Zu den Schriftlesungen

Sein Kreuz auf sich nehmen, um Jesus nachzufolgen: Was auf das erste

Hinhören hin klingt wie etwas Furchtbares, etwas Mühsames, ist aber

im Gegenteil: etwas Befreiendes. Wenn ich zu Jesus möchte, dann muss

ich nicht meinen gesamten Ballast abwerfen, sondern ich kann zu ihm

kommen, so, wie ich bin, denn so, wie ich bin, bin ich ja, weil er mich so

geschaffen hat.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202567Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Fr

21

Fürbitten

Lasst uns zu Gott beten, Schwestern und Brüder, mit dem, was wir haben

und so, wie wir sind:

✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und Verantwortung in unse‑

rer Kirche tragen.

Gott, steh ihnen bei.

✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und dabei verlacht, verfolgt

oder ausgegrenzt werden.

✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und in Schulen und anderen

Bildungseinrichtungen von ihm erzählen.

✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und sich in seinem Namen um

Kranke und Sterbende kümmern.

✧ Für alle, die in der Nachfolge Jesu stehen und ihren letzten Weg auf

dieser Erde gehen.

Gott unser Vater, in Jesus Christus hast du uns gezeigt, wie ein Leben in

deinem Sinne lebbar ist. Wir danken dir, dass du uns erhörst. Heute und in

alle Ewigkeit loben und preisen wir dich.

Zur Gabenbereitung GL 460 (Wer leben will wie Gott auf dieser Erde)

Sanctus GL 200

Agnus Dei GL 204

Besinnung nach der Kommunion

Herr Jesus Christus, du hast uns – wie die Apostel – in deine Nachfolge ge‑

rufen. Wie mit ihnen hast du jetzt auch mit uns Mahl gehalten. In diesem

Augenblick dürfen wir deine Nähe und Gegenwart spüren und begreifen.

Bleibe bei uns mit deiner Liebe und lass auch durch uns Zeichen in der

Welt geschehen.

Zur Danksagung GL 400 (Ich lobe meinen Gott)

Wort auf den Weg

Nachfolge bedeutet, den Menschen von Jesus zu erzählen. Nehmen Sie

sich heute vor, jemanden eine kurze Geschichte von Jesus zu erzählen.

Zur Sendung GL 430 (Von guten Mächten)

oder

Mariengruß GL 521 (Maria, dich lieben) Vinzenz Schager

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Sa

22

F Kathedra Petri

L 1 Petr 5,1–4; Ev Mt 16,13–19 (Lekt. V, 572)

Zur Eröffnung GL 477 (Gott ruft sein Volk zusammen)

Einführung

Das Fest Kathedra Petri, welches wir heute feiern, bettet uns ein in die

große Gemeinschaft und in die breite Geschichte unserer katholischen

Kirche. Der Schatz, der sich hier auftut – denken wir darüber nach –, ist

immens und nicht zu vergleichen. Wir feiern die Heilige Messe – so wie

es Katholikinnen und Katholiken auf der ganzen Welt tun, und dies seit

vielen hundert Jahren.

Rufen wir das Erbarmen Gottes an: Erbarme dich, Herr, unser Gott …

Kyrie-Rufe GL 163,7 oder

Herr Jesus Christus, du hast deine Kirche in diese Welt gestellt.

Du selbst bist der Herr dieser Kirche.

Im Heiligen Geist wirkst du weiter durch die Geschichte.

Gloria GL 172 (Gott in der Höh)

Tagesgebet Vom Tag (MB 634)

Allmächtiger Gott, das gläubige Bekenntnis des Apostels Petrus ist der

Felsen, auf den du deine Kirche gegründet hast. Lass nicht zu, dass Ver‑

wirrung und Stürme unseren Glauben erschüttern. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 23; GL 37,1.2 (VV.1–8)

Halleluja GL 175,6

Zu den Schriftlesungen

Bezeugen, wer dieser Jesus ist. Das ist der gemeinsame Tenor der beiden

heutigen Lesungen. In der Lesung geht es darum, wie ein Vorsteher mit

den ihm Anvertrauten umgeht. Jesus will keine Herrscher im weltlichen

Sinn, er will Hirten – Menschen, die sich um andere sorgen. Petrus soll so

einer sein, und Petrus wird so einer. Ein Hirte, der auf die Seinen schaut.

So gibt er Zeugnis von Jesus, so sollen wir Zeugnis von Jesus geben.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202569Textdatei | Liedplan KalendariumKalendariumKalendarium

Sa

22

Fürbitten

Im Vertrauen darauf, dass Jesus Christus seine Kirche nie verlassen wird,

rufen wir:

✧ Für unseren Papst Franziskus, den du als Nachfolger des Heiligen Pe‑

trus berufen hast: Steh ihm in seiner Hirtenaufgabe bei.

Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Für alle, die in diesem Heiligen Jahr den Petersdom besuchen, um dort

zu beten und dabei durch die Heilige Pforte schreiten: Lass sie spüren,

dass sie Hoffnung haben dürfen.

✧ Für alle, die im Vertrauen auf dein Wort zur heiligen Beichte gehen:

Vergib ihnen ihre Sünden und lass sie stets Vergebung erfahren.

✧ Für alle, die sprichwörtlich an der Himmelstür klopfen, um von Petrus

eingelassen zu werden: Nimm unsere Verstorbenen auf in dein Reich.

Herr Jesus Christus, wenn wir auf dich vertrauen, ist unser Vertrauen auf

Fels gebaut. Dafür danken wir dir heute und alle Tage unseres Lebens.

Zur Gabenbereitung GL 184 (Herr, wir bringen in Brot und Wein)

Sanctus GL 198

Agnus Dei GL 202

Besinnung nach der Kommunion

Herr Jesus Christus, in der großen Gemeinschaft der Kirche mit ihren Milli‑

onen Mitgliedern kommst du ganz zu mir. Ich danke dir für dein Vermächt‑

nis in der Eucharistie, in der ich deine Nähe erfahre, wie sie auch deine

Apostel erfahren haben.

Zur Danksagung GL 421 (Mein Hirt ist Gott der Herr)

Wort auf den Weg

Gehen wir gestärkt von Gott in unseren Alltag. Tun wir dies im Bewusst‑

sein: in seiner Kirche sind wir nie allein.

Zur Sendung GL 487 (Nun singe Lob, du Christenheit)

oder

Mariengruß GL 534 (Maria, breit den Mantel aus)

Vinzenz Schager

» Liturgie konkav

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202570Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

So

23

7. Sonntag im Jahreskreis

1. L 1 Sam 26,2.7–9.12–13.22–23; 2. L 1 Kor 15,45–49; Ev Lk 6,27–38 (Lekt. III/C, 281)

Zur Eröffnung GL 448 (Herr, gib uns Mut zum Hören)

Einführung

„Herr, gib uns Mut zum Hören auf das, was du uns sagst!“ Den Worten,

die uns Jesus heute sagt, einfach zuzuhören, ist nicht leicht. Sie klingen

weltfremd oder sind zumindest Herausforderungen, die kaum jemand

erfüllen kann. Ihnen zu widersprechen ist die eine Möglichkeit. Sie zu

ignorieren eine andere. Eine nochmals andere ist, sich mit ihnen ausein‑

anderzusetzen. Der Gottesdienst möge dazu helfen, die Denkweise Jesu

kennenzulernen und zu verstehen.

Kyrie-Rufe GL 437 (Meine engen Grenzen) oder

Herr Jesus Christus, auf dich hören wir, weil du uns beim Namen nennst.

Auf dich vertrauen wir, weil du unser Herz kennst.

Mit dir gehen wir, weil du uns in deine Nachfolge rufst.

Gloria GL 171 (Preis und Ehre)

Tagesgebet Vom Tag (MB 215)

Barmherziger Gott, du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen. Lass

uns immer wieder über dein Wort nachsinnen, damit wir reden und tun,

was dir gefällt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 103; GL 57,1.2 (VV. 1–4.8.10.12–13)

Halleluja GL 174,7

» Predigtanregung

Credo GL 179 (Ich glaube an Gott)

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202571Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

So

23

Fürbitten

Das Eingangslied „Herr, gib uns Mut zum Hören“ mag uns helfen, unsere

Anliegen vor Gott zu tragen:

✧ Herr, gib uns Mut zum Hören auf das, was du uns sagst: Wir bitten für

alle, die heute den Gottesdienst besuchen, für alle, die zu Hause beten

und für alle, die Jesu Wort als unrealistisch abtun.

Du sei bei uns in unsrer Mitte, höre du uns, Gott. (GL182,2)

✧ Herr, gib uns Mut zum Dienen, wo‘s heute nötig ist: Wir beten für alle,

die sich für eine gute Sache einsetzen, für alle, die in helfenden Berufen

tätig sind und für alle, die ihrer Verantwortung nicht nachkommen.

✧ Herr, gib uns Mut zur Stille, zum Schweigen und zum Ruhn: Wir bitten

für alle, die eine Auszeit brauchen, für alle, die aus ihrem Hamsterrad

nicht herausfinden und für alle, die sich den Lebensfragen nicht stellen.

✧ Herr, gib uns Mut zum Glauben an dich, den einen Herrn: Wir beten

für alle, die ihren Glauben leben, für alle, die nach einem Leitbild für

ihr Leben suchen und für alle, die den Glauben ablehnen oder verloren

haben.

Herr, du leitest uns durch dein Wort und gibst uns den Mut, dass wir und

alle, für die wir beten, an deinem Reich mitbauen, das kommen wird in

Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 183 (Dir Vater Lobpreis werde)

Sanctus GL 190

Agnus Dei GL 202

Besinnung nach der Kommunion

Herr, du bist jetzt bei mir. Dir kann ich nichts vormachen. Ja, dein Wissen

um mich ist mir ein großer Trost. Ich habe ja dein Wort: du suchst den Sün‑

der. Jetzt hast du wieder einen gefunden – nicht um mich zu verurteilen,

sondern mich zu heilen. Herr, eile mir zu helfen. (nach Otto H. Semmet)

Zur Danksagung GL 464 (Gott liebt diese Welt)

Wort auf den Weg

Der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Huld. (Ps

103,8)

Zur Sendung GL 453 (Bewahre uns, Gott) Hanns Sauter

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202572Textdatei | Liedplan Kalendarium

Mo

24

F Matthias

L Apg 1,15–17.20ac–26; Ev Joh 15,9–17 (Lekt. V, 576)

Zur Eröffnung GL 546,1–3 (Christus, du Licht)

Einführung

Der Apostel Matthias wurde nachnominiert. Das kennen wir doch von

Fußball‑Turnieren her; da werden Spieler nachnominiert, weil andere aus‑

gefallen sind. Durch das Ausscheiden des Judas Iskariot ist die Zahl der

zwölf Apostel nicht mehr komplett. Die Zwölf stehen für die Stämme Isra‑

els. Der Gewählte, Matthias, war ein Augen‑ und Ohrenzeuge. Über sein

Leben wissen wir weiter nichts; er soll in Äthiopien als Märtyrer gestor‑

ben sein. Seine Gebeine kamen, wohl auf Betreiben von Kaiserin Helena,

nach Trier, und sind dort in der Abteikirche St. Matthias beigesetzt. – So

wie der Apostel Matthias Zeuge war, sollen auch wir Zeuginnen und Zeu‑

gen sein.

Kyrie-Rufe mit GL 126

Herr Jesus Christus, du liebst uns, so wie dich dein himmlischer Vater liebt.

Wir sind deine Freunde, wenn wir deinen Auftrag erfüllen.

Du hast uns erwählt, damit wir Frucht bringen.

Gloria GL 167 (Dir Gott im Himmel Preis und Ehr)

Tagesgebet Vom Tag (MB 636)

Gott, du kennst die Herzen aller Menschen; du hast es gefügt, dass der

heilige Matthias zum Kollegium der Apostel hinzugewählt wurde. Deine

Liebe lenke auch unseren Weg und reihe uns ein in die Schar deiner Auser‑

wählten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 113; GL 62,1.2 (VV. 1–2.3–4.5.6b.7)

Halleluja GL 175,3

Zu den Schriftlesungen

Der eine oder die andere fragt sich vielleicht: Warum berichtet die Apo‑

stelgeschichte von der Nachwahl des Apostels Matthias? So wie die 12

Stämme Jakobs für den Alten Bund standen, stehen die 12 Apostel für den

Neuen Bund, der mit Jesus begonnen hat. Da der Kreis der Zwölf für die

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202573Kalendarium

Mo

24

junge Kirche von großer Bedeutung ist, aber Judas Iskariot nicht mehr

dabei ist, muss die entstandene Lücke gefüllt werden. Es überrascht al‑

lerdings, dass es zu einer echten Wahl kommt. Als Anführer der Apostel

hätte Petrus einfach einen Nachfolger für Judas bestimmen können. Aber

Petrus verzichtet auf dieses Privileg und lässt die etwa 120 Brüder, die

zusammengekommen waren, mitbestimmen. Damit wird deutlich: Hier

geht es nicht nur um eine bloße Formsache; darum wird auch nicht ein‑

fach irgendeiner der Brüder hinzugewählt, sondern einer, der von Anfang

an dabei war – und der vor allem Zeuge der Auferstehung war.

Im Evangelium – einem Abschnitt aus der Abschiedsrede Jesu beim

Abendmahl mit seinen Jüngern – geht es um die Liebe. Die Liebe, wie

Jesus sie seinen Jüngern vorgelebt hat, und wie er sie in dieser Rede den

Seinen ans Herz legt, will keine Macht ausüben, sondern begegnet dem

Nächsten auf Augenhöhe. Jesus hat den Petrus und die anderen elf aus‑

gewählt, damit sie den Menschen und auch einander in Liebe dienen. In‑

dem die ersten Christengemeinden diese Liebe leben, sind sie ein Vorbild,

und darum breitet sich das Christentum schnell im Mittelmeerraum aus.

Immer wieder nehmen die Jünger Maß an der Liebe, die Jesus ihnen ans

Herz gelegt hat; Beispiel dafür ist die große Einigkeit bei der Nachwahl

des Matthias.

Fürbitten

Unserem Herrn Jesus Christus, dem der Apostel Matthias als treuer Zeu‑

ge gedient hat, tragen wir unsere Anliegen und Bitten vor:

✧ Für die Getauften, in denen du das Licht der Liebe entzündet hast, dass

sie diese kostbare Flamme hüten und bewahren.

Jesus, du unser Freund – Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Für die Kinder, die sich in diesen Monaten auf die Erstkommunion vor‑

bereiten, dass sie das Wunder deiner liebenden Nähe begreifen lernen.

✧ Für die Firmbewerber, die eingeladen sind, sich bewusst für den Glau‑

ben zu entscheiden, dass sie Vorbilder finden, die ihnen dabei helfen.

✧ Für alle, die in diesem Jahr ihren Schulabschluss machen, dass sie sich

bei der Berufswahl von ihrem Herzen leiten lassen.

✧ Für alle, die von einem lieben Verstorbenen Abschied nehmen, dass sie

in ihrer Trauer liebevolle Wegbegleitung erfahren.

Liebender Gott, dir vertrauen wir – heute und alle Tage unseres Lebens.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202574Kalendarium

Mo

24

Zur Gabenbereitung GL 542,1.4.6 (Ihr Freunde Gottes allzugleich)

Sanctus GL 129

Agnus Dei GL 203

Besinnung nach der Kommunion

Liebster Jesus, dein heiliger Leib, verborgen in der Gestalt des Brotes, ist

ein überaus kostbarer Schatz.

Du gibst dich in meine Hand, ich darf dich schmecken; du hilfst mir, dir in

meinem Herzen eine Wohnung zu bereiten.

Dort treffe ich mich mit dir und rede mit dir, wie mit meinem besten Freund.

Vor allem lädst du mich ein, auf das zu hören, was du mir sagen willst.

Lass mich ganz Ohr werden und mich immer mehr mit dir verbinden; eins

mit dir werden, in reiner Liebe. Amen!

Zur Danksagung GL 479 (Eine große Stadt ersteht)

Zur Sendung GL 453,1.4 (Bewahre uns, Gott)

Norbert Braun

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202575Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Di

25

Dienstag der 7. Woche im Jahreskreis /

g Walburga

L Sir 2,1–11; Ev Mk 9,30–37 (Lekt. V, 180)

Zur Eröffnung GL 542,1.5 (Ihr Freunde Gottes allzugleich)

Einführung

Zusammen mit Bonifatius kam im Jahr 739 auch Walburga von England

nach Germanien, um auf dem Festland den christlichen Glauben zu ver‑

künden. Das Kloster in Heidenheim, das Walburga leitete, war eines der

geistlichen Zentren, die als Keimzellen für die Entstehung von christlichen

Gemeinden dienten. Dabei galt Walburgas Sorge nicht nur der Bildung,

sondern durch Förderung der Landwirtschaft auch dem leiblichen Wohl

der Menschen. Dank dieses ganzheitlichen Engagements für die Men‑

schen nahm die Missionierung Germaniens Fahrt auf. Nach dem Vorbild

der heiligen Walburga wollen wir auch heute den ganzen Menschen im

Blick haben.

Kyrie-Rufe mit GL 128

Herr Jesus Christus, wie du die Jünger gelehrt hast, so lehrst du auch uns.

Dir geht es nicht darum, geehrt zu werden, sondern darum, zu dienen.

Du wendest dich den Kleinen zu, um sie groß sein zu lassen.

Tagesgebet Vom Gedenktag (MB 637)

Barmherziger Gott, du hast der heiligen Äbtissin Walburga einen starken

Glauben und ein mütterliches Herz gegeben. Hilf uns auf ihre Fürsprache,

an deinem Wort festzuhalten und in der Welt deine Güte sichtbar zu ma‑

chen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 37; GL 71,1 mit VV. aus dem Lekt. im VIII. Ton

Halleluja GL 174,8

Zu den Schriftlesungen

Der heutige Abschnitt aus dem Buch Jesus Sirach beschreibt kein einheit‑

liches Gottesbild. Mal ist er der Gott, der dem Menschen Barmherzigkeit

erweist, wie wir das ziemlich durchgängig aus dem Neuen Testament von

Jesus her kennen. Dann ist Gott aber auch der, der Menschen auf die Pro‑

be stellt „wie Gold, das im Feuer geprüft wird“. Aber auch in der Prüfung

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202576Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Di

25

sollen wir nicht das Vertrauen verlieren, weil Gott niemandem seinen

Lohn vorenthält. Das ist auch so ein altes Gottesbild ‚Lohn – Strafe‘.

Dagegen steht im Evangelium Jesus, der aus Liebe zu uns, seinen Men‑

schen, leiden wird. Um uns zu erlösen, geht er in den Tod. Unsere Erlö‑

sung endet aber nicht mit dem Tod Jesu, sondern ist erst in seiner Aufer‑

stehung vollendet. Dass Jesus aus Liebe so handelt, ist nicht nur für die

Jünger damals, sondern auch für uns heute nur schwer zu begreifen. Um

das kindliche Vertrauen, bei den Jüngern und auch bei uns, wieder an die

Oberfläche zu holen, stellt Jesus ein Kind in die Mitte.

Fürbitten

Unserem Herrn Jesus Christus, der die heilige Walburga in den Dienst der

Glaubensverkündigung berufen hat, tragen wir unsere Bitten vor:

✧ Für die Ordenschristen unserer Zeit, dass sie ihren apostolischen Auf‑

trag in Liebe und Treue erfüllen.

Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.

✧ Für die Gläubigen in unseren Gemeinden, dass da immer Wegbegleiter

sind, die ihnen Impulse für ihren Glaubensweg geben.

✧ Für die Christen in unserem Land, dass sie in dieser Zeit mutig zu ihrer

Überzeugung stehen und so ihr Licht für andere leuchten lassen.

✧ Für alle, die vor uns den Weg des Glaubens gegangen sind, dass sie uns

von ihrer himmlischen Wohnung aus Mut machen für unseren Dienst.

Diese und alle unsere Bitten tragen wir vor dich hin, der du lebst und herr‑

schest in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 188 (Nimm, o Gott, die Gaben)

Sanctus GL 194

Agnus Dei GL 204

Besinnung nach der Kommunion

Jesus, mit dir in meinem Herzen bin ich wie dieses Kind, das du in die Mitte

der Jünger gestellt hast.

Ich bin einfach nur da und vertiefe mich in deine wunderbare Gegenwart.

Dabei spüre ich, wie du mich liebevoll in deine Arme nimmst und segnest.

So von dir geliebt, jubelt meine Seele voller Freude.

Liebster Jesus, ich danke dir von Herzen. Amen!

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202577Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Di

25

Zur Danksagung GL 484,1.3–5 (Dank sei dir, Vater)

Zur Sendung GL 457 (Suchen und fragen)

Norbert Braun

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202578Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Mi

26

Mittwoch der 7. Woche im Jahreskreis

L Sir 4,11–19; Ev Mk 9,38–40 (Lekt. V, 185)

Zur Eröffnung GL 414 (Herr, unser Herr, wie bist du zugegen)

Einführung

Wir stellen uns aufs Neue in die Gegenwart Gottes. Er will uns schenken,

was wir brauchen, damit wir das Leben mit seinen Herausforderungen be‑

stehen können. In der Offenheit für ihn und sein Handeln an uns erlangen

wir jene „Weisheit“, die uns lebenstüchtig macht.

In Jesus Christus ist Gott auf uns zugegangen. Darum rufen wir:

Kyrie-Rufe

Herr Jesus Christus, menschgewordene Liebe Gottes, des Vaters.

Herr Jesus Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

Herr Jesus Christus, Leben, das stärker ist als der Tod.

Tagesgebet Samstag der zweiten Osterwoche (MB 151)

Gott, unser Vater, du hast uns durch deinen Sohn erlöst und als deine ge‑

liebten Kinder angenommen. Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glau‑

ben, und schenke ihnen die wahre Freiheit und das ewige Erbe. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 119; GL 31,1 mit VV. aus dem Lekt. im IV. Ton

Halleluja GL 174,5

Zu den Schriftlesungen

Wer redlichen Herzens Weisheit sucht, findet zu Gott. Wer redlichen Her‑

zens Gott sucht, erlangt Weisheit und damit die Fähigkeit, sich dem Leben

stellen zu können.

Weisheit zeigt sich auch dort, wo wir – auch bei Menschen außerhalb

unserer Gemeinden – Gutes wahrnehmen, es anerkennen und wertschät‑

zen.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202579Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Mi

26

Fürbitten

Vor Gott, der in vielfältiger Weise auf uns zugeht, tragen wir unsere Bitten.

Wir rufen: Erhöre unser Gebet.

✧ Lass alle, die an dich glauben, die lebensfördernde Kraft der Frohen

Botschaft erfahren.

✧ Schenke allen Glaubenden Offenheit für das Wirken deines Geistes

und die Bereitschaft, Mauern zu überwinden und Brücken zu bauen.

✧ Steh allen bei, die in eine Krise geraten sind und mit ihrem Leben nicht

mehr zurechtkommen.

✧ Stärke alle, die sich darum mühen, Kinder und Jugendliche zu erziehen

und ihnen Wertvolles für das Leben mitzugeben.

✧ Beten wir in einer kurzen Gebetsstille in unseren persönlichen Anlie‑

gen. – Stille

✧ Führe unsere Verstorbenen zum ewigen Leben.

Guter Gott, bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir

das Licht. Du bist gepriesen in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 460 (Wer leben will wie Gott)

Sanctus GL 194

Agnus Dei GL 202

Besinnung nach der Kommunion

Wenn der Mensch Gott sucht, ist es viel mehr noch Gott, der den Men‑

schen sucht. So sagt es sinngemäß Johannes vom Kreuz.

In meinem Suchen öffne ich mich für Gott, der längst auf dem Weg zu mir

ist. Ich darf mich von ihm finden lassen – und so die Weite und Tiefe des

Lebens mit ihm erfahren.

Zur Danksagung GL 484 (Dank sei dir, Vater)

Wort auf den Weg

Machen wir uns auf den Weg – voller Zuversicht, und halten wir unsere

Sinne offen für die Spuren von Gottes Weisheit in unserer Welt.

Zur Sendung GL 446 (Lass uns in deinem Namen, Herr)

Bernd Kasper

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Do

27

Donnerstag der 7. Woche im Jahreskreis

L Sir 5,1–8; Ev Mk 9,41–50 (Lekt. V, 188)

Zur Eröffnung GL 427 (Herr, deine Güt ist unbegrenzt)

Einführung

Für viele Menschen in unserem Land ist heute „unsinniger Donnerstag“;

für sie steht der Spaß, die Ausgelassenheit und das Feiern im Vordergrund.

Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, aber es handelt sich nur

um eine Seite des Lebens. Mit einer ganz anderen Seite konfrontieren uns

die heutigen Schrifttexte: Sie machen uns die Ernsthaftigkeit bewusst, die

unserem Leben als Glaubende angemessen ist. Dahinter steht letztlich

die Botschaft: Gott ist es ernst mit seinem Willen, dass wir gerettet wer‑

den. – In Jesus Christus ist diese „Ernsthaftigkeit“ Gottes sichtbar gewor‑

den. Darum rufen wir zu ihm:

Kyrie-Rufe GL 162 (Mit lauter Stimme) oder

Herr Jesus Christus, der Alpha und Omega, Anfang und Ende.

Du Ursprung und Ziel unseres Glaubens.

Du Quelle der Freude und des Heiles.

Tagesgebet Zur Auswahl 25 (MB 314)

Gott. Du bist uns nahe, noch bevor wir zu dir kommen. Du bist bei uns,

noch bevor wir uns aufmachen zu dir. Sieh deine Gemeinde, die auf dich

schaut: Sieh unsere Sehnsucht nach Glück, unseren Willen zum Guten und

unser Versagen. Erbarme dich unserer Armut und Leere. Fülle sie mit dei‑

nem Leben, mit deinem Glück, mit deiner Liebe. Darum bitten wir durch

Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 1; GL 31,1.2 (VV. 1–6.8)

Halleluja GL 174,7

Zu den Schriftlesungen

Es geht nicht um eine „Droh‑Botschaft“, die Angst vor der Hölle schüren

und zur Selbstverstümmelung aufrufen will. Dreh‑ und Angelpunkt ist die

„Kostbarkeit“ des Glaubens, der vor allen schädlichen Einflüssen unbe‑

dingt zu schützen ist. Denn darin geht es um nichts weniger als das Heil,

das Gott anbietet. Wer sich dafür öffnet, kann ohne Angst leben und die

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Do

27

eigene Schwachheit und auch das eigene Versagen immer wieder dem Er‑

barmen Gottes anvertrauen.

Fürbitten

Unseren Gott, der uns durch Jesus Christus zum Heil führen will, bitten

wir: Guter Gott, erhöre uns!

✧ Für alle Glaubenden: um deinen Beistand, damit sie für die Frohe Bot‑

schaft einstehen und den Gefährdungen des Glaubens standhalten.

✧ Für alle, die unter eigener oder fremder Schuld leiden: um die Erfah‑

rung deiner Barmherzigkeit.

✧ Für alle, die in diesen Tagen Karneval bzw. Fasching feiern: um viele

Momente unbeschwerter Freude und Heiterkeit.

✧ Für alle, die auf falsche Sicherheiten gesetzt haben und auf Irrwege

geraten sind: um die Gnade der Umkehr.

✧ Für alle, die uns vorausgegangen sind: um die ewige Freude bei dir.

Guter Gott, die Freude an dir ist unsere Stärke. Sei gepriesen in Ewigkeit.

Zur Gabenbereitung GL 457 (Suchen und fragen)

Sanctus GL 195

Agnus Dei GL 203

Besinnung nach der Kommunion

„Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung“ (vgl. Ps 130). Der

Glaube daran macht nicht leichtsinnig oder oberflächlich, sondern er er‑

mutigt, mit dem Leben gut umzugehen. Dazu gehört auch, die Wunden

eigener Schuld von ihm heilen zu lassen.

In Jesus Christus, den wir in der Kommunion empfangen haben, ist Gottes

Barmherzigkeit und reiche Erlösung sichtbar und spürbar geworden.

Zur Danksagung GL 456 (Herr, du bist mein Leben)

Wort auf den Weg

Wir werden „in Frieden“ ausgesandt, um für die Freude und die Ernsthaf‑

tigkeit unseres Glaubens in der Welt einzustehen.

Zur Sendung GL 403 (Nun danket all und bringet Ehr)

Bernd Kasper

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202582Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan Kalendarium

Fr

28

Freitag der 7. Woche im Jahreskreis

L Sir 6,5–17; Ev Mk 10,1–12 (Lekt. V, 192)

Zur Eröffnung GL 429 (Gott wohnt in einem Lichte)

Einführung

„Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt.“ Diesen Satz werden wir heute

in der Lesung hören, verbunden mit anderen Feststellungen aus mensch‑

licher Erfahrung rund um das Thema „Freundschaft“.

Jesus nennt uns „Freunde“ und lädt uns ein, in der Freundschaft mit ihm

zu leben. Wer dazu bereit ist, findet in Jesus einen „treuen Freund“ und

weiß sich geborgen, wie in einem „festen Zelt“.

Kyrie-Rufe

Herr Jesus Christus, du nennst uns nicht Knechte, sondern Freunde.

Du rufst uns auf: Bleibt in meiner Liebe.

Du hast uns dazu bestimmt, dass wir uns aufmachen und Frucht bringen.

Tagesgebet Donnerstag der 4. Woche (MB 301)

Allmächtiger Gott, du hast deinen Sohn erhöht und den Heiligen Geist ge‑

sandt, um uns zum ewigen Leben zu führen. Gib, dass wir durch den Emp‑

fang dieser großen Gabe im Glauben wachsen und dir mit ganzem Herzen

dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 119; GL 312,7 mit VV. aus dem Lekt. im II. Ton

Halleluja GL 174,8

Zu den Schriftlesungen

Manche denken beim Hören des Evangeliums eventuell an eine scheitern‑

de Ehe und an die Frage, ob nicht eine Trennung für beide das Bessere

wäre. Den Pharisäern geht es jedoch nicht um Hilfe in einer menschlichen

Konfliktsituation, sondern darum, Jesus eine Fangfrage zu stellen. Ganz

egal, ob er mit Ja oder mit Nein antwortet, man hat einen Grund zur An‑

klage gegen ihn.

In dieser Lage verweist Jesus auf Gott, den Schöpfer, der seiner Schöp‑

fung eine lebensfördernde Ordnung gestiftet hat. Diese zeigt sich auch in

der ehelichen Gemeinschaft von Mann und Frau.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202583Textdatei | LiedplanTextdatei | Liedplan KalendariumTextdatei | Liedplan KalendariumKalendarium

Fr

28

Jesus umgeht also klug die gestellte Falle. So macht er – auch für uns

heute – deutlich: Es gilt, Gott, den Schöpfer in den Blick zu nehmen. Aus

der Ehrfurcht vor ihm und aus dem Vertrauen auf seinen Heilswillen für

uns Menschen ergeben sich angemessene Wege, auch mit Scheitern und

Schuld umzugehen.

Fürbitten

Tragen wir unsere Bitten vor Gott, den Schöpfer, und rufen wir zu ihm: Gu-

ter Gott, erhöre uns.

✧ Hilf der Kirche, das Evangelium als Frohe Botschaft für die Menschen

von heute zu verkünden.

✧ Schenke den Eheleuten deinen Beistand, damit sie auch in schweren

Zeiten zu ihrem Ja‑Wort füreinander stehen können.

✧ Schau auf die Menschen, deren Beziehung zerbrochen ist, und lass sie

deinen Beistand erfahren.

✧ Schenke allen, die in diesen Tagen Karneval bzw. Fasching feiern, Mo‑

mente unbeschwerter Freude und Heiterkeit.

✧ Führe unsere Verstorbenen in die ewige Freude bei dir.

Guter Gott, dein Erbarmen waltet über allen deinen Werken. Dir sei alle‑

zeit Lob und Ehre durch Christus, unseren Herrn.

Zur Gabenbereitung GL 464,1.4.6 (Gott liebt diese Welt)

Sanctus GL 196

Agnus Dei GL 204

Besinnung nach der Kommunion

Herr Jesus Christus,

Freund, der mich annimmt, wie ich bin.

Freund, bei dem mein Leben geborgen ist.

Freund, der auch in schweren Zeiten zu mir steht.

Freund, der mir immer wieder vergibt.

Freund, an dem ich wachsen kann.

Freund, der auf meine Sehnsucht antwortet.

Freund, durch den und mit dem ich ans Ziel gelange.

Zur Danksagung GL 382 (Ein Danklied sei dem Herrn)

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Fr

28

Wort auf den Weg

Mit Jesus als gutem Freund an der Seite kann ich mich zuversichtlich auf

den Weg machen.

Zur Sendung GL 487 (Nun singe Lob, du Christenheit)

Bernd Kasper

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202585Textdatei Feierformen

Di

11

Begegnung mit dem Heiland

Wort‑Gottes‑Feier mit Krankensalbung am Welttag der Kranken

Zur Eröffnung GL 145,1–2 (Wohin soll ich mich wenden)

Einführung

Herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst anlässlich des Welttags

der Kranken. Dieser Gedenktag wurde 1993 von Papst Johannes Paul II.

ins Leben gerufen. Er wird jährlich am 11. Februar, dem Gedenktag Un‑

serer Lieben Frau in Lourdes, begangen. Dieser Tag erinnert uns daran, wie

wichtig die Sorge für die Kranken in unserer Umgebung ist. Als christliche

Gemeinde wollen wir uns von der Not der Kranken berühren lassen, sie in

ihrer Hinfälligkeit und Bedürftigkeit wahrnehmen. Wie Jesus wenden wir

uns ihnen zu, holen sie in unsere Mitte. Hier wird Begegnung und Heilung

möglich, im Wort der Heiligen Schrift, im Sakrament und in unserer Ge‑

betsgemeinschaft. Möge Ermutigung und Stärkung für uns alle spürbar

werden.

 Ggf. kann auch kurz auf das Motto eingegangen werden, das der Papst

jedes Jahr neu auswählt. Bei Erstellung dieser Andacht war das Motto für

2025 noch nicht veröffentlicht. Es wird hier abrufbar sein: https://www.

vatican.va/content/francesco/de/messages/sick.index.html

Kyrie-Rufe mit GL 157

Herr und Heiland Jesus Christus, du hast dich den Menschen zugewandt,

bist ihnen begegnet, empathisch, heilsam, stärkend.

Herr und Heiland Jesus Christus, du öffnest unsere Augen für die Not der

Menschen, du schenkst ein Herz, das sich sorgt und mitfühlt.

Herr und Heiland Jesus Christus, du willst uns nahe sein, gerade dann,

wenn die Kräfte schwinden.

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202586Feierformen

Di

11

Eröffnungsgebet

Barmherziger und mitfühlender Gott. In deinem Sohn Jesus Christus bist

du selbst einer von uns geworden. Du bist eingetaucht in das menschliche

Dasein, hast Begrenzung und Schwäche bewusst auf dich genommen.

Menschliche Nöte und Krankheit sind dir nicht fremd. In deinen Händen

liegt unser Leben, du umfängst uns mit Güte und Erbarmen. Voll Vertrau‑

en kommen wir zu dir und bitten dich: Sei den Kranken und Hilfsbedürf‑

tigen nahe, stehe ihnen bei in ihrer Schwäche und Not. Stelle ihnen Men‑

schen an die Seite, die ihnen beistehen, sie umsorgen, pflegen, stärken.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und

Heiland, der in der Kraft des Heiligen Geistes mit dir lebt und uns liebt bis

in Ewigkeit.

Lesung 1 Kön 19,4–8

Evangelium Mk 2,1–12

Ansprache

Kranken Menschen wird die Erfahrung zugemutet, auf Hilfe angewiesen

zu sein. In ihrer Beeinträchtigung ist vieles nicht mehr möglich. Auch der

Kontakt nach außen ist eingeschränkt. Die Krankheit nimmt sie heraus

aus den gewohnten Alltagsbezügen. Das Krankenbett, ob im Kranken‑

haus oder daheim, steht sinnbildlich für die besondere Lebenssituation,

für Trennung und Isolation und dafür, nicht selbstbestimmt leben zu kön‑

nen. Das macht auch innerlich einsam und manchmal ziehen sich Men‑

schen zurück – aus Unsicherheit, Scheu oder Angst, wenn man nicht mehr

richtig funktioniert und angeschlagen ist. Dabei wäre es gerade jetzt

wichtig und hilfreich, wahrgenommen zu werden, gehalten und getragen

zu sein.

Wie wohltuend ist da die Erfahrung des Kranken und Hilfsbedürftigen

im Evangelium. Er hat Menschen an seiner Seite, die mitanpacken, die

den Kontakt nicht scheuen und den Gelähmten aus seiner Isolation he‑

rausführen. Sie lassen sich nicht entmutigen und suchen nach Lösungen,

als sie feststellen müssen, dass sie an Jesus einfach nicht herankommen.

Doch aufgeben kommt für die vier Männer nicht in Frage. Sie lassen sich

nicht abwimmeln oder innerlich lähmen; zu groß ist die Motivation, dem

Kranken eine Begegnung mit Jesus zu ermöglichen. Schließlich decken

sie das Dach ab und lassen den Gelähmten auf seiner Liege durch die De‑

cke hinab und legen ihn Jesus zu Füßen. Und so ist der Kranke nicht mehr

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202587Feierformen

außen vor, sondern mittendrin. Hier kann Heilung geschehen, hier wird

Hoffnung und Gemeinschaft spürbar. Jesus ist berührt und beeindruckt

von dieser unbändigen Hoffnung, von der Solidarität der Freunde, von

dieser inneren Kraft, die Unmögliches möglich macht.

Sie, die Kranken, konnten heute durch das Kirchenportal unsere Kirche

betreten. Manche von Ihnen wurden begleitet. Ein bisschen Anstrengung

hat es schon gebraucht, hierher zu kommen. Doch Sie mussten sich nicht

den Weg erst bahnen. Sie wurden erwartet. Wir freuen uns, dass Sie da

sind. Für uns als Gemeinde ist der Tag der Kranken mehr als ein äußerer

Anlass, um Gemeinschaft zu ermöglichen. Wir wollen ein Zeichen setzen:

Wir lassen Sie nicht allein; so gut es geht, wollen wir Ihnen beistehen.

Denn die Sorge füreinander ist ein kostbares Gut, eine fundamentale Auf‑

gabe für uns als Kirche. Wir wollen nicht nur mit diesem Tag deutlich ma‑

chen, dass wir als Kirchengemeinde Mittel und Wege finden, Einsamkeit

zu lindern, wie wir uns das für uns alle erhoffen.

Hier liegt also eine wichtige Aufgabe für uns Christen, und dieser Dienst

ist nicht nur auf die beschränkt, die amtlich dazu bestellt sind. Dies ist

für alle ein Ausweis der Nachfolge Jesu. Wer an den Heiland Jesus Chri‑

stus glaubt, soll dies durch sein Zeugnis ausdrücken und den Kranken

und Hilfsbedürftigen beistehen. Ein Verweis auf die professionelle medi‑

zinische Versorgung und Hilfe reicht nicht aus. Die Botschaft Jesu tritt zu

Tage, wo Kranke wahrgenommen werden und einen inneren oder äußeren

Platz in der Gemeinschaft haben.

Ich weiß, vieles geschieht auch in unserer Gemeinde im Verborgenen.

Ich weiß um Menschen, die wie selbstverständlich in aller Stille diesen

Dienst tun, in der Nachbarschaft, bei Freunden und Verwandten. Den‑

noch vermissen manche Kranke den ausdrücklichen Zuspruch durch die

Gemeinde, wünschen sich den Besuch des Pfarrers oder eines anderen

amtlichen Vertreters der Kirche. Angesichts des zunehmenden Mangels

an Hauptberuflichen im pastoralen Dienst wird dies zukünftig nur punk‑

tuell möglich sein, so dass die Gemeinde am Ort offen sein möge für die‑

sen Auftrag.

Leitende Fragen dabei sind: Wie schenken wir den Kranken ein Zeichen

der Aufmerksamkeit, wo können wir unterstützend tätig sein, wie lassen

wir diese Menschen spüren, dass sie ein wichtiger Teil unserer christlichen

Gemeinschaft am Ort sind?

Da kann so ein Gedenktag wie der Welttag der Kranken eine Anregung

bieten, sich diesen Fragen zu stellen und unsere Haltung zu überdenken.

Di

11

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202588Feierformen

Auch unser Gottesdienst will zum Ausdruck bringen, dass wir die Kran‑

ken nicht vergessen und sie durch Begegnung und Gemeinschaft in unsere

Nähe holen.

Vielleicht kann uns Folgendes inspirieren:

In Burgund, in der Stadt Beaune gibt es das Hotel‑Dieu, ein ehemaliges

Krankenhaus, das bis vor gut 50 Jahren als solches auch genutzt wurde.

Bei dem Gebäudekomplex mit dem farbenprächtigen Dach gruppieren

sich um einen großen Innenhof zahlreiche Räume. Neben der Apotheke,

der Küche und Arbeitszimmern befand sich u.a. der große Krankensaal;

darin unter einem Dach zahlreiche aufgereihte Betten und am anderen

Ende die Kapelle. Krankensaal und Kapelle waren nur durch einen Vor‑

hang getrennt. So konnten die Kranken am Gottesdienst der Gemeinde

teilnehmen. Was sich recht praktisch anhört, drückt sehr viel mehr aus.

Es kann uns anfragen, wie wir Kirchenbank und Krankenbett zusammen‑

rücken können. Jetzt schaffen wir von Herz zu Herz diese Verbindung, und

überwinden die Trennung zwischen den vermeintlich Gesunden und den

Kranken daheim oder im Krankenhaus. Wir brauchen kein Dach abzude‑

cken wie die Männer im Evangelium, wir brauchen nicht die Kirchenbänke

durch Krankenbetten auszutauschen. Verbindung und Begegnung, Heil‑

sames und Tröstendes bahnt Jesus Christus jetzt selbst an.

Hinweis zur Krankensalbung

Die Männer im Evangelium haben alles in Bewegung gesetzt, um den

Kranken zu Jesus zu bringen. Angetrieben von einem unbändigen Vertrau‑

en haben sie die Begegnung mit Jesus ermöglicht.

Ich lade Sie jetzt ein zu einer ganz besonderen Begegnung mit Jesus im

Sakrament der Krankensalbung. Sie können alleine kommen, Sie kön‑

nen sich von einem nahestehenden Menschen begleiten lassen, oder ich

komme zu Ihnen, wenn Ihnen das Gehen schwerfällt.

Während der Salbung GL 365 (Meine Hoffnung und meine Freude)

GL 377 (O Jesu, all mein Leben)

GL 423 (Wer unterm Schutz)

Di

11

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202589Feierformen

Besinnung nach der Salbung

Ein kranker Mensch

gefesselt durch sein Leiden

gebunden an sein Gebrechen

zermürbt von den Schmerzen

fern von Alltag und Normalität

einsam und isoliert

Ein suchender Mensch

fragend nach Sinn und Ziel

gepackt von Ungeduld und Zweifeln

und doch eine Ahnung

dass der hinfällige Leib und die geschundene Seele

aufgehoben sind bei Gott

Ein glaubender Mensch

Halt suchend bei Gott

sanft berührt, getröstet, gestärkt

von Gott an der Hand genommen

sich vorantastend

aus dem lähmenden Dunkel ins Licht

Ein gesalbter Mensch

Gott gibt ihm die Ehre

richtet ihn auf

stellt ihn ins Leben

umfängt ihn in der Begrenztheit

schenkt neu Vertrauen

Di

11

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202590Feierformen

Fürbitten

Gott, unser Vater. Viele Anliegen und Sorgen haben wir auf dem Herzen:

Menschen, die uns nahe stehen und uns wichtig sind, unsere Welt, in der

es so viel Leid und Gebrochenheit gibt; nicht zuletzt uns selbst mit allem,

was uns beschäftigt und auf uns lastet. So rufen wir zu dir und bitten:

Höre unser Rufen: Wir bitten dich, erhöre uns!

✧ Für alle, die an einer schweren Krankheit leiden, die verzweifelt sind

und keinen Ausweg mehr sehen.

✧ Für alle, die einsam sind und keine Zuwendung erfahren. Für alle, die

sich nach einer liebevollen Berührung sehnen.

✧ Für alle, die im Pflegedienst an alten und kranken Menschen tätig sind,

die sich überarbeitet und überfordert fühlen.

✧ Für alle, die nicht den Mut haben, auf andere zuzugehen, die den Kon‑

takt zu hilfsbedürftigen und kranken Menschen scheuen.

✧ Für die Menschen, die sich um einen lieben Angehörigen sorgen und

ihm bis zum letzten Atemzug beistehen, so wie es ihre Kräfte zulassen.

✧ Für unsere Gemeinde, die durch Besuche, Gesten und Zeichen den

Kranken Unterstützung zukommen lässt.

Gott, unser Vater, du kennst uns besser als wir uns selbst kennen. Du

hörst unser Seufzen, unsere stillen Bitten. In dieser Herzensverbunden‑

heit beten wir gemeinsam, wie Jesus zu beten gelehrt hat:

Vaterunser

Segensgebet

Gott segne das Dunkel, das dich umgibt

und den Schatten, der auf deiner Seele lastet

ER lasse dich schauen SEIN Licht!

Gott segne deine Schwäche, die dich verunsichert

und die Ungeduld, die sich breit macht

ER lasse dich spüren SEINE Kraft!

Gott segne deine Einsamkeit, die dich traurig stimmt

und die dunklen Gedanken, die in dir sind

ER lasse dich spüren SEINEN Beistand!

Di

11

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202591Feierformen

Gott segne dein Klagen, Fragen, Zweifeln

und alles, was dich innerlich zerreißt

ER lasse dich SEINE Antwort ahnen!

Gott segne deinen Funken Hoffnung, der in dir glimmt

und die kleinen Zeichen, die dich aufbauen

ER lasse den Glauben an IHN in dir groß werden!

So segne und stärke uns für die Wege, die vor uns liegen, der allmächtige

und barmherzige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Zur Entlassung GL 453 (Bewahre uns, Gott)

Jens Maierhof

Di

11

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202592Textdatei PrediKatTextdatei PrediKat

So

2

Gott ganz aus dem Häuschen

Predigtanregung für das Fest Darstellung des Herrn

Eigenartig – da meint man, der Tempel sei der Wohnort Gottes, und dann

muss man in der Heiligen Schrift lesen bzw. hören: „Dann kommt plötz‑

lich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht ...“ Kann es so etwas geben?

Gott nicht in seinem Haus?

Nun, zunächst einmal betet schon König Salomo bei der Weihe des er‑

sten Jerusalemer Tempels: „Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe,

selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel

weniger dieses Haus, das ich gebaut habe“ (1Kön 8,27). Und dann war ja

die Katastrophe des Exils vorausgegangen, der Tempel war zerstört und

verwüstet worden, ein Neubau wurde nötig, der wieder als Haus Gottes

dienen konnte – ganz ähnlich, wie eine neu errichtete oder geschändete

Kirche wieder neu geweiht wird.

Noch viel wichtiger als der Neubau des Tempels war aber die Erneu‑

erung der Menschen, und das wird in der Lesung heute angesprochen:

„Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen. Doch wer erträgt

den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?“

Vorbereitete Menschen

Da dürfen wir nicht vergessen, dass der Apostel Paulus schreibt, der gläu‑

bige Christ selbst sei in seinem Leib Tempel Gottes, des Heiligen Geistes

(vgl. 1 Kor 6,19). Da dürfen wir begreifen: Wir selbst sollen bereit sein für

das Kommen Gottes, müssen uns immer wieder neu dafür bereiten!

Zwei Menschen, die bereit waren für das Kommen des Messias, des Chri‑

stus, begegnen wir heute im Evangelium: Simeon und Hanna, zwei Altge‑

wordene, die Gott in ihrem langen Leben treu gedient hatten. Simeon darf

im Heiligen Geist erkennen, dass jetzt, in diesem Augenblick, der Messias

in den Tempel und damit wirklich Gott selbst in menschlicher Gestalt in

sein Eigentum kommt – nicht nur in einen prächtigen Bau, sondern zu de‑

nen, die IHM gehören – denken wir an die Worte aus dem ersten Kapitel

des Johannesevangeliums, die wir am Weihnachtstag gehört haben: „Er

kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber,

die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an

seinen Namen glauben ...“ (Joh 1,11f).

Und beide, Simeon wie Hanna können prophetisch über Jesus reden:

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202593PrediKat

So

2

Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für Israel ist er, Stolper‑

stein und Aufrichtender zugleich, an den man sich halten kann, Zeichen,

dem widersprochen wird, aber zugleich die Wahrheit, auf die ich mein Le‑

ben bauen kann, und mit den Worten Hannas Garant der Erlösung nicht

nur Jerusalems, sondern der ganzen Welt – auch mein Erlöser.

Verfügbar bleiben

Heute ist auch der „Tag des geweihten Lebens“, und unser Gebet soll allen

gelten, die ihr Leben als Priester oder Ordensleute dem Herrn in besonde‑

rer Weise zur Verfügung stellen. Unser Gebet ist ein wichtiger Dienst, den

wir ihnen leisten, und jeder Ordenschrist und Priester darf sich glücklich

schätzen, wenn er bzw. sie weiß: Es gibt nicht nur jene, die mich um mein

Gebet in ihren Anliegen ersuchen, sondern die umgekehrt auch für mich

beten – das größte Geschenk, das es gibt.

Getreu dem heutigen Leitwort – dem Wort des greisen Simeon: „Nun

lässt du, Herr, deinen Knecht, in Frieden scheiden“ dürfen wir auf viele

geistliche Berufungen schauen, die durch all die Jahre und Jahrzehnte ge‑

tragen worden sind vom Gebet der Gläubigen und so ihren Dienst bis ins

hohe Alter in Freude und mit großem Einsatz tun – zu unser aller geist‑

lichem Nutzen.

Vergessen wir aber auch nicht, dass wir alle aufgrund unserer Taufe Be‑

rufene und Gottgeweihte sind. Ein Lied im Gotteslob – wir werden es zur

Danksagung singen – bringt wunderbar zur Sprache, was für uns alle gel‑

ten soll: „Christus, der Herr, hat mich erwählt, ihm soll ich fortan leben.

Ihm will ich dienen in der Welt und Zeugnis für ihn geben. So leb ich nicht

mehr mir allein, sein Freund und Jünger darf ich sein. Ich trage seinen Na‑

men; sein bleib ich ewig. Amen.“ (GL 491,3)

Johannes Putzinger

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202594Textdatei PrediKatTextdatei PrediKat

Mo

3

Bischof des Nordens

Predigtanregung für den Gedenktag des heiligen Ansgar

Es gibt Heilige, die vor allem dort bekannt sind, wo sie gewirkt haben. Der

heilige Ansgar gehört sicherlich dazu. Er lebte im 9. Jahrhundert als Be‑

nediktinermönch zuerst im Kloster Corvey bei Höxter. Von dort aus be‑

gleitete er den damaligen König auf seinen Missionsreisen in den Norden

Europas – zuerst nach Dänemark, dann nach Schweden, wo er die erste

christliche Kirche baute. Keimzelle für die Missionierung in Skandina‑

vien war damals die Stadt Hamburg. Ansgar wurde Bischof und ließ in

Hamburg die Marienkirche errichten, den heutigen Mariendom. Weil er

in Nordeuropa weiter missionarisch unterwegs sein wollte, reiste er nach

Rom und wurde von Papst Gregor IV. zum Erzbischof ernannt, woraufhin

er in Hamburg eine Schule und ein Kloster gründete. Bildung, Missionie‑

rung und Erziehung im christlichen Glauben waren sein Ziel.

Doch dies gelang nicht ohne Rückschläge. Das Volk der Wikinger wuss‑

te sich zur Wehr zu setzen. Sie plünderten den Mariendom und zerstörten

die Missionsstationen in Schweden und Dänemark. Ansgar musste nach

Deutschland zurückkehren und wurde vom damaligen König zum Bischof

von Bremen ernannt, das zum Sitz des Erzbistums Hamburg wurde. Ans‑

gar gründete eine Stiftung für bedürftige Geistliche, er kümmerte sich um

Gefangene und Benachteiligte und setzte seine Missionstätigkeit fort. In

skandinavischen Handelsstädten entstanden nach und nach Kirchen und

Missionsstationen, und der christliche Glaube konnte sich zögernd aus‑

breiten. Ansgar war von Hamburg aus tätig, musste nach der Zerstörung

der Stadt aber wieder nach Bremen zurückkehren und war schließlich bis

zu seinem Tod im Jahre 865 Erzbischof von Hamburg‑Bremen. Er gilt als

der Glaubensbote Schwedens und Dänemarks und wird Apostel des Nor‑

dens genannt.

Überliefert ist, dass Ansgar bei dem zunächst nur mäßigen Erfolg sei‑

ner Missionsreisen in Skandinavien offenbar als Persönlichkeit Eindruck

hinterließ. Beharrlichkeit und Unerschütterlichkeit zeichneten ihn aus,

Planung und Mut und zielgerichtetes Handeln verliehen ihm eine charis‑

matische Ausstrahlung. Er war von der Vision zur Missionierung geprägt.

In Schriften seines Schülers und Nachfolgers Rimbert ist überliefert, wie

Ansgar die Missionsgeschichte, die Rolle des Königtums und Glaubens‑

vorstellungen im Norden verstand. Schon bald nach seinem Tod wurde

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202595PrediKat

Mo

3

Ansgar in Hamburg sehr verehrt. Offiziell heiliggesprochen wurde er erst

993.

Was können wir heute von ihm lernen? Das Wort Mission hat heute

mehrere Bedeutungen. Wenn man heute von einer Mission spricht, die

jemandem eigen ist, ist immer ein Sendungsbewusstsein gemeint. Es

zeigt sich in Eifer, Begeisterung und Motivation, sich dem zu widmen,

wovon man überzeugt ist. Bei Ansgar war all dies sicherlich zu spüren.

Viele damals wollten ihn und seine Botschaft vom christlichen Glauben

zurückdrängen. Doch er hatte Menschen, die ihn unterstützten und vor

Angriffen schützen konnten. Und offenbar konnte er nicht nur mit seiner

Ausstrahlung überzeugen, sondern auch durch sein Tun: das, wofür er

sich einsetzte, die Bildung und soziale Gerechtigkeit im Geist Jesu Chri‑

sti, wurden von den Menschen wahrgenommen und werden ihre Spuren

hinterlassen haben. Somit kann Ansgar in seiner Entschlossenheit heute

Vorbild sein für das, was christliche Menschen auszeichnet: dass wir Rede

und Antwort stehen können für das, wofür wir uns einsetzen wollen und

für die Hoffnung, aus der wir leben (vgl. 1 Petr 3,15).

Ansgar ist Patron des Bistums Hamburg und von Skandinavien. Sein

Gedenktag ist der 3. Februar. Lioba Faust

» Lied zum hl. Ansgar

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202596Textdatei PrediKat

So

9

Mut wider Erfahrung

Predigtanregung für den 5. Sonntag im Jahreskreis

Es ist schon erstaunlich, wie sich dieser erfahrene Fischer von Jesus ent‑

gegen all seiner Erfahrung noch einmal auf den See hinausschicken lässt.

Petrus und seine Gefährten sind keine Anfänger. Sie kennen den See mit

all seinen Tücken. Zudem waren sie die ganze Nacht auf dem See unter‑

wegs und haben vergeblich gearbeitet, die Netze ausgeworfen und leer

wieder eingeholt. Wir kennen alle diese Erfahrungen, dass wir uns bemü‑

hen und doch all unser Mühen nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Und

trotzdem fahren diese Fischer noch einmal hinaus auf den See und werfen

die Netze aus. Allein, weil dieser Jesus es sagt.

Die Art und Weise, wie Jesus zu den Menschen gesprochen hat, hat

Petrus Mut gemacht, das Unmögliche zu versuchen. Auch wenn es gegen

seine Erfahrung spricht, er ist bereit, noch einmal auf den See hinauszu‑

fahren. “Fahr hinaus, dorthin, wo es tief ist!“, sagt Jesus. Nicht nur ein

wenig, nicht nur so tun als ob, sondern fahr wirklich hinaus und bemühe

dich, auch wenn du weißt, dass die Arbeit der vergangenen Nacht vergeb‑

lich war. Das erinnert an die Ermunterung von Papst Franziskus, an die

Ränder zu gehen. Auch dort Zeugnis abgeben für den Glauben, wo es kein

Selbstläufer ist, wo wir unsere Komfortzone verlassen müssen.

Klarheit

Für Petrus ist es klar, er tut, was Jesus sagt. Er lässt sich ganz darauf ein,

weil er tief in seinem Inneren spürt, dass es richtig ist. So wie es der dä‑

nische Religionsphilosoph Søren Kierkegaard einmal formuliert: „Nur

die Wahrheit, die erbaut, ist Wahrheit für dich.“ (Søren Kierkegaard) Die

Botschaft Jesu hat Petrus ergriffen und er kann nicht anders, als diesem

Jesus zu folgen. Er weiß noch nicht warum, aber er spürt, dass das, was

Jesus sagt, für ihn ermutigend ist. Für ihn zeigt sich Nachfolge zuerst im

vertrauten Tun, sein Handwerk ausüben, wenn auch jetzt im Vertrauen

auf Gott. Und siehe da, das Werk gelingt. Das Netz füllt sich mit Fischen,

mehr als zu erwarten war, ja, mehr als er in der vergangenen Nacht er‑

wartet hätte. Wo das Vertrauen auf Gott das Handeln prägt, kann mehr

werden, als wir erwarten.

Mit einem Mal begreifen Petrus und seine Begleiter, dass dieser Mann,

der gerade noch von seinem Boot aus die Menschen lehrte, mehr ist als

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202597PrediKat

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irgendwer, dass in ihm das aufblitzt, was Sinn für das Leben stiftet. Sie er‑

leben, wie Gott in ihrem Alltag erfahrbar wird. Das lässt sie erschrecken.

Sie sehen sich in ihrer Kleinheit und Hilflosigkeit, in ihren Fehlern und Sün‑

den. Doch Jesus rechnet nicht auf und erhebt keinen Zeigefinger. Er weiß,

wen er beruft. Menschen mit Fehlern und Schwächen. Die Botschaft des

Glaubens ist zuerst keine moralisierende Katechismuslehrstunde, son‑

dern Ermutigung zum Leben. Aus der Erfahrung mit Gott den Herausfor‑

derungen des Alltags begegnen.

Menschenfischer

Plötzlich wird ihm klar, dass Jesus seinem ganzen Leben einen Sinn ge‑

ben kann. Sein Leben bekommt eine neue Zielrichtung. Jesus traut ihm zu,

dass er Menschen fangen kann, andere begeistern für Gottes Botschaft,

wie er durch Jesus begeistert worden ist. Obwohl er nicht perfekt ist und

um seine Fehler weiß, Jesus scheint das nicht zu stören. Für ihn ist wich‑

tig, dass Petrus bereit ist, die frohe Botschaft ermutigend zu verkünden.

Und die Kirche heute

So wird klar, was auch heute der Auftrag der Kirche in der Welt ist. Bei

aller Resignation, bei allem Profitstreben und Gegeneinander selbst ein

Zeichen für Gemeinschaft und Miteinander zu setzen. Aus dem Vertrau‑

en auf Gottes Beistand Sinn zu erleben und Sinn zu schenken. Dann kann

man auch in unbekanntes Terrain aufbrechen, in die Tiefen des Lebens,

und die Netze auswerfen, die nicht einengen und gefangen nehmen, son‑

dern miteinander verbinden und gegenseitig tragen können.

Reinhard Röhrner

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202598Textdatei PrediKat

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Freud und Leid gehören zusammen

Predigtanregung für den 6. Sonntag im Jahreskreis

Ist Arm‑Sein an sich schon ein Grund, einen Menschen selig zu preisen?

Dann müsste man wohl einen Reichen ebenso schnell verfluchen, nur weil

er reich ist. Lukas geht es wohl um die Haltung, die dahintersteht. Es geht

ihm beim Armen um die Empfänglichkeit für das Reich Gottes, um die Of‑

fenheit für das Wunder seiner Nähe. Und die ist wohl bei leeren Händen

eher vorhanden als bei voll beladenen. Deswegen sagt Jesus in der Feld‑

rede: „Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.“

Und zu den Weinenden sagt er: „Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr wer‑

det lachen.“ Wer von uns würde einem Weinenden auf den Kopf zusagen,

dass er bzw. sie selig sei? Und was ist schlimmer: Einen Menschen zu be‑

trauern oder gar keinen Menschen zu haben, um den man weinen könnte?

Empathie mit den Armen

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Leiden und wirklicher Freude. Ei‑

gentlich sind die beiden gute Freunde. Öffnet nicht erst das Leiden das

Tor zur vollkommenen, tiefgründigen Freude? Die Seligpreisungen gehen

uns alle an. Solange wir leidensfähig sind, solange wir Menschen und de‑

ren Schicksal aufrichtig betrauern, solange wir gelegentlich die eine oder

andere Beschämung für unseren Glauben einstecken, sind wir den Seligen

nahe. Solange wir empathisch sind mit jenen, denen es nicht so gut geht

wie uns, können wir nicht fehl gehen. Solange wir spüren, dass etwas in

diesem Leben, in unseren Kirchen, auf dieser Erde nicht ganz stimmig ist,

bleiben wir auf der Suche, treibt uns eine heilige Unruhe, sind wir auf dem

rechten Weg. Weinen und Lachen bestimmen unser Leben. Das Leiden ist

unsere Realität, es ist aber auch im Kreuz ein Siegeszeichen über Tod und

Vernichtung.

Das Gegenteil von Liebe ist nicht der Hass, sondern die Gleichgültig‑

keit. Die Anonymität und Unverbindlichkeit den engsten Nachbarn ge‑

genüber sind in den Großstädten besonders dramatisch. Die fehlende

Anteilnahme, die beißende Ignoranz, der müßige Relativismus, der al‑

les „gleich‑gültig“ nebeneinander stehen lässt, treffen Menschen noch

schlimmer als der blanke, aggressive Hass. Oder wenn wir uns aller Hoff‑

nung entledigen und über das Elend in der EINEN Welt sagen: „Da kann

ein Einzelner eh nichts machen“, haben wir schon verloren. Millionen

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 202599PrediKat

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Menschen müssen mit ungefähr zwei Euro pro Tag auskommen. Ähnlich

ist es auch mit den Bildungschancen und den damit verbundenen Arbeits‑

möglichkeiten. Das ist nicht fair. Das Leben meint es nicht immer mit allen

gut. Diese Tatsache darf uns nicht kalt und unbeteiligt lassen.

Haben verpflichtet

Die Weherufe über die Satten erinnern daran, dass Reichtum verpflichtet.

Im Glauben geht es nicht nur um spezielle, vorgeschriebene Leistungen,

es geht um unser Herz. Der Zehnte des Einkommens galt zur Zeit Jesu als

Richtschnur für die Versorgung von Priestern, Armen, des Heiligtums etc.

Heute wird diese Abgabe durch staatliche Steuern bzw. Kirchensteuern

abgedeckt. Was aber, wenn darüber hinaus noch Geld übrig ist? Wäre das

nicht am besten bei den Armen angelegt? Besitz ist nie für einen oder eine

Familie allein da.

Die Geschichte zeigt, dass wir immer und zu jeder Zeit Möglichkeiten

haben, diese Welt in einen freundlichen Ort zu verwandeln. Viele Heilige

wie Franz von Assisi haben das versucht.

Was wir tun können, muss nicht spektakulär sein. Da wirkt eine als Ba‑

bysitterin bei überforderten Alleinerziehenden. Manche gehen als Ehren‑

amtliche bewusst in ein Senioren‑ oder Pflegeheim. Andere machen sich

als Schulweghelferin nützlich. Wieder andere wirken mit an der Weiter‑

gabe des Wortes Gottes. Andere pflegen Angehörige zu Hause. Wie auch

immer: Wenn wir mit den Weinenden weinen und mit den Verschmähten

leiden, wenn wir uns für Schwache einsetzen, werden wir selig sein. Das

ist es, was dieser Welt so stark abgeht: beglückende Begegnungen, Em‑

pathie, Rücksicht, Zeit füreinander, gelebte Solidarität von Mensch zu

Mensch.

Ein Leben, das sich dem Reich Gottes verschreibt, kann oft nicht anders

als in der satten Welt anzuecken. Was den Jüngerinnen und Jüngern ab‑

verlangt wurde, wird auch von uns erwartet: unsere Hingabe, unser Be‑

kenntnis zum Menschensohn und damit zu allen, die mit ihm verschmäht

werden: „Freut euch und jauchzt an dem Tag; denn siehe, euer Lohn im

Himmel wird groß sein“, so spricht Jesus uns allen heute noch zu.

Josef Mayer

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025100Textdatei PrediKat

Verstehen, vergeben, lieben

Predigtanregung zum 7. Sonntag im Jahreskreis

Das Kernstück des heutigen Evangeliums ist zweifellos das Gebot der

Feindesliebe. Die Frage, was es denn dazu braucht, dass Menschen ein‑

vernehmlich miteinander leben können, ist aktuell wie nie, ebenso die

Frage, ob Gewaltfreiheit ein gangbarer Weg zum Frieden ist, ja ob dieser

Weg überhaupt möglich ist. Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch mit

einem anderen machen kann, was ihm gerade einfällt und dieser alle De‑

mütigungen einfach hinnehmen muss! Muss nicht bereits ein Kind lernen,

sich durchzusetzen oder zu wehren, wenn es angegriffen oder belästigt

wird? Oder sein Recht einzufordern, wenn es sich benachteiligt fühlt? Ge‑

hört es nicht auch zum Zusammenleben, Grenzen zu setzen? Wenn Worte

und Argumente nicht mehr ausreichen, müssen eben andere – schlagkräf‑

tigere – Mittel eingesetzt werden. Immer nachgeben, immer Verständnis

aufbringen, immer klein beigeben –das ist doch zu einseitig! Aber welche

Alternative gibt es?

Das mit der Feindesliebe ist überhaupt so eine Sache. Tagtäglich wer‑

den wir in den Nachrichten gefüttert mit Berichten über Kriege, Feind‑

seligkeiten, Katastrophen, verbalen oder nonverbalen Übergriffen. Die

Kommentare und Reaktionen, die in den sozialen Medien auf tragische

Vorkommnisse wie Gewalttätigkeiten oder eskalierenden Streitigkeiten

zu lesen sind, betreiben weitgehend eine Schwarz‑Weiß‑Malerei: hier die

Guten, dort die Bösen ..., „Schon wieder die ...“ Gehen aber die Worte Jesu

nicht auch in eine ähnliche Richtung? Der Vorwurf an das Christentum, es

mache Menschen unmündig, weil es dazu anhalte, jede Art von Gewalt

widerspruchslos hinzunehmen, auszuhalten, vielleicht sogar zu entschul‑

digen, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Oft ist er verbunden mit

einem gewissen „Ätsch‑Verhalten“, einer gewissen Genugtuung: Wir sind

die Guten, die alles akzeptieren (können), und ihr werdet schon sehen!

Letztlich sind wir auf der besseren Seite: „Mein ist die Rache, spricht der

Herr!“ (Dtn 32,35)

Etwas Altes neu formuliert

Jesus sagt seinen Zuhörern eigentlich nichts Neues. Bereits im Alten Te‑

stament ist das Gebot der Liebe zum Mitmenschen („der Nächstenlie‑

be“) formuliert. Auch die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu wie Rabbi Hillel,

So

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| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025101PrediKat

schärfen ein: Was dir verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht. Das

ist die ganze Tora, alles andere ist Auslegung. Jesus ruft das Gebot nur

recht provokativ in Erinnerung. Natürlich gibt es Grenzen: Grenzen der

Sympathie, des Verstehens, des Akzeptieren‑könnens, der Vergebungs‑

bereitschaft, des guten Willens usw. Grenzen dürfen und sollen im Sinne

eines guten Miteinanders eingehalten werden. Auch zum eigenen Schutz.

Gerade die Grausamkeiten, die wir alle kennen, zeigen, zu welchen Grenz‑

überschreitungen Menschen fähig sind: Folter, Mord, Vergewaltigung,

Demütigung, Psychoterror und weitere Möglichkeiten, dem anderen auf

jede nur erdenkliche Weise das Leben schwer zu machen. Wir sind so da‑

ran gewöhnt, dass es oft nur noch heißt, „das ist halt so“, und „man müs‑

se die Welt eben so nehmen, wie sie ist“.

Jesus hat eine andere Sicht der Dinge. Sein Anliegen ist das Werden des

Reiches Gottes, und dort haben Grausamkeiten aller Art keinen Platz.

Er weiß, dass es neben der Wirklichkeit, die uns tagtäglich begegnet,

auch eine andere gibt: die Wirklichkeit Gottes. Diese Wirklichkeit wird

sich durchsetzen, denn sie ist die Wirklichkeit des Schöpfers, der „alles

sehr gut“ gemacht hat (Gen 1,31). Nun geht es darum, diese Wirklichkeit

Gottes in unseren Lebensraum hereinzuholen, und – wo immer es geht –

den Kreislauf von Hass, Streit, Gewalt, Unversöhnlichkeit zu brechen. Mit

seinen Provokationen ruft Jesus jeden von uns auf, das Seine dazu zu tun.

Jede und jeder hat dazu Möglichkeiten. Er kann sie einsetzen, und zwar

nicht im Sinne eines naiven Weltverbesserers, sondern mit dem Selbstbe‑

wusstsein dessen, der weiß, dass Gott ihm Talente dazu gegeben hat: z.

B. Probleme beim Namen zu nennen oder sachlich zu argumentieren oder

ehrlich zu vermitteln.

Es geht nicht darum, zu überlegen, wo und wie die Grenzen von Liebe,

Barmherzigkeit und menschlicher Nähe beginnen oder enden, sondern

um die Denkweise Gottes und seine Einstellung zu den Menschen in die

Welt zu tragen. Allen soll klar werden, wie ein Zusammenleben aussieht,

wenn es nach der Denkweise Gottes gestaltet ist. Jesus fordert auf, uns

nicht in den Eifersüchteleien, Kleinkriegen und Machtspielen des Alltags

zu verlieren, sondern von der Wirklichkeit Gottes anstecken zu lassen und

Zeichen zu setzen. Sicher werden wir nicht alle Situationen lösen. Doch

gibt es immer wieder dort eine Wende, wo niemand damit gerechnet hat.

Es kommt auf den Versuch an. Auf einer Spruchkarte habe ich einen Satz

gelesen, der ganz im Sinne Jesu ist: „Alle sagten: Das geht nicht. Dann

kam einer, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.“

Hanns Sauter

So

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| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025102Textdatei Lieder, Texte & Gebete

Gebet zum Heiligen Jahr 2025

Vater im Himmel,

der Glaube, den du uns in deinem Sohn

Jesus Christus, unserem Bruder, geschenkt hast,

und die Flamme der Nächstenliebe,

die der Heilige Geist in unsere Herzen gießt,

erwecke in uns die selige Hoffnung

für die Ankunft deines Reiches.

Möge deine Gnade uns zu

fleißigen Säleuten des Samens des Evangeliums verwandeln,

möge die Menschheit und der Kosmos auferstehen

in zuversichtlicher Erwartung

des neuen Himmels und der neuen Erde,

wenn die Mächte des Bösen besiegt sein werden

und deine Herrlichkeit für immer offenbart werden wird.

Möge die Gnade des Jubiläums

in uns Pilgern der Hoffnung

die Sehnsucht nach den himmlischen Gütern erwecken

und über die ganze Welt

die Freude und den Frieden

unseres Erlösers gießen.

Dir, gesegneter Gott in alle Zeit

sei Lob und Ehre in Ewigkeit.

Papst Franziskus

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025103Textdatei Lieder, Texte & Gebete

Pilger der Hoffnung

Hymne zum Heiligen Jahr 2025

Licht des Lebens, Flamme unsrer Hoffnung!

Dieses Lied, es steige auf zu dir.

Gott, dein Schoß hält ewig uns geborgen.

Voll Vertrauen gehen wir mit dir.

Alle Sprachen, alle Nationen

finden Licht in deiner Offenbarung.

Deine Kinder, fragend, sehnend, suchend:

Dein geliebter Sohn heißt sie willkommen.

Licht des Lebens, Flamme unsrer Hoffnung!

Dieses Lied, es steige auf zu dir.

Gott, dein Schoß hält ewig uns geborgen.

Voll Vertrauen gehen wir mit dir.

Gott, du siehst uns, zärtlich und geduldig

und verheißt uns eine neue Zukunft.

Deine Schöpfung, neu wird sie erstrahlen.

Geist des Lebens, sprenge du die Mauern!

Licht des Lebens, Flamme unsrer Hoffnung!

Dieses Lied, es steige auf zu dir.

Gott, dein Schoß hält ewig uns geborgen.

Voll Vertrauen gehen wir mit dir.

Hebt die Augen, lasst vom Geist euch führen

raschen Schrittes: Ja, der Herr wird kommen!

Blickt auf ihn, der für uns Mensch geworden.

Eilt in Scharen unserm Gott entgegen.

Licht des Lebens, Flamme unsrer Hoffnung!

Dieses Lied, es steige auf zu dir.

Gott, dein Schoß hält ewig uns geborgen.

Voll Vertrauen gehen wir mit dir.

Text: Pierangelo Sequeri

Übertragung ins Deutsche: Jakob Johannes Koch

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025104Textdatei Lieder, Texte & Gebete

Reisender im Norden

Lied zum heiligen Ansgar

1. Du Reisender in Gottes Dienst,

voll Kraft, wo immer du erschienst,

die Botschaft war dein Fischernetz,

die Liebe Kompass und Gesetz.

2. So wurdest du vom Geist gesandt

in fernes, unbekanntes Land.

Und immer weiter lockte er

dich nordwärts über Fluss und Meer.

3. Dass Christus Sieger sei, riefst du

den Königen und Völkern zu.

Groß war der Zug, der dir gelang.

Doch Sturm bedrohte deinen Fang.

4. Trotz Misserfolg und Widerstand,

trotz Plünderung, Gewalt und Brand

erfuhrst du Gottes Schöpfermacht.

Er hat den Plan zum Ziel gebracht.

5. Sankt Ansgar, bleib dem Norden treu,

sag heute deine Botschaft neu

und füll die Netze tausendfach

mit Christenmenschen, klar und wach.

6. Gib festen Mut und weite Sicht,

wenn uns ein Werk in Scherben bricht,

damit wir Gottes Reich verstehn

und seine Wege weitergehn.

T: Peter Gerloff

M: zu singen nach GL 147

(„Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“)


Forum

Konzilien rocken!

Gedanken zu 1700 Jahre Nizäa und Heiligen Jahren

„Eppur si muove! Und sie bewegt sich doch.“ Dieser Satz ist legendär. Er

wird Galileo Galilei zugeschrieben. Verurteilt durch die Inquisition soll er

ihn in Blick auf die Erde gesagt haben. Nun passt das Wort „legendär“

nicht unbedingt, weil Legenden Heiligenerzählungen sind und Galilei

wohl nicht in die Liste der Heiligen und Seligen aufgenommen wird. Und

doch ist der ihm zugeschriebene Satz sprichwörtlich geworden.

„Und sie bewegt sich doch!“ – so könnte man auch 1992 gedacht ha‑

ben, als Johannes Paul II. Galilei gleichsam posthum rehabilitierte. Dabei

war Galilei schon zum „Symbol für die angebliche Ablehnung des wissen‑

schaftlichen Fortschritts durch die Kirche“ (Johannes Paul II.) geworden.

Sie, hier die Kirche, bewegt sich, sie ist unterwegs auf ihrem Weg durch

die Zeit. Auf diesem Weg gibt es immer wieder Meilensteine. Eine solche

Wegmarke fand vor genau 1700 Jahren statt.

Das Konzil von Nizäa

Nun hat das Wort „Konzil“ vielleicht etwas Verstaubtes an sich. Die Über‑

schrift „Konzilien rocken!“ mag wie ein Widerspruch in sich klingen. Aber

es stecken Wahrheiten darin: Konzilien rocken, sie bewegen, sie haben

eine Kraft, die die Christenheit berührt. Als Versammlung aller Bischöfe

kommt die Weltkirche zusammen. Freilich war dies beim Großtreffen von

Nizäa, dieser ersten Versammlung, die den Titel „Ökumenisches Kon‑

zil“ führt, noch überschaubar: Hauptsächlich waren Bischöfe des Oströ‑

mischen Reiches der Einladung des Kaisers gefolgt, nur wenige aus dem

Westen, der lateinischen Kirche, waren angereist. Aber unabhängig von

den Umständen und Strukturen: In Nizäa wurde Theologiegeschichte ge‑

schrieben. In den andauernden Streitigkeiten um die Gottheit Jesu wurde

festgehalten: „Jesus Christus, wesenseins mit Gott.“ Die Anhänger des

Arius waren nicht bereit, dies zu unterschreiben – sie hatten Jesus als

hervorragendes Geschöpf Gottes gedeutet, als besonderes Werk Gottes,

aber eben doch als Geschöpf. Sie wurden ausgeschlossen: Anathema sit.

Es würden Jahrhunderte und eine Menge weiterer Konzilien folgen, bis

mit dem II. Vatikanischen Konzil (1962‑65) erstmals eine Versammlung

keine Anathemata ausspricht. Bis dahin galt das Prinzip: (Theologische)

Profilschärfung durch Abgrenzung. Das klingt auf den erste Blick eher ne‑

106| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025

Forum

gativ. Aber es zeigt ein Ringen um ein immer tieferes theologisches Durch‑

dringen von offenen Fragen oder Themen, zu denen es verschiedene An‑

sichten gab.

Entscheidungen

Dass 325 die theologischen Fragestellungen, die als Streitigkeiten ge‑

führt wurden, nicht zu Ende waren, zeigt die Konzilsgeschichte. Erst

nach weiteren drei Konzilien trat dann in der Frage nach „Gottheit und

Menschheit in Jesus Christus“ mit dem Konzil von Chalkedon (451) etwas

Ruhe ein. Mit Nizäa entstanden aber auch andere richtungsweisende Ent‑

scheidungen. Liturgisch gesehen wird in einem der erhaltenen Kanones

vermerkt, dass man am Sonntag beim Gebet stehen solle. Daher die For‑

mulierung in einem der Hochgebete: „Wir danken dir, dass du uns berufen

hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen.“ Wir alle stehen vor Gott. Das

Konzil betont die alte Praxis des Betens im Stehen und damit der Würde

des Menschen in Gottes Augen. Viele andere Themen wie Simonie oder

Zölibat wurden ebenfalls in den Kanones angesprochen und wohl gab es

auf dem Ersten Ökumenischen Konzil auch Empfehlungen zur Berechnung

des Ostertermins (Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond).

Petrus mit dabei

Vorhin hieß es „Konzilien rocken“. Schauen wir auf das englische Wort

„rock“ – „Fels“, dann ist im katholischen Sinn natürlich auch der Hinweis

auf Petrus und den Papst als Nachfolger des Petrus anzusprechen („Auf

diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ Mt 16,18). In Nizäa war der

Bischof von Rom nicht dabei; trotzdem war das Konzil dann aber im We‑

sten als solches anerkannt worden. Die Konzilsgeschichte und Kirchenge‑

schichte zeigte dann auf, wie sich ab dem 5./6. Jahrhundert der Schwer‑

punkt und Einflussraum nach Westen – eben Richtung Rom – verlagerte.

Konzilien waren nicht mehr ohne Papst zu denken. Und auch hier galt: Sie

– in diesem Fall die Kirche – bewegt sich. Sie ist eine Ecclesia semper re‑

formanda, immer im Selbst‑Reformprozess. Die Frage nach Synodalität

bringt dies unter neuen Vorzeichen auch aktuell aufs Tapet.

Heiliges Jahr 2025

Das noch junge Jahr ist nicht nur dem 1700‑Jahre‑Gedächtnis von Nizäa

gewidmet. Es ist auch ein „Heiliges Jahr“, wie es seit dem Jahr 1300 be‑

gangen wird. Der Abstand zwischen zwei Heiligen Jahren liegt seit Ende

107| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025

Forum

des 15. Jahrhunderts bei regulär 25 Jahren. Rom erwartet einen Besu‑

cheransturm für dieses Jahr. Waren es im letzten regulären Heiligen Jahr

2000 rund 25 Millionen Pilger, so rechnet man für 2025 nun mit etwa 45

Millionen! Sie werden sich auf den Weg machen und wollen dem Motto

entsprechend „Pilger der Hoffnung“ sein. Es wird zwar kein Konzil im kir‑

chenrechtlichen Sinn geben, aber eine so große Menge an Menschen, die

sich aus diversen, darunter aber sicher auch Glaubens‑Gründen auf den

Weg macht, wird nicht übersehbar sein. Natürlich sind nicht alle zur glei‑

chen Zeit am gleichen Ort und natürlich spielen auch ökonomische und

andere Motive mit hinein. Man wird auch nicht die Konzilsformel verwen‑

den können: „Der Heilige Geist und wir haben entschieden …“ Und doch:

Kirche kann sich hier dreierlei Dinge bewusst werden.

Sie ist unterwegs auf dem Weg durch die Zeit, sie ist der Raum der Ge‑

fährtenschaft – miteinander und zuallererst mit ihrem Herrn Jesus Chri‑

stus. Kirche ist katholisch, weltumfassend, bunt und vielfältig – weil die

Menschen in ihr diese Vielfalt als Reichtum mitbringen. Kirche hat ein Ziel:

Die Kirche des Himmels, die Gemeinschaft der Heiligen in der Vollendung.

Dann übrigens wird die Kirche als „Institution“ selbst überflüssig sein.

Das lässt den eigenen Status bescheidener in den Blick nehmen: Eine Kir‑

che, die sich als Weggemeinschaft versteht und an Meilensteine wie das

Konzil von Nizäa erinnert, mag sich selbst als geführt erfahren und von

dorther Führungsaufgaben übernehmen.

Und sie bewegt sich doch.

Jetzt bleibt nur die Frage: In welche Richtung bewegt sie sich? Ein Blick

auf die ersten Konzilien und ein Streifzug durch die Geschichte zeigen

aus heutiger Sicht manches unverständliche Debattieren um heute als

nicht „akut“ angesehene Themen. Das Zeitmoment, aber auch die Ein‑

ordnung, das zeitweilige Zurechtrücken durch eben den oben genannten

Heiligen Geist ließ dann erkennen, dass hier nicht allein eine menschliche

Organisation geschichtliche Spuren hinterlässt. In der Feier der Liturgie

wird auf verschiedene Weise und in unterschiedlichsten Formen das Lob

Gottes gesprochen, gebetet, gesungen. Wenn durch Nizäa der Versuch

unternommen wurde, den Ostertermin zu klären und zu vereinheitlichen,

so ist das eigene Ostern eines jeden Gläubigen der Zielpunkt, auf den es

hinzuleben gilt. Meilensteine wie Konzilien oder Heilige Jahre laden in

diesem Sinn zur eigenen „Neukalibrierung“ mit dem Zielpunkt Heiligkeit

ein. Robert Paulus

| Liturgie konkret plus – Messfeier | Februar 2025

L i t u r g i e K

O

N

K

AV108

Geht wählen!

Fünf Jahre ist es her, dass über Nacht an der Mauer der

Laurentiuskirche in Bünde (NRW) Schmierereien zu

lesen waren, die sich gegen die Kirche und Kirchenge‑

meinde richteten.

Eine schnelle und kreative Lösung fanden damals ei‑

nige Gemeindemitglieder, indem sie die Graffiti teilwei‑

se überklebten.

2025 geht es wieder ums Wählen‑Gehen. Und wieder

gilt es – allerorten – das Gute zu stärken.

aus: Westfalen-Blatt vom 13.9.2020

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